Bürgermeister bemängelt Innere Sicherheit

Von: Markus Bienwald
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Rund 300 Gäste hatten sich in der Aula des Städtischen Gymnasiums in Herzogenrath zum Neujahrsempfang eingefunden. Foto: Markus Bienwald
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Bürgermeister Christoph von den Driesch sprach unter anderem über die Stadtentwicklung. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Dass Bürgermeister Christoph von den Driesch etwas am Konzept der vor 15 Jahren eingeführten Neujahrsempfänge der Stadt Herzogenrath ändern will, war bei der jüngsten Auflage am Freitagabend nicht zu merken.

Ganz im Gegenteil: Gerade mit Blick auf den viel zitierten Beginn des „postfaktischen Zeitalters“ sei es wichtig, so der Erste Bürger vor den rund 300 Gästen, dass auch weiter über gesellschaftliche Herausforderungen diskutiert und im demokratischen Sinne gestritten wird.

Die Sorge um die Innere Sicherheit in Europa nahm darum in seiner gut 20-minütigen Rede in der Aula des Städtischen Gymnasiums neben positiven wirtschaftlichen Nachrichten wie jüngst bei Aixtron, dem größten zusammenhängenden Solarpark in NRW oder Schmetz, oder dem überaus positiven Einsatz von Ehrenamtlern in der Flüchtlingsarbeit größeren Raum ein.

„Besorgniserregend finde ich die Zahl der Wohnungseinbrüche und Kfz-Diebstähle, die wir entlang der deutsch-niederländischen Grenze beobachten“, so von den Driesch. Abseits aller Bemühungen der hiesigen Polizei sei es Fakt, dass die freien Grenzen in Europa von Kriminellen bewusst missbraucht würden. „Es ist nach wie vor Tatsache, dass insbesondere die Zusammenarbeit mit der niederländischen Polizei, die nach dem sogenannten Opportunitätsprinzip handelt und nicht jede Straftat automatisch verfolgt, nach wie vor sehr schwierig ist“, schloss er.

Auf seiner Wunschliste stand auch der Radschnellweg Euregio ganz weit oben. Der Bürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass schon bald die Bagger rollen, „und wir zu den ersten Kommunen in NRW gehören, die nach niederländischem Vorbild eine besonders attraktive Fahrrad-Infrastruktur erhalten werden“.

Struktur war das Stichwort für die Weiterentwicklung der drei Kerngebiete Kohlscheid, Merkstein und Mitte. In Letzterem sei beispielsweise mit dem Erwerb des früheren „Kontra“-Marktes als Schlüsselimmobilie zur Belebung des zentralen Marktplatzes ein Schritt in die richtige Richtung. In Merkstein müsse der August-Schmidt-Platz nach dem Weggang des Netto-Marktes neu entwickelt werden, insbesondere, da hier ein mit bis zu 330 Wohneinheiten gigantisches Neubaugebiet bald das Ortsbild ergänzen wird.

In Kohlscheid setzt von den Driesch auf den Bau der „Osttangente“, die auch bei der viel diskutierten Ansiedlung eines Nahversorgers eine wesentliche Rolle spielen kann. Für zwei weitere Kohlscheider Themen – den möglichen Erhalt des bestehenden Realschulgebäudes für Vereinsaktivitäten und die Diskussion ums Schwimmbad, zeigte er sich „überzeugt davon, dass wir für beide Themen gute Lösungswege im Rahmen eines städtebaulichen Handlungskonzeptes finden werden“.

Angesichts der finanziellen Lage der Stadt sei eine Finanzierung über die eigene Kasse allerdings nicht möglich, hier brauche es Fördermittel.

Die brauchten die Musiker von der „Koninklijke Harmonie Sint Philomena“ aus Chevremont-Kerkrade nicht. Dirigent Jos Kuipers, die Musiker und nicht zuletzt die brillante Sopranistin Bibi Ortjens sorgten im Einklang dafür, dass der musikalische Neujahrsempfang auch weiterhin seinen Titel zu Recht tragen darf.

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