Bürgerverein Duffesheide kämpft gegen den Wilden Müll

Von: ssc
Letzte Aktualisierung:
müll-duff-bilder
Gemeinsam sammelt es sich leichter: Alfons Scheidt und Margarete und Michael Wijnandts brauchten nicht lange, um ihre Schubkarre mit Müll zu füllen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Wirklich sauer ist Helmut Jorissen nicht. Jedenfalls nicht mehr. Das war er mal, vor knapp 20 Jahren. Damals, als er und andere Bürger in Duffesheide erstmals die Ärmel hochgekrämpelt und Müllsäcke gefüllt haben. Mit all dem, was Achtlose rund um den Alsdorfer Ortsteil in die Büsche und an den Wegesrand geworfen hatten.

Seitdem sammeln Mitglieder des Bürgervereins unverdrossen einmal jährlich, damit die wilden Müllkippen wenigstens nicht überhand nehmen.

Wie gesagt: Sauer ist Helmut Jorissen nicht. „Was sollen wir denn sonst tun? Das ganze Zeug einfach liegen lassen?” Es ist eher die Resignation, die da aus dem Geschäftsführer des Bürgervereins spricht. Der Mangel an Alternativen.

Jüngst haben bei einer Sammlung wieder zehn Mitglieder angepackt und säckeweise Getränkedosen, Flaschen und anderen Unrat aus der Natur geklaubt. Lange suchen mussten sie nicht. Wer etwas wegwirft, gibt sich keine große Mühe, das zu verbergen.

„Die kippen uns ganze Tüten voller Windeln einfach vor die Türe”, sagt Margarete Wijnandts mit gesundem Ekel. Die ländliche Abgeschiedenheit ermuntere womöglich manchen dazu, im Vorbeifahren seinen Dreck zu entsorgen. Wie sie sich dabei fühle, den Abfall anderer wegzumachen? „Nicht gut. Aber wir wollen Vorbild sein. Unser Dörfchen ist schön, und das soll es auch bleiben.”

Unterstützung haben die Bürger ein paar Tage vor der Sammlung von den Technischen Diensten der Stadt Alsdorf erfahren. Denn es gibt Müll, bei dem die Duffesheider mit ihren Mülltüten und Schubkarren machtlos sind. Wenn Fernseher in den Feldern liegen, Kisten voller Fliesen oder ganze Parkettböden. Die sind mit dem Lastwagen abgefahren worden, bevor die Sammler den Rest erledigen.

Das letzte Mal wird es nicht gewesen sein. „Wir diskutieren im Verein seit langem”, sagt Helmut Jorissen, „ob wir weiterhin sammeln sollen oder nicht. Aber haben wir denn überhaupt eine Wahl?”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert