Buch zeigt Teenager von einer ungeahnten Seite

Von: Stefan Schaum
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Mund auf und raus damit: Über Lieblingsgegenstände und Gefühle sprechen die Teenager in Nadine Hellers Buch „5000 Tage”. Foto: N. Heller

Alsdorf. Es hat nicht lange gedauert, bis Nadine Heller die Kamera zur Seite gelegt und ihre ursprüngliche Idee, ein reines Fotobuch zu machen, verworfen hat. Teenager wollte die gebürtige Würselenerin besuchen, um sie in ihren Jugendzimmern abzulichten.

Dabei hat die in Köln lebende Mediengestalterin rasch gemerkt, „dass die richtig viel zu erzählen haben”. So ist ihr erstes Buch eines geworden, das gut 20 Heranwachsende in Wort und Bild porträtiert. Teils recht intim, meist sehr offen - und dabei überraschend normal.

Respekt vor Älteren

Wäre es ihr Ziel gewesen, mit Vorurteilen über Jugendliche aufzuräumen, dann hätte sie es locker erreicht. „Ich habe eine optimistische Generation kennengelernt, die konservative Werte wie Bildung, Familie und Respekt vor Älteren wertschätzt.” Doch diesen Ansatz hatte sie gar nicht verfolgt. Sie wollte die 14- bis 18-Jährigen einfach so darstellen, wie sie sind.

„5000 Tage” hat die 30-Jährige ihre Bachelor-Arbeit im Studiengang Kommunikationsdesign an der FH Aachen genannt, die nun in Buchform erscheint. 5000 Tage, weil ein Kind in etwa so lange auf der Welt ist, bis die Pubertät zuschlägt. Knatsch mit den Eltern, Probleme mit der Liebe, Freunden, Pickeln - und ständig das nagende Gefühl: Keiner mag mich! Über all das hat Nadine Heller auch mit Teenagern aus dem Nordkreis gesprochen - und viele Antworten bekommen.

Ein alter Bernsteinring ihrer Oma hatte sie auf die Idee zum roten Faden des Buches gebracht. „Dieser Ring bedeutet mir sehr viel. Es ist mein Lieblingsgegenstand, der mich oft zum Nachdenken und Träumen bringt”, sagt sie. Deshalb hat sie auch die Jugendlichen gebeten, sich mit ihrem Lieblingsgegenstand fotografieren zu lassen und darüber zu erzählen. Überraschung: Das Handy spielte in dem Zusammenhang keine Rolle.

„Ich habe eine Generation kennengelernt, die viel weniger materialistisch eingestellt ist, als mancher vielleicht denkt. Für sie zählen vor allem Freundschaften - und zwar nicht die virtuellen Bekanntschaften im Internet, sondern richtige.” Ob sie damit zu Beginn ihrer Arbeit gerechnet habe? Eigentlich nicht. „Es sind Porträts von jungen Menschen entstanden, die so nicht vorherzusehen waren.”
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