Würselen - Bürgermeister Nelles lobt die Hilfsbereitschaft der Bürger

Bürgermeister Nelles lobt die Hilfsbereitschaft der Bürger

Von: ehg
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Empfang in der Aula an der Klosterstraße: Bürgermeister Arno Nelles begrüßt dazu rund 400 Gäste. Foto: Wolfgang Sevenich
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Professor Dr. Axel Thomas fordert dazu auf, das Potenzial der Stadt stärker zu nutzen. Foto: Wolfgang Severich

Würselen. Sich von den negativen Schlagzeilen nicht irre machen zu lassen, sondern ihnen mit der gebotenen Gelassenheit zu begegnen, mahnte Bürgermeister Arno Nelles nicht nur die rund 400 Bürger, die den Weg trotz drohenden Glatteises zum Stadtempfang in die Aula an der Klosterstraße gefunden hatten, sondern auch alle übrigen Menschen in der Stadt.

 „Nicht die Nachrichten sind schlecht, sondern das, was wir aus ihnen machen“, sagte er. Als 600 Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt in die Stadt gekommen seien, hätten die Bürger gezeigt, „dass auf sie Verlass ist.“ Mit unterschiedlichen Hintergründen, aber ein und derselben Motivation, nämlich helfen zu wollen, hätten sie etwas geleistet, „auf das ganz Würselen stolz sein kann“. Aus tiefster Überzeugung sagte Nelles sowohl Haupt- als auch Ehrenamtlern dafür Dank.

Als zweites Beispiel für das, was man gemeinsam zu leisten vermag, nannte der Bürgermeister die Sanierung der städtischen Finanzen. Als er 2009 sein Amt übernommen habe, habe der Schuldenberg Jahr für Jahr um 15 Millionen Euro anzuwachsen gedroht. Niemand im Rathaus habe zu diesem Zeitpunkt zu hoffen gewagt, aus dem Teufelskreis der Verschuldung jemals herauskommen zu können. Sieben Jahre später habe der Kämmerer einen Haushalt präsentiert, der in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen sei.

Voraussichtlich könne noch ein kleiner Überschuss zur Tilgung der Schulden erwirtschaftet werden, „ohne die Stadt kaputt zu sparen und die Steuern zu erhöhen. Im Gegenteil! Unsere Investitionsplanungen sehen in den nächsten Jahren sogar 80 Millionen Euro vor“. Nelles weiter: „Es seien Investitionen in die Zukunft der Stadt und damit in die Nachhaltigkeit der positiven Entwicklung der letzten Jahre, ein Zukunftsprogramm ohne Beispiel.“ Allen sagte er Dank, die dazu beigetragen haben.

Auch für die Herausforderungen der Zukunft, was den freien Zugang zum schnellen Internet anbetreffe, sei die Stadt gut aufgestellt. „Unsere Aufgabe wird es sein, das Netz nicht nur zum Sammelbecken spiel- und kommunikationslastiger Zeitvertilger werden zu lassen, sondern die Chancen für neue Ideen, Geschäftsmodelle, Berufsperspektiven und Dienstleistungen zu nutzen.“ Auf diesem Feld habe Würselen in nächster Zukunft noch eine Menge zu bestellen.

Zu Gast war neben dem CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt (Alsdorf) sowie der Landtagsabgeordneten Eva-Maria Küppers (SPD) und Hendrik Schmitz (CDU/Baesweiler) auch der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD). „Es liegt an uns, wie wir das von unseren Vätern Ererbte an unsere Erben weitergeben“, machte er Mut. Denn: „Wir haben die Potenziale, unsere Zukunft positiv zu gestalten. Wir haben allen Grund zum Optimismus. Wir müssen nur die Probleme benennen und die Lösungen gemeinsam erarbeiten. Dafür haben wir das Rüstzeug.“ Seine ganz persönliche Anmerkung: „Wenn Du eine Heimat hast, hast Du eine Versicherung für den Rest Deines Lebens!“

Stadtentwicklung im Fokus

Eine detaillierte Antwort auf die Frage „Ist Stadtentwicklung Sprint oder Marathon? – Über Ausdauer und Hürden zur Zielgeraden“ gab als Gastredner der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft für die Städteregion Aachen, Professor Dr. Axel Thomas. Dass die Bürger sich um die Zukunft ihrer Stadt keine Sorgen zu machen bräuchten, wenn rechtzeitig die Weichen gestellt würden, stellte er seinen Ausführungen voran. „Es muss vorgedacht werden“, gab er allgemein mit auf den Weg.

Sein Kompliment: „Ihre Stadt zeichnet sich, am Rande des Oberzentrums Aachen gelegen, durch ihren Vorstadtcharme aus.“ Was die Bevölkerungsentwicklung – mehr Zugänge als Abgänge – anbetreffe, befinde sich Würselen auf der Sonnenseite. Dr. Thomas riet den Stadtvätern, die Nähe zur RWTH und zur FH zu nutzen und die Ansiedlung von Forschung auf dem Gelände Merzbrück voranzutreiben. Das Medizinische Zentrum der Städteregion, der größte Arbeitgeber am Ort, zeichne sich durch eine überzeugende Strategie aus.

Es gehe in Zukunft darum, in seinem Umfeld vor- und nachstationäre Wohnformen für Kranke und Senioren zu schaffen. Da die Grenzen des Wachstums irgendwann erreicht sein werden, redete er einer Stärkung der Versorgungskerne das Wort. Dazu zählte der Gastredner auch „den sozialen Wohnungsbau für die Mitte“. Zu bedenken gab er in diesem Zusammenhang, dass die Grenze der „Mietzahlungsfähigkeit“ bald erreicht sein dürfte. Thomas‘ Empfehlung für das neue Jahr: „Definieren Sie Bereiche, in denen Sie spitze sind!“

Traditionsgemäß hatten die Sternsinger mit ihrem Segensgruß „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit“ durch ihren Besuch in den Stadtempfang eingestimmt. Dass alle Menschen Teil der Schöpfung sind, gab Sternsinger und pensionierter Diakon Michael Lang zu bedenken. „Werden Sie zu einem Stern, der notleidenden Kindern (und Erwachsenen) Orientierung in ihrer Dunkelheit geben.“

Aufgelockert wurde der Empfang durch musikalische Intermezzos, dargeboten von Harald Claßen.

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