Bürgermeisterwahl: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Von: mabie
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„Muster ohne Wert“: So sieht der Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl am Sonntag in Herzogenrath aus. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es gibt eine Tür in Rodas Rathaus, die verrät, wie weit die Vorbereitungen für die Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag sind. Denn an dieser Verbindungstür zwischen den Büros von Bernd Sauren und Thomas Klee hängt ein akribischer Plan dessen, was seit der Bekanntgabe des Wahltermins vor wenigen Monaten ansteht.

Das „Team Wahlen“ wie sie von der Wahlleiterin, der Ersten Beigeordneten Birgit Froese-Kindermann, genannt werden, hat dort den beiden Männern von der Stadtverwaltung Herzogenrath genau aufgelistet, was wann wie zu tun ist. „Natürlich sind wir froh, wenn in den hintersten Kästchen ein ‚erledigt‘ steht“, erklärt Bernd Sauren lächelnd. Emotional ist er wie sein Kollege Thomas Klee natürlich wie alle anderen Beamten hier neutral.

Nicht anfechtbar machen

„Wir arbeiten einfach unsere Posten ab“, sagt Sauren, und zeigt auf dicke Akten und besagten mehrblättrigen Plan, der in DIN-A4- Prospekthüllen gefasst sauber mit Klebefilm auf der Verbindungstür haftet. Auch der dritte Kandidat bei der Wahl hat da nicht für Verdruss gesorgt, sondern wird einfach mit eingefügt.

„Viele Menschen machen sich kaum eine Vorstellung davon, was alles zu tun ist, bevor das Kreuzchen bei einem Kandidaten gesetzt werden kann“, sagt Sauren. Und das fängt schon bei scheinbar banalen Dingen wie Stiften und Briefumschlägen an, die am Wahltag in allen 31 Wahllokalen natürlich in ausreichender Menge vorhanden sein müssen. Vorher wird das gesamte Büromaterial mit allen notwendigen Wahlunterlagen in einzelnen Kisten verpackt, versiegelt und schließlich am Morgen des Wahlsonntags von den Wahlvorständen abgeholt.

„Vorher müssen wir natürlich gucken, ob die Straßen auch frei sind“, erläutert Bernd Sauren einen bei einer im Winter stattfindenden Wahl nicht zu unterschätzenden Aspekt. So werden die Kollegen der Abteilung „Bau und Betrieb“ auch bereitstehen, um eventuell die Wege zu den Wahllokalen frei zu räumen, damit auch jeder der exakt 37.809 Wahlberechtigten die Chance hat, pünktlich zwischen 8 und 18 Uhr seine Stimme abzugeben. „Es geht ja immer auch darum, die Wahl so vorzubereiten, dass sie aus formalen Gründen nicht angefochten werden kann“, erläutert Wahlleiterin Birgit Froese-Kindermann dazu.

Dazu gehört die Möglichkeit zur Briefwahl, denn mit immerhin gut 5000 Briefwahlanträgen geht in Herzogenrath eine nicht zu unterschätzende Zahl von Wahlberechtigten diesen Weg. Und dazu gibt es zwei Möglichkeiten: einmal die klassische Briefwahl per Post oder auch die Wahl vor dem eigentlichen Datum.

Dazu steht auch Stephan Bründl jeden Tag während der Allgemeinen Öffnungszeiten im Rathaus bereit. Er ist für die beiden Wahlkabinen zuständig, zählt an manchen Tagen vor dem Wahlsonntag mehr als 100 Bürger, die ihre Stimme abgeben.

Das Stichwort Wahlberechtigte ist für Bernd Sauren noch von besonderer Bedeutung, denn er wünscht sich nicht nur mit Blick auf die viele Arbeit der Hauptamtlichen und der rund 300 Ehrenamtler, die am Wahltag selbst für einen reibungslosen Ablauf sorgen, eine hohe Wahlbeteiligung.

2008 waren dies gerade einmal 42,18 Prozent, wie hoch die Zahl am kommenden Sonntag sein wird, soll zumindest nicht an den Vorbereitungen im Rathaus und in den Lokalen liegen. „Wir können die Menschen nur dazu aufrufen, am Wahltag von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen“, so Froese-Kindermann.

Strikt reglementiert

Natürlich bedeuten Wahlen aber nicht nur ein nicht zu unterschätzendes Maß an manueller Arbeit, die durch das strikt reglementierte Wahlprozedere mit Stimmzettel, Briefumschlägen, Urnen, Versiegelungen oder auch präzisen Auszählungen nötig sind, sondern ebenso eine hohe Auslastung des IT-Bereiches. „Wir sind alleiniger Besteller bei der Regio IT, die an diesem Wahlabend für Herzogenrath die Ergebnisse der Bürgermeisterwahl aufbereitet“, schließt Bernd Sauren.

„Aber auch hausintern muss die Datenverarbeitung klappen“, ergänzt die Wahlleiterin, „was aber durch unsere hervorragenden Mitarbeiter sichergestellt ist.“

Bernd Sauren und Thomas Klee werden am Sonntagmorgen um Viertel nach Sechs im Rathaus bereitstehen, um die Pakete für die einzelnen Wahllokale fertigzumachen.

Mit der Wahl am 12. Januar ist es vielleicht noch nicht getan, denn schließlich gibt es noch die Nachbereitung am Montag und eine eventuelle Stichwahl am 26. Januar. „Aber darauf sind wir schon bestens vorbereitet“, sagt Sauren lächelnd.

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