Bürgermeisterkandidat der CDU steht fest

Von: ehg
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Der Bürgermeisterkandidat der CDU steht fest: Gottfried Kern (l.) unterlag als Gegenkandidat von Werner Birmmanns (stehend, 2.v.r.) knapp bei der Abstimmung. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Von Politikverdrossenheit keine Spur, eher war die Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes zur Nominierung eines Bürgermeister-Kandidaten eine Lehrstunde für Demokratie! In so unerwartet großer Zahl strömten die CDU-Mitglieder aus den drei Ortsverbänden in den Saal Schürmann, dass erst einmal Stühle gerückt werden mussten.

Einige begnügten sich mit einem Stehplatz.

Schließlich begrüßte Vorsitzender Hans-Josef Bülles 159 stimmberechtigte Mitglieder, die die Qual der Wahl zwischen dem Volljuristen und 1. Beigeordneten Werner Birmanns, vorgeschlagen von den Ortsverbänden Bardenberg und Würselen-Mitte, und dem Betriebswirt Gottfried Kern hatten. Ihn hatte der Ortsverband Broichweiden als dessen Vorsitzenden ins Rennen geschickt.

„Wir haben eine wichtige Entscheidung für die Zukunft unserer Heimatstadt Würselen zu treffen“, mahnte Bülles an. Nach der „Kürung“ des Kandidaten könne es nur eines geben: einen Schulterschluss. „Wir können die Wahl nur gewinnen, wenn wir uns geschlossenen hinter den gewählten Kandidaten stellen.“ Und: „Auch wenn wir nicht den Bürgermeister stellten, haben wir in der letzten Legislaturperiode gute Arbeit für unsere Heimatstadt geleistet.“ Er monierte, dass vom derzeitigen Vorsitzenden des Rates Entscheidungen auf die viel zu lange Bank geschoben würden. Deshalb sei es an der Zeit, dass wieder ein CDU-Bürgermeister das gewichtige Amt übernehme.

Kreisvorsitzender Axel Wirtz (Stolberg) sagte: „Der Wahlsieg von Christoph von den Driesch in Herzogenrath ist ein gutes Omen.“ Aber auch ein Zeichen dafür, dass die gute Stimmung der Bundestagswahl erhalten geblieben sei. „Wenn am 25. Mai aus dem Kamin des Rathauses weißer Rauch aufsteigen soll, dann müssen wir uns nach der heutigen Kandidatenwahl in Solidarität üben.“

In alphabetischer Reihenfolge stellten sich die beiden Kandidaten vor. 14 Jahre im Amt, habe er, Werner Birmanns, schon eine Menge an Führungsarbeit geleistet. Er traue es sich zu, es besser zu machen als der derzeitige Amtsinhaber. Stolz sei er darauf, was die CDU-Fraktion in den vergangenen Legislaturperioden mit wechselnden Mehrheiten für den Bürger auf den Weg gebracht habe. Bei den Bemühungen um die Konsolidierung der Finanzen sei die CDU ihrer Führungsaufgabe gerecht geworden. Alle Entscheidungen im Rahmen des Stärkungspaktgesetzes seien einstimmig getroffen worden.

Dass noch eine Menge Anstrengungen notwendig seien, um die Schulden bis 2021 ohne fremde Hilfe abzubauen, räumte Birmanns ein. An die städtebauliche Neugestaltung des Singer-Geländes müsse genauso Hand angelegt werden wie an die des Marktes in Weiden. Würselen müsse ein Schulstandort bleiben, wo auch die Schwächsten der Gesellschaft einen Abschluss machen könnten.

Klartext sprach er in Sachen Altes Rathaus: „Es muss ein Haus der Bürger bleiben. Es darf nicht verkauft werden!“ Im Wort stehe der Rat bei der Beteiligung der Sportvereine an den Kosten der Sportstätten und bei der Erhaltung der Hallenflächen. Die Unterbringung der Zuwanderer sei im Augenblick ein großes Problem. Aber: „Wir werden dafür sorgen, dass sie den Schutz finden werden, den sie bei uns suchen.“

Seine „Visionen“ künftiger Kommunalpolitik in Würselen umriss kurz und bündig Gottfried Kern. Er sagte: „Wir haben in Würselen große Potenziale, die ausgeschöpft werden müssen.“ Oberste Priorität habe bei ihm die Wirtschaftsförderung und damit die Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen vor Ort, „zumal wir die besten Standortfaktoren für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie haben“. Kerns Appell: „Wir müssen Investoren gewinnen!“

Als sein zweites Ziel nannte er die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für junge Familien und ältere Menschen. Dass die Ausgaben besser kontrolliert werden, gab er für seine Amtszeit vor. Zu den weichen Standortfaktoren zähle auch, dass die Zuwendungen an die Vereine nicht gestrichen werden.

Kern beklagte, dass es immer noch keine Ehrenamtskarte in Würselen gebe, wo dieses doch eine große Bedeutung habe. Und schließlich noch: Jugendliche hätten zu wenige Freiräume, wo sie sich „bewegen“ könnten. Er schloss: „Wenn Sie mir ihre Stimme geben, dann wählen Sie einen Betriebswirt an die Spitze von Rat und Verwaltung mit einem Juristen an seiner Seite.“

Zügig lief der Wahlgang ab. Dass es einen knappen Ausgang geben würde, war vorab schon am Zwischen- und Endapplaus festzumachen, der den Kandidaten gezollt wurde. Nach 20 Minuten „kürte“ der Vorsitzende des Stadtverbandes den CDU-Bürgermeister-Kandidaten: Werner Birmanns. Er hatte 83 Stimmen auf sich vereinigen können. 75 Mitglieder sprachen sich für Gottfried Kern aus.

Als fairer Verlierer gratulierte er dem Gewinner des Duells als zweiter Sieger, nicht als Verlierer! Birmanns machte in einem kurzen Dankeswort mobil: „Jetzt beginnt die Schlacht ums Rathaus. Ab jetzt kämpfen wir gemeinsam!“

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