Herzogenrath - Bürgermeisterkandidat mit 100 Prozent Rückendeckung

Bürgermeisterkandidat mit 100 Prozent Rückendeckung

Von: mabie
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Nominiert: SPD-Stadtverbandsvorsitzender Robert Savelsberg, Bürgermeisterkandidat Dr. Manfred Fleckenstein, Andreas Schmälter, Sibille Fleckenstein, Wolfgang Goebbels, Bruno Barth und Fraktionsvorsitzender Gerhard Neitzke (v.l.) freuten sich über die dritte Kandidatur. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Mehr geht nicht: Genau 100 Prozent der Stimmen, oder 34 von 34 Stimmen der Wahlversammlung am Mittwoch im Restaurant Seehof, vereinigte Bürgermeisterkandidat Dr. Manfred Fleckenstein auf sich. Damit stellt sich der Sozialdemokrat zum dritten Mal der Wahlherausforderung.

Ganz wie Willy Brandt, der am 18. Dezember seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, ist der inzwischen pensionierte Mathematiker zum dritten Mal Spitzenkandidat der SPD. „Auch ich werde im Januar zum dritten Mal kandidieren, allerdings nicht für das Amt des Bundeskanzlers, sondern für das für mich viel attraktivere Amt des Bürgermeisters“, begann Fleckenstein.

„Mit fremden Federn“

Und gleich zielten seine Worte auf den amtierenden Verwaltungschef, der exakt eine Woche zuvor von der CDU in den Ring geschickt wurde. „Er hätte besser daran getan, das damalige Wahlprogramm von uns Sozialdemokraten zu präsentieren“, mahnte Dr. Fleckenstein mit Blick auf Christoph von den Drieschs eigenen Rückblick in sein erstes Wahljahr 2008. „Denn die meisten der Erfolge, mit denen er sich jetzt permanent schmückt, sind doch aus unseren Ideen entstanden“, sagte er. Das zum Erfolgsmodell gewachsene Büro für duale Ausbildung der FH Aachen im TPH und den gegen den Widerstand des CDU-Bürgermeisters geschaffenen Jugendbeirat nannte Fleckenstein hier als Beispiel für zwei originäre SPD-Einfälle. „Man kann sich mit fremden Federn schmücken, aber nicht damit fliegen“, schloss er.

Natürlich ließ er auch seine Motivation, im Lebensalter eines Pensionärs noch einmal für diesen wichtigsten Posten der Stadt zu kandidieren, nicht außer Acht. Nicht Machtstreben oder die Befriedigung, sich täglich mit Foto in der Zeitung bewundern zu können und schon gar keine Profilneurose seien für ihn die entscheidenden Beweggründe. „Ich sehe derzeit viele und große Defizite in unserer Stadt, nicht nur im äußeren Erscheinungsbild, sondern auch in ihrem inneren Gefüge“, unterstrich er. Die von ihm propagierte systematische Aufarbeitung vorhandener Defizite will er im Dialog mit den Bürgern erreichen: „Ich interpretiere das Amt des Bürgermeisters als Exekutive des Bürgerwillens.“

In Sachen Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung will er die vielen kleineren Betriebe als die insgesamt größten Arbeitgeber Rodas stärken. Ein reger Gedankenaustausch, nicht ein einmal pro Jahr stattfindendes Unternehmerfrühstück sei hier ein Weg, um im Dialog mit den Gewerbetreibenden sinnvoll zu handeln. Intensive Akquise, beispielsweise auch bei großen Handelsketten, die Vermarktung des bis heute nicht existierenden Eckhauses an der Kleikstraße, eine Disko für die Jugend und auch die Zusammenarbeit mit Stadtmarketing und Gewerbevereinen sah Fleckenstein als Schlüssel zum Erfolg. „Die Äußerung, dass das Wirken früherer von Sozialdemokraten geführten Mehrheiten es ihm für die Zukunft nicht leicht gemacht hat, ist geradezu lächerlich“, sagte er in Richtung Christoph von den Driesch. So habe die SPD seit 1994 keine Ratsmehrheit gehabt, daher sei sie auch nicht verantwortlich für die mangelhafte Grundstücksbevorratungspolitik. Dr. Fleckenstein sprach sich zudem dafür aus, die Zentren durch neuen Wohnraum zu stärken und damit die Kaufkraft wieder nach Merkstein, Mitte und Kohlscheid zu holen.

Studentenwohnungen

„In Kohlscheid ist die Neugestaltung des Bereichs um den Langenberg einschließlich der Markttangente von grundlegender Bedeutung“, pickte der Sozialdemokrat ein Thema heraus. Studentenwohnungen – vom amtierenden Bürgermeister in seiner Nominierungsansprache als kurzfristiges Thema dargestellt – sah er als sehr wichtig an: „Die Studierenden von heute sind mit ihren Familien vielleicht die Einwohner von morgen, und die Studentenwohnungen von heute sind – wenn man es klug macht – vielleicht die Seniorenwohnungen von morgen“. Allerdings sei mit ihm als Bürgermeister eine Bebauung in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten nicht machbar. Bildung und Kultur mit Fokus auf einer kontinuierlichen Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes, der bald anstehende Handlungsbedarf in Sachen Inklusion und die Nachwuchsarbeit der Vereine listete er ebenfalls auf.

Schließlich stellte Manfred Fleckenstein die aktuelle Struktur der Verwaltung infrage. „Ob ein sechsstufiger Aufbau vom Sachbearbeiter bis zum Bürgermeister wirklich der Sache dienlich ist, wage ich zu bezweifeln“, so der Mathematiker. Vielmehr sprach er sich dafür aus, auch im Rahmen einer angespannten Haushaltslage Neueinstellungen bei der Verwaltung erreichen zu können. Möglich sei dies, indem keine in seinen Augen zweifelhaften Mini-Einsparungen vorgenommen würden, sondern beispielsweise durch konsequentes Energie- und Gebäudemanagement mit Blick auf Erhaltung und Instandhaltung tatsächlich Geld gespart würde. Schließlich sei die Stadtverwaltung das Dienstleistungsunternehmen für alle Bürger. „Privilegien und Gefälligkeiten für Einzelne wird es mit mir nicht mehr geben“, schloss er unter dem Beifall der Genossen.

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