Bürgermeister Alfred Sonders bastelt an schlagkräftiger Verwaltung

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
als-sondersbild
Alfred Sonders als Vorsitzender des Rates in Aktion: Für den SPD-Mann ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Vom Lehrling auf einem „kleinen Umweg” über die Stadthalle zum Chef der Verwaltung. Das ist sicherlich ein Traum - und dessen Verwirklichung ist ihm Verpflichtung, lässt Bürgermeister Alfred Sonders durchblicken.

So hat er sich sehr gefreut, „dass die Mitarbeiter im Hause mich mit offenen Armen empfangen haben”, sagt er. „Sehr viele haben mir gesagt, dass sie mit mir einen Neuanfang verbinden und deutlich gemacht, dass sie eine Stufe mehr an Engagement einbringen wollen.” Sonders hat einen „gewissen Enthusiasmus ausgemacht”. Bislang sei er leider nur dazu gekommen, „durchs Haus zu hetzen”. Eine Personalversammlung wird wohl noch auf sich warten lassen - bis die beiden ausgelobten Posten für Wahlbeamte (1. Beigeordneter als Stellvertreter des Bürgermeisters und Technischer Beigeordneter) besetzt sind. Das dürfte bis zum Sommer dauern.

Schön ist gewesen, dass er viel Zuspruch aus der Bevölkerung erfahren hat, sagt er. So ist Alsdorf schon ein gutes Stück sauberer geworden, fühlt sich der Erste Bürger der Stadt auf dem rechten Weg. Der Eigenbetrieb Technische Dienste wird neu aufgestellt, die Reinigungskolonnen neu formiert. Eine Anekdote dazu: Ein Alsdorfer hat ihm im Rahmen der Bürgermeistersprechstunde aufgesucht - ohne spezielles Anliegen. Er wollte ihm nur danken, dass das Stadtbild schon viel besser aussieht, berichtet Sonders.

Der Sozialdemokrat weiß natürlich, dass dessen ungeachtet manche Alsdorfer, die ihn nicht gewählt haben, jeden seiner Schritte verfolgen und auf Fehltritte lauern. Ist die schon sprichwörtliche Schonfrist nach 100 Tagen vorbei?

Sonders weiß, dass angesichts des grandiosen Wahlsiegs bei der Kommunalwahl die Erwartungen sehr groß sind. „100 Tage Schonfrist gelten für jemanden, der geordnete Verhältnisse übernimmt”, will er seinem Vorgänger im Amt, Helmut Klein, zwar nicht zu nahe treten. Aber „seit Jahren ist hier in der Verwaltung strukturell nichts geschehen”, betont er. „Das muss ich jetzt erst einmal aufarbeiten, um die Motivation hier im Haus in konstruktive Bahnen zu lenken”. Und er sagt: „Man kriegt viel bewegt, wenn man sich zur Verantwortung bekennt und sie übernimmt”, setzt er auf seine Verwaltungskollegen.

Er weiß, dass er seinen Teil dazu leisten muss: „Der Verwaltungschef muss zu seinen Leuten stehen und dafür sorgen, dass die Politik den Mitarbeitern nicht bei der nächsten Gelegenheit die Beine weg kloppt”. Er legt nach: „Ich bin bislang von den Ratsfraktionen nicht enttäuscht worden.” Da gelte weiterhin sein Wort vor der Wahl: „Dialog - und offensives Wort.”

Was sagt Sonders zu dem Vorwurf, er habe nur die Stärkung des Alsdorfer Zentrums im Sinn? „Wir müssen Alsdorf als Marke schärfen und stärken. Zu jeder Stadt gehört ein Zentrum. Wir brauchen hier einen Kern. Davon profitieren alle Ortschaften, so auch die Begauer und Mariadorfer”, nennt der bekennende „Siedlerjung” zwei Beispiele. „Jede Ortslage hat ein Recht auf Identität und soll die auch behalten. Die kommunale Neugliederung ist jedoch fast 40 Jahre her. Da muss doch jetzt in den Köpfen endlich ein Wir-Gefühl entstehen”, fordert Sonders.

Natürlich hat er auch schon mal als Bürgermeister mit einer Entscheidung daneben gelegen - aber seine Lehren daraus gezogen. Er nennt die Begegnung mit einem säumigen Zahler von Beiträgen für eine Kindertagesstätte als Beispiel. Der Alsdorfer hatte die verspätete Überweisung fürs Kind mit seiner Zeit raubenden Berufstätigkeit begründet und sich über die Mahngebühr beschwert. „Da habe ich im Gegensatz zu meinen Mitarbeitern ein Auge zugedrückt und ihm die Mahngebühr erlassen - darauf vertrauend, dass sich das nicht wiederholt”, berichtet der Bürgermeister. War aber nicht so. Der Mann ließ sich weder auf eine Abbuchung vom Konto ein, noch hielt er den nächsten Zahlungstermin ein.

„So etwas kann ich nicht mehr machen. Das gilt auch für Parkknöllchen”, sagt Sonders selbstkritisch. Er muss strikt auf Gleichbehandlung achten. „Der Verursacher ist der Böse, nicht der, der das feststellt. Das hat mit Bürgerfeindlichkeit nichts zu tun”, stellt er klar. Bürgermeister werden ist schwer, einer zu sein, noch ein Spur mehr...
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert