Alsdorf - Bürgermeisteramt: CDU schickt Franz Brandt in den Kampf

Bürgermeisteramt: CDU schickt Franz Brandt in den Kampf

Von: Holger Bubel
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Fairness im Wahlkampf: Das wünscht sich der CDU-Kandidat Franz Brandt. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Kurz vor „Toresschluss“ war noch einmal Bewegung in die CDU gekommen und ein Bürgermeisterkandidat wurde auf die Liste gehoben. Der 59-jährige Rechtsantwalt und Fraktionsvorsitzende der CDU, Franz Brandt, geht für seine Partei ins Rennen.

Was der passionierte Jazz-Musiker und Familienvater für Alsdorf besser machen will, das verriet er im Gespräch.

Die CDU war spät dran mit der Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten. Warum?

Brandt: Es ist kein Geheimnis, dass wir eine lange Knadidatenfindungsphase hatten. Es gab Bewerber und Kandidaten für diese Aufgabe. Die sind aber mit und mit ausgeschieden. Die Gründe dafür möchte ich zum Schutz dieser Personen aber nicht nennen.

Dann sind Sie eingesprungen.

Brandt: Am Ende war die Frage aufgekommen, ob überhaupt ein eigener CDU-Kandidat ins Rennen geschickt werden soll. Ich habe überlegt und mich dann dazu entschieden. Als Fraktionsvorsitzender und aufgrund meiner Kenntnisse der Situation in Alsdorf und meines Berufes als Anwalt bringe ich die Voraussetzungen mit, um das Bürgermeisteramt auszufüllen...

...und die absolute Mehrheit für die CDU im Stadtrat zu holen, wie Ihr Vorsitzender Dieter Lothmann beim politischen Aschermittwoch der Partei angekündigt hat...

Brandt: ... was aber natürlich eine Übertreibung war, die dem Aschermittwoch geschuldet war. Eine absolute Mehrheit im Stadtrat ist unrealistisch. Wir überlegen eher, mit wem wir zukünftig koalieren oder kooperieren könnten.

Das hört sich nicht nach einem aggressiven Wahlkampf an.

Brandt: Für einen solchen Wahlkampf stände ich auch nicht zur Verfügung. Ich halte nichts davon, den politischen Gegner zu zerreißen. Wir stehen hier in Alsdorf ja auch nicht vor einem großen politischen Wechsel. Ich sehe den Wahlkampf als eine Gelegenheit an, zu zeigen, wo man steht und wie man die Probleme anpacken sollte.

Wie ist die Wahlkampfstrategie?

Brandt: Wir wollen als Team und nicht als Einzelpersonen auftreten. Wie man an unserer Liste sehen kann, konnten wir viele junge Leute gewinnen. Darüber freue ich mich riesig. Ich selbst sehe mich als Bürgermeisterkandidat dabei eher als „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen).

Und haben Sie im Wahlkampf auch ein Motto für diese Einschätzung?

Brandt: Die CDU tritt an als „Das beste Team für Alsdorf“.

Sie sprachen aber auch von Kooperationen. Wer kommt da für das beste Team in Alsdorf in Frage?

Brandt: Eine Kooperation mit der SPD ist möglich. Die habe ich nie ausgeschlossen. Aber auch mit den Grünen ist sie vorstellbar. Das hat es ja auch schon gegeben in der Vergangenheit. Und es gibt ein gutes Verständnis unter uns.

Sie deuteten an, dass Ihre Politik gar nicht so weit vom Weg der SPD auseinander liegt, es da aber „Nuancen“ gibt, die es aufzuzeigen gäbe. Welche sind das?

Brandt: Alfred Sonders ist in erster Linie für die Verwaltung zuständig. Da macht er gute Arbeit, da gibt es zumindest von mir keine Kritik. Aber er ist eben auch SPD-Politiker. Die an der SPD gebundenen Entscheidungen waren da nicht immer sehr transparent. Beispiel: das Kubiz. Dieses Projekt haben wir mit angestoßen und es positiv begleitet, wurden aber über den Fortgang immer erst sehr spät informiert. Ein weiteres Beispiel ist der Haushalt. Vor dem Hintergrund der Erhöhung der kommunalen Steuern hat die CDU Vorschläge zum Sparen gemacht. Deren Umsetzungen wären vielleicht nur „Peanuts“ gewesen und hätten die Erhöhung nicht verhindert. Aber es wäre auch ein Zeichen an die Bürger gewesen, dass ein Sparwille seitens Politik und Verwaltung vorhanden ist. Es hätte den Vorgang glaubwürdiger gemacht. Aber nichts davon ist umgesetzt worden.

Das ist aber nicht die einzige Enttäuschung gewesen.

Brandt: Nein, als es um die Neubesetzung unseres ausgeschiedenen Mitglieds Roland Krichel im Bürgermeisteramt ging, da haben weder der Bürgermeister noch die SPD dem Wunsch entsprochen, das Amt wieder aus unseren Reihen, nämlich mit Ulrike Wagner, zu besetzen. Das war für uns sehr enttäuschend.

Die Kandidaten von Die Linke und den Grünen fordern mehr Transparenz in den Entscheidungen von Rat und Verwaltung. Sie auch?

Brandt: Ja, vor allem wünsche ich mir eine frühzeitige Einbeziehung des Rats in die Planungen. Und nicht ein vorgefertigtes Paket, das dieser dann nur abnickt. Im Vorfeld müssen mehr Meinungen aus den politischen Richtungen eingeholt und in die Vorlage einbezogen werden. Das stellt Beschlüsse auf eine breitere Basis.

Was würden Sie als Bürgermeister besser machen als der jetzige Amtsinhaber?

Brandt: Ich denke manchmal, es sind sehr viele Dinge auf den Weg gebracht worden. Dann habe ich den Eindruck, dass man sich dabei ein bisschen übernommen hat. Wir haben drei umfangreiche Projekte – die wir als CDU auch unterstützen und mittragen: das Kubiz, das Energeticon und Soziale Stadt. Aber die müssen jetzt erstmal durch die Tür gebracht werden, auch zum wirtschaftlichen Erfolg. Da sind konservative Kräfte gefragt. Aber daneben werden dann noch viele, viele weitere, publikumswirksame Projekte initiiert, die personalbindend und kostenträchtig sind. Da würde ich gerne die Entwicklung entschleunigen.

Eines Ihrer Anliegen war immer die Stärkung der Stadtteile.

Brandt: Ich bin auch für eine vernünftige Innenstadtentwicklung, für eine Attraktivierung des Stadtkerns – etwa durch eine verkehrsberuhigte Einbahnstraßenregelung der Bahnhofstraße, um die Aufenthaltsqualität dort zu stärken. Aber wir dürfen die Stadtteile nicht aus den Augen verlieren.

Was sollte da getan werden?

Brandt: Alsdorf bestand immer schon aus vielen Siedlungen mit dem Wunsch nach Eigenständigkeit. Durch infrastrukturelle Maßnahmen ist dieser Wunsch aber ausgehöhlt worden. Man sehe nur die Schließung der Grundschulen in Busch und Kellersberg. Die Nachbarn Baesweiler und Würselen tun alles daran, auch kleine Schulen am Leben zu halten und damit auch den Dorf- und Siedlungscharakter zu bewahren. Wir müssen auch dort korrektiv eingreifen und etwa für die Jugendlichen in den Siedlungen Rückzugsorte schaffen und mit den Kirchen und den Vereinen wieder Angebote für sie schaffen.

Durch einen studentischen Wettbewerb soll die Innenstadtentwicklung angekurbelt werden. Was halten Sie davon?

Brandt: Das finde ich gut – aber auch spät. Von der Verwaltung hätte ich da eher etwas und auch mehr erwartet. Schon zu Beginn der vergangenen Sitzungsperiode habe wir da Anregungen gefordert. Aber vielleicht bringen die jungen Studenten ein paar umsetzbare Ideen mit.

Ihr Konkurrent Hotte Heidenreich hat einen Herzenswunsch, im Falle seiner Wahl wieder im Alsdorfer Weiher schwimmen zu dürfen. Haben Sie auch einen Wunsch?

Brandt: Ja, aber dafür müsste ich nicht Bürgermeister werden. Ich wünsche mir ein großes Jazz-Festival im Energeticon. Die Location ist dafür dort einmalig.

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