Bürgerinitiative zeigt weiterhin Flagge gegen Atomkraft

Von: Thomas Vogel
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Der Ausstieg ist beschlossen,
Der Ausstieg ist beschlossen, vollzogen ist er noch lange nicht: Bei der Veranstaltung im Klösterchen stand auch die Endlagerung strahlender Abfälle zur Diskussion. Foto: Thomas Vogel

Herzogenrath. Sie mahnen, sie empören sich und halten das Gedenken an die Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima aufrecht - die Mitglieder des Herzogenrather Bürgerbündnisses. Der Unfall in Japan war Initialzündung zur Gründung der Initiative.

Seither organisiert sie wöchentlich Mahnwachen in der Rodastadt und zeigt so Flagge gegen Atomkraft. Die Beteiligung daran sinkt jedoch stetig. Kein Grund für die im Bürgerbündnis engagierten Menschen, in den Bemühungen um die Energiewende nachzulassen.

In ihrem Namen hatte Wilfried Hammers zusammen mit dem Ortsverband der Grünen ins soziokulturelle Zentrum Klösterchen eingeladen, um den Ausführungen von Jürgen Fahrenkrug von der Atomgegnerinitiative „ausgestrahlt” zu lauschen und über die aktuelle Situation um den Ausstieg aus der Kernenergie zu diskutieren.

Fahrenkrug unterstrich, dass die nun festgelegte schrittweise Abschaltung der bundesdeutschen Reaktoren nach dem Rücktritt vom Ausstieg zu Beginn der unionsgeführten Regierungsperiode und der Totsagung der Anti-Atomkraft-Bewegung durch die Medien als Erfolg zu werten sei. Dennoch dürfe man sich nicht zufrieden zurücklehnen, so der Aktivist, da noch über Jahre AKWs am Netz hingen und weiterhin die Frage der Atommüllendlagerung einer zufriedenstellenden Antwort entbehre.

Ideen und Gedanken anhören

Die Einladung des Bürgerbündnisses wollte Fahrenkrug auch nutzen, um die Ideen und Gedanken der Herzogenrather Atomgegner zu den Problemlagen zu hören. Gerade in Bezug zu den Vorgängen um die Verbringung des Strahlungsabfalls lagen die Wortmeldungen der Gäste auf einer Linie mit denen des Redners.

Gorleben als Endlager biete keine Sicherheit, das nötige Deckgebirge über dem Salzstock sei nicht ausreichend mächtig und das umgebende Salz verhalte sich, in Erdzeitaltern gerechnet, wie Knetmasse. Für die Lagerung von Substanzen, die über viele Generationen hinweg sicher und behütet gelagert werden müssen, ein denkbar schlechter Ort, so das Fazit. Aber nicht nur die Wahl möglicher Endlager stieß den Aktivisten sauer auf.

Gerade die Kommunikation hinsichtlich der Vor- und Nachteile technischer Lösungen sei in der Vergangenheit mehr als miserabel gewesen. Es sei gelogen und betrogen worden, falsche Gutachten habe es gegeben und den Versuch, der Bevölkerung Lösungen zu verkaufen, die scheinbar alle Probleme lösen. Dem sei, so Fahrenkrug, mit größter Skepsis zu begegnen. Ein Ziel der Initiative „ausgestrahlt” sei demnach, Gorleben vom Tisch zu bekommen.

Das Engagement gegen die Kernenergie ebbt nicht nur in Herzogenrath ab. Deutschlandweit, so der Experte, denken die Menschen, der Atomausstieg sei geschafft. Dem entgegen zu wirken und weiter für sichere Energie zu kämpfen - diese Aufgabe müsse bei den Initiativen im Land weiter oberste Priorität genießen.
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