Bürgermeister Arno Nelles: Entspannt vor der Kommunalwahl

Von: Markus Bienwald
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„Meine Arbeit ist noch nicht beendet“, sagt Würselens Bürgermeister Arno Nelles. Er möchte insbesondere die Verwaltung ein Stück näher an den Bürger bringen. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Arno Nelles schläft gut in diesen bewegten Tagen vor der Kommunalwahl. Auch wenn derzeit ein Termin auf den anderen folgt, schafft er es nach eigenen Angaben sehr gut, sich in seiner Familie zu entspannen und in seinem Wohnort Euchen einfach nur mal „der Arno“ sein zu können. „Die Familie ist für mich ein Schutzraum“, sagt der Amtsinhaber, dem neben seiner Frau und seinen zwei Kindern vor allem die vier Enkelkinder viel Spaß machen.

Die Frage, ob er noch einmal antritt, war für den gebürtigen Linnicher keine, wie er beim Besuch unserer Zeitung klarmacht. „Meine Arbeit ist noch nicht beendet“, sagt der 59-Jährige, auch darum war es für ihn keine Frage, sich am gleichen Tag wie die Ratsvertreter einer erneuten Wahl zu stellen. Dass dabei gleich drei Mitbewerber ins Rennen gehen, macht ihm nichts aus, insbesondere das Verhältnis zu seinem Gegenkandidaten aus der CDU, Werner Birmanns, der als Erster Beigeordneter Tür an Tür mit dem Amtsinhaber seinen Dienst verrichtet, sei gut, wie er betont. „Wenn man jahrelang gut zusammenarbeitet und dann auf einmal kurz vor der Wahl damit beginnt, den Finger auf den anderen zu richten, wirkt das doch unglaubwürdig“, unterstreicht Nelles diesen Punkt.

Auch sieht er seine Position als Amtsinhaber ein wenig anders als die landläufige Meinung, nach der die Wiederwahl für einen, der schon fest im Sattel sitzt, einfacher ist. „Man kann auch einen Amtsmalus haben“, so Nelles offen, „der Bonus besteht eigentlich nur darin, dass man öfter in der Öffentlichkeit ist.“ Froh ist er, dass in den fünf Jahren seiner Amtszeit noch keinmal der Zeitpunkt erreicht war, dass die Menschen ihm nicht mit Respekt begegnet seien. „Für den Bürger gibt es ja immer nur zwei Meinungen: Entweder er fühlt sich vertreten oder er fühlt sich eben nicht vertreten.“

Und für Dogmatismus ist der Sozialdemokrat, der eigentlich gelernter Elektrotechnikingenieur mit einer verwaltungstechnischen Zusatzausbildung ist, nicht zu haben. „Da bin ich Rheinländer“, sagt er lächelnd. So positioniert sich der Bürgermeister Arno Nelles nicht als reiner Parteisoldat, sondern sagt von sich, dass die Entscheidungen des Rates immer von einer breiten Mehrheit getragen werden müssen, um auch in der Bevölkerung mehrheitsfähig zu sein. Dorthin will er auch im Jahr 2020 kommen, wenn sich eine mögliche zweite Amtsperiode dem Ende nähern würde. „Ich sehe für Würselen einen deutlichen Qualitätssprung nach vorne“, sagt Nelles. Die hohe Qualität der im Ort angesiedelten Unternehmen, viel Substanz, hohes Engagement der Menschen in der Stadt, großes Investitionspotenzial und nicht zuletzt die Ausrichtung der Stadt in die Zukunft beispielsweise mit dem neuen Gewerbegebiet Merzbrück sprächen dafür.

Viel Arbeit für die Verwaltung

Dennoch sieht er noch viel Arbeit auf die künftige Verwaltung zukommen: In Sachen Versorgung spürt er auch vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen einen Umbruch, der im Moment eher zu Lasten der Menschen ohne direkte Nähe zu Einkaufszentren gehe. „Wir brauchen eine mobile Versorgung, so werden die bereits eingesetzten Verkaufswagen gut angenommen“, unterstreicht der Bürgermeister. Dennoch sei eine Neuausrichtung des Handels wünschenswert, hier könne die Stadt in Zusammenarbeit mit den Kaufleuten dazu beitragen, dass sich im laufenden Umbruch der Geschäftswelt neue Möglichkeiten ergeben.

In Sachen Verwaltung wünscht sich Nelles hingegen eine stärkere Ausrichtung der Verwaltung zum Bürger hin. Das könne, da ist Nelles sicher, auch auf elektronischem Wege gehen, aber auch der persönliche Kontakt zu den mehr als 38 000 Würselenern sei dabei eminent wichtig. „Ich möchte gerne die Verwaltung aufstellen und ein viel besseres Portal bieten, denn die Bürger sind unsere Kunden“, schließt Nelles. Vor-Ort-Besuche von Mitarbeitern, aber auch bessere Zugänglichkeit via Internet sind hier seine Themen. Und über den Arbeitstitel „Marktplatz Würselen“ will er kommunal und regional Dienstleister, Anbieter, Handwerker und Suchende zusammenführen, um so beispielsweise auch jungen Unternehmen eine Plattform zu geben.

Ein pralles Paket also, das Arno Nelles dennoch nicht um den Schlaf bringen wird, denn lange Spaziergänge im Kreise der Familie sorgen nach seinem Gefühl dafür, dass er sich immer mal wieder „erden“ kann. „Und dazu kommen meine Enkeltöchter“, schließt Nelles, „denn sie sind beinahe die Einzigen, die mich immer um den Finger wickeln können.“

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