Bürgerantrag: Nicht noch mehr Parkplätze vernichten

Von: Karl Stüber
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Auch sie setzen sich für den Erhalt von Parkplätze an der Pfarrkirche St. Sebastian in Würselen ein: Josef Wirtz (l.) und Günter Dümont von der Interessengemeinschaft Kaiserstraße/Markt. Foto: Karl Stüber

Würselen. Bürgerantrag zum Vorplatz der Kirche St. Sebastian: Die Kritik an der Entscheidung des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses, die zum Parken genutzte Teerfläche an der Pfarrkirche St. Sebastian in eine Grünanlage umzuwandeln, nimmt weiter zu.

Nach der Arbeitsgemeinschaft Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie Würselen (Arge), der Pfarre St. Sebastian und einer Initiative rund um den Vorsitzenden der Senioren Union, Harald Gerling, die 1500 Unterschriften sammelte, hat sich jetzt die Interessengemeinschaft (IG) Kaiserstraße/Mitte zu Wort gemeldet.

Diese IG hat einen Bürgerantrag an den Stadtrat gerichtet. Anliegen ist, die Teerfläche vor der Kirche (alte Straßenfläche L 23) als Parkplatz und nicht als Grünfläche zu nutzen. Günter Dümont und Geschäftsmann Josef Wirtz knüpfen an die Absicht der Stadt an, die Umgestaltung der umstrittenen Fläche im Rahmen des „Integrierten Handlungskonzepts Innenstadt“ (IHK) kräftig bezuschussen zu lassen.

Der Antrag dazu muss aber erst noch ausformuliert und vom Stadtrat im Herbst beschlossen werden. Zudem ist nicht sicher, ob das Konzept im nächsten Jahr wirklich gefördert wird. So schlägt die IG Kaiserstraße/Markt vor, bis zur Entscheidung über das IHK das Areal weiterhin als Parkplatz zu nutzen und durch eine provisorische Markierung für eine übersichtliche Anordnung der Stellplätze zu sorgen. Die Erschließung soll über die vorhandene Zufahrt zur Straße „An St. Sebastian“ erfolgen. „Der Parkplatz soll umgehend gebührenpflichtig sein.“

Zudem soll der in Kritik stehende Beschluss des Umwelt- und Stadtentwicklungsausschusses aufgehoben werden. Anstelle dessen soll ein „Parkplatz mit 25 Stellplätzen in einem Grüngürtel“ im Rahmen des IHK beantragt werden. Auch für diese Variante sollen Parkgebühren erhoben werden.

Weiterhin will die IG, dass bei der Planung „die uneingeschränkte Möglichkeit der Nutzung des Platzes seitens der Pfarre für den traditionellen Weihnachtsmarktes“ berücksichtigt wird. Schließlich habe dieser Markt Würselen über die Städteregion hinaus bekannt gemacht und soll deshalb „größenmäßig weiter betrieben werden können“.

In ihrer „Bedürfnis-Abwägung“ kommt die Interessengemeinschaft zu dem Schluss, dass ein Parkplatz „eindeutig dringender gebraucht wird als eine Grünfläche. Aufenthaltsbereiche gebe es genug. Im Zuge der Änderungen der Verkehrsführung am Markt und des Umbaus der rund 900 Meter langen Straßen seien schon etliche Parkplätze weggefallen.

Dümont sagt, seinerzeit seien weit aus mehr Parkplätze entlang der Haupteinkaufsstraße beseitigt worden, als eigentlich zur Erhöhung der Lebensqualität im Zuge der Fördermaßnahme vorgegeben waren. „Grund dafür war, dass nicht der Bereich ruhende Verkehr, also Parkplätze, bezuschusst wurde, sondern die Bereiche für Fußgänger und den rollenden Verkehr.“

Damit, so Geschäftsmann Wirtz, war der Niedergang der Geschäftswelt an der Kaiserstraße eingeleitet. „Ein Geschäft ohne Parkplätze können Sie vergessen!“, verweist er auf die wachsende Zahl von Leerständen. Der Appell der IG vornehmlich an die Adresse von SPD und Grünen lautet: „Die getroffene politische Entscheidung geht somit an der Bürgerschaft total vorbei und ist daher zu revidieren! Auch im Eingestehen einer Fehlentscheidung liegt menschliche Stärke!“

Die IG geht davon aus, dass ihr Antrag im September von der Politik beraten wird.

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