Herzogenrath - Buchvorstellung: Hochinteressante Einblicke in die Historie

Buchvorstellung: Hochinteressante Einblicke in die Historie

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Bürgermeister Christoph von den Driesch (l.) erhielt von Prof. Dr. Heribert Offermanns das erste Exemplar, für den Verein Burg Rode nahm Dr. Tobias Dreßen (r.) ein weiteres Buch in Empfang. Co-Autor Theo Kutsch (kleines Bild) konnte an der Präsentation nicht teilnehmen. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Es hätte ein Abend in hellstem Dur werden können. Aber Maria, die Gattin des weithin bekannten Heimatforschers Theo Kutsch, war am Morgen der Vorstellung seines neuen Buches „Herzogenrath – ein Technologiestandort mit großer Tradition und Zukunftspotential“ gestorben.

So blieb es als traurige Pflicht Co-Autor Heribert Offermanns vorbehalten, die Gäste im Saal von Burg Rode um eine Trauerminute und um Verständnis für Kutschs Abwesenheit zu bitten. Offermanns‘ Aufgabe war es dann auch, die Zuhörer mit dem im Eupener Grenzecho-Verlag erschienenen Band und seinen Hintergründen bekannt zu machen. „Ich bin zwar in Herzogenrath-Thiergarten geboren, musste aber seit langem in der Ferne bleiben“, ordnete der im Rhein-Main-Gebiet lebende Manager und Erfinder seine Biografie ein.

Lokale Bezüge gibt es im Leben von Offermanns in der Tat nicht gerade wenige: Seine Vorfahren saßen im Kirchenvorstand von St. Gertrud, arbeiteten als Rechnungsführer auf Grube Adolf in Merkstein und fungierten als (letzter) Fürstabt von Rolduc – viel Eurode in einer Person.

Nicht minder facettenreich gestaltete der stolze Sohn der Rode-Stadt seine Ausführung über deren Wirtschafts- und Technikgeschichte. Deutschlands erste Brikettfabrik in Bahnhofsnähe, der Nivelsteiner Sand, aus dem das erste Universal-Waschmittel und damit die Firma Henkel entstand, das Unternehmen Schmetz, das mit Knöpfen sowie anderen Porzellan-Produkten begann und dessen Inhaber Ferdinand Bernhard Schmetz sich zudem dem Bau von Segelflugzeugen widmete – dieses und noch mehr ließ der Mit-Verfasser in vergleichsweise kurzer Zeit aus dem Nebel der Vergangenheit wieder auftauchen.

Den Ledergerber Katterbach vergaß Offermanns ebenso wenig wie die Entstehung des Technologie-Parks Herzogenrath (TPH) in Kohlscheid, „der die Wiege für viele bedeutende Unternehmen ist“. Ganz schlicht und deshalb ergreifend dann die Ehrbezeugung an die Adresse des anderen Verfassers: „Theo Kutsch jetzt zu loben hieße, Eulen auf die Burg zu tragen.“

Bürgermeister Christoph von den Driesch versagte Kutsch ebenfalls nicht seine Reverenz, dankte aber auch Heribert Offermanns für seinen „lebendigen und unglaublich interessanten Vortrag“.

Offen zeigte sich der Chef im Rathaus zudem für Randbemerkungen im Verlauf des Vortrags: „Die Kritik daran, wie Herzogenrath mit seiner Bergbau-Geschichte umgeht, ist berechtigt.“ Dem Buch selbst sicherte von den Driesch einen „staubfreien Platz im Stadtarchiv“ zu – und vollzog kurz danach den Schwenk in die aktuelle Politik: Im Verlauf dieser Woche fänden in der Pariser Konzernzentrale des Glasherstellers Saint-Gobain Gespräche des Bürgermeisters mit Top-Managern statt.

Erhofftes Ergebnis: eine noch stärkere Konzentration der Produktion am Standort Herzogenrath. Die Technologie-Historie von Herzogenrath wird also weitergeschrieben.

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