Bürgermeister mahnt zu kritischem Umgang mit eigener Geschichte

Von: mabie
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Ehrenwache: Die Feierstunde im Alsdorfer Südpark galt allen Opfern von Gewalt. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Harter Wind wehte den gut 100 Teilnehmern der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Ehrenmal im Südpark entgegen. Doch Thema des Tages waren die ungeheuerlichen Anschläge von Paris. Bürgermeister Alfred Sonders verurteilte die verabscheuungswürdigen Taten und gedachte der Opfer.

Im Beisein von Pfarrerin Elisabeth Peltner, dem Beigeordneten Carolus de Rijck aus der Partnerstadt Brunssum, Vertretern des Sozialverbands VdK, des Trommler- und Pfeiferkorps‘ „Vereine Freunde“ Hoengen und der Freiwilligen Feuerwehr nutzte er den erstmals 1922 begangenen Gedenktag zu Rückblick und Ausblick. Denn nicht nur der Zweite Weltkrieg mit 55 Millionen Toten aus Gewaltherrschaft, Kampf, Vernichtungslagern, Luftkrieg, Flucht und Vertreibung stand auf der Agenda.

„Der Blick in Zeitungen und Nachrichten führt uns nur zu deutlich vor Augen, dass Kriegs- und Schreckensbilder auch heute noch in zu vielen Teilen der Welt Realität sind“, so Sonders. Daher seien die Gedanken der Menschen in unserer Region bei denen, die unter Kriegen, kämpferischen Konflikten und deren Folgen wie Elend und Flucht leiden. „Die Masse der Menschen, die Schutz suchen, nimmt eklatant zu“, betonte Sonders, „das ist so, und darum rede ich auch nicht herum.“

Er redete auch nicht darum herum, „dass mich die sonderbar falschen und extremen Gesinnungen von Pegida und anderen wütend und besorgt machen“. In Zeiten, wo ein Justizminister mit Hitlers Propagandaminister verglichen werde, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel aufs Übelste beschimpft, Journalisten brutal angegangen und verunglimpft würden, sei der Eindruck entstanden, dass „skrupellose Stimmenfänger gar nichts verstanden haben“. Ein Gedenktag wie der Volkstrauertag sei immer Anlass für den kritischen Umgang mit der eigenen Geschichte und zum Hinterfragen der Gegenwart.

Sonders: „Wir sollten nicht vergessen, was Krieg für die Betroffenen bedeutet.“ Und wer die Öffnung der Grenzen kritisiere, solle ernsthaft darüber nachdenken, ob Menschen wirklich am Übertreten der Grenzen – im Ernstfall mit Waffengewalt – gehindert werden sollten. Das friedliche Europa, das in diesen Tagen viel Schelte einstecken müsse, habe immer für Frieden gestanden. „Auch daran erinnern uns die Opfer, derer wir gedenken“, schloss Sonders.

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