Bürgerinitiative „Aufgebäumt“ macht ihrem Ärger Luft

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„Mein Freund der Baum ist tot...“: Die Bürgerinitiative „Aufgebäumt“ stellte aus Protest gegen das Fällen von Bäumen für die gefallenen Gehölze Holzkreuze auf. Foto: Wolfgang Sevenich
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Die koreanische Tanz- und Trommelkünstlerin Sung Hie trug eine schamanische Performance bei. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Mit einer öffentlichen Debatte nach dem geschichtlichen Muster der Volksversammlungen hat die Bürgerinitiative „Aufgebäumt“ am Soziokulturellen Zentrum Klösterchen auf das Fällen zwölf uralter Ahornbäume reagiert, deren Beseitigung seitens des Bauträgers vorher strikt ausgeschlossen wurde und über die auch weder die Herzogenrather Stadtverwaltung, noch jemand aus der Politik die Baumschützer vorab informierte, ließ die Initiative wissen.

Von Vertrauens- und Wortbruch auch seitens des Bürgermeisters Christoph von den Driesch war während der Aktion die Rede, und die Wut und das Entsetzen war bei Anwohnern und Nutzern des Klösterchens immer noch riesengroß.

Nach jedem Debattenbeitrag der Teilnehmer im Rahmen des öffentlichen Ratschlags machte die Tanzkünstlerin Bettina Lauber einen symbolischen Radschlag.

Schamanische Performance

Die koreanische Tanz- und Trommelkünstlerin Sung Hie trug eine schamanische Performance zur Veranstaltung bei. Als Zeichen der Trauer über die zwölf „gemeuchelten“ Bäume wurden Kreuze mit Fotos des ökologischen Desasters in den Boden unmittelbar am Bauzaun gerammt.

Neben dem Verlust an Lebensqualität durch das Fällen der Bäume ist auch das Vertrauen in die politische Kultur in Herzogenrath nach Meinung der Bürgerinitiative in seinen Grundfesten zerstört. Denn die Bäume, die nun vorsätzlich dem Profit geopfert wurden, sollten gemäß eines von über 800 Herzogenrathern mitunterzeichneten und bisher weder im Fachausschuss, noch gar im Stadtrat behandelten Bürgerantrag erhalten bleiben.

Wer nun ohne diese notwendige Debatte und entgegen dem Kommunalrecht den Auftrag zum Fällen gegeben hat, wird sich dem Betreiben der Bürgerinitiative nach demnächst rechtlich verantworten müssen, hieß es. Auch für die Erhaltung der noch verbliebenen sieben Ahornbäume wird „Aufgebäumt“ weiter kämpfen, weil man nach der gebrochenen Zusage auch hier keinem Versprechen mehr glaubt.

Bei Kommunalwahl antreten?

Die Malerin Linda Hennemann, die noch bis letzte Woche vor hatte, das Original ihres Baumbildes dem Bürgermeister für dessen Mühe beim Baumkompromiss zu schenken, zog dieses Vorhaben aus Wut und Frust über das „undurchsichtige Verhalten“ des Verwaltungschefs öffentlich zurück.

Auch Helga Berlin überbrachte solidarische Grüße ihrer Bürgerinitiative zum dauerhaften Schutz des Naturschutzgebietes Wurmtal und Broichbachtal. Man vereinbarte eine konzertierte Zusammenarbeit. Selbst die Gründung einer unabhängigen Bewegung, die zu den nächsten Kommunalwahlen in 2014 antritt, wird nun ins Kalkül gezogen.

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