Bürgerforum fragt die Generation 50plus

Von: ath
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Großes Interesse: Moderatorin Sonja Puchelski sammelt Anregungen, Wünsche und Beschwerden aus dem Plenum. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Jetzt geht es ans Eingemachte. Nach der Auftaktveranstaltung Ende letzten Jahres startete nun in Kohlscheid das erste Bürgerforum „Alter schafft Neues - Aktiv im Alter”.

Gut 40 Bürger und Bürgerinnen der Generation 50plus waren der Einladung der Stadt ins Bürgerhaus gefolgt, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie sie in Zukunft leben wollen. Um eine Arbeitsbasis zu haben, hatte das Koordinationsbüro „Rund ums Alter” im Vorfeld Fragebögen ausgeteilt.

Angebote oft nicht bekannt

„Wir wollten wie schon bei der Auftaktveranstaltung wissen, wie zufrieden die Älteren mit ihrem Stadtteil sind”, erläutert Annemarie Clermont-Karow, Bereichsleiterin Soziales.

In einem zweiten Teil hatten die Organisatoren abgefragt, wie bekannt die bereits bestehenden Angebote, wie das städtische Koordinationsbüro oder auch das Angebot der „Rose” (Roda-Senioren) ist. Das Ergebnis: niederschmetternd. „Das hat uns schon etwas erschreckt, dass so wenige etwas mit diesen Angeboten anfangen konnten”, so Clemont-Karow.

Weitere Infos angeboten

Dagegen unternahmen Mirjam Küpper vom Koordinationsbüro „Rund ums Alter” und Jakob Engels von den Roda-Senioren dann auch gleich an Ort und Stelle etwas. Beide stellten ihre Angebote kurz vor und warben darum, auf sie zuzukommen. Bei Bedarf werde die Stadt gerne zu einem ausführlichen Informationsnachmittag dazu einladen.

In der Zusammenfassung fühlen sich die Kohlscheider eigentlich wohl in ihrem Stadtteil. Eigentlich, denn in vielen kleinen und größeren Dingen gibt es noch Verbesserungsbedarf. So finden die meisten die Anbindung mit Bus und Bahn gut - bis auf die Abendstunden und die Wochenenden, dann liegt Kohlscheid am Ende der Welt.

„Wenn man zu einer Theaterveranstaltung oder einem Konzert nach Aachen oder Alsdorf will, möchte man ja auch mal das Auto stehen lassen können, aber das geht nicht, weil man nicht mehr zurück kommt”, brachte eine Dame es auf den Punkt. Das ist besonders ärgerlich, da es, nach Meinung der sich beteiligenden Senioren, wenig kulturelle Angebote in Kohlscheid gibt. Auch an Begegnungsstätten meldeten sie Bedarf an.

Moderiert von Sonja Puchelski vom Nell-Breuning-Haus, entwickelte sich daraus ein munterer Austausch, in dem die Senioren erst mal auch so richtig meckern und Wunschzettel schreiben durften. Sie nerven die Hundehaufen auf dem Bürgersteig der Südstraße- und, dass man da wegen der vielen Laternen mit keinem Rollstuhl durchkomme.

Das Geschäftsangebot in Kohlscheid könnte auch etwas besser sein, ebenso die Fahrradwege. Punkte, die das Team der Verwaltung aufnahm. „Wir werden uns um diese Dinge kümmern”, sicherte die zuständige Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann zu. Als fahrradfreundliche Stadt seien Radwege stets ein Thema, und auch bei der Barrierefreiheit arbeite man an einer sukzessiven Umsetzung. Das ginge natürlich nicht von jetzt auf gleich. Ein dickes Lob gab es aber auch: „Schön, dass das Bürgerbüro im TPH nun zweimal in der Woche geöffnet ist.”

Bei vielen anderen Dingen sollen (und wollen) die Senioren selbst aktiv werden. So sammelten sie im zweiten Teil der Veranstaltung im bereits von der Auftaktveranstaltung bekannten „Talentschuppen”, was sie anderen an Kompetenzen zur Verfügung stellen können bzw. wonach sie Bedarf haben. Das reichte vom Fahrdienst über die Einkaufshilfe bis Freizeitaktivitäten. Auch will man versuchen sich besser miteinander zu vernetzten, wozu die Veranstaltung bereits ein guter Anfang sei, wie viele fanden.

Im „Café Klatsch” schenkte Birgit Froese-Kindermann Getränke aus - und den Senioren ein offenes Ohr für ihre Ideen und Anregungen. Dazu gehörte zum Beispiel eine Kreativwerkstatt für Senioren, in der man schreinern, malen und werkeln könne oder ein ehrenamtlicher Reparaturservice.

Ein weiterer Wunsch, die Information über die verschiedenen Angebote für Senioren, vom günstigen Bus-Ticket bis zur Herzsportgruppe, noch besser zusammenzufassen. Birgit Froese-Kindermann freute vor allem, „dass ganz viele bereit sind, aktiv mitzuarbeiten”. So wünscht man sich bei der Stadt nun auch die beiden noch folgenden Foren in Merkstein und Herzogenrath-Mitte.

Hier gibt es die richtigen Kontakte

Rat und Tat zu allen Fragen, die Senioren auf der Seele brennen, bietet das städtische Koordinationsbüro „Rund ums Alter” im Rathaus, Zimmer 4.

Ansprechpartnerinnen sind Michaela Beck, 02406/83445, E-Mail michaela.beck@herzogenrath.de und Mirjam Küpper, 02406/83430, E-Mail mirjam.kuepper@herzogenrath.de

Die Ehrenamtlichen der Seniorenbörse „Rose” bieten ihre Dienste immer donnerstags von 10 bis 12 Uhr im Rathaus an und sind in dieser Zeit auch unter 02406/83446 zu erreichen sowie jederzeit per Mail: RodaSenioren@gmx.de
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