Brückenabriss legt große Verkehrsader lahm

Von: Stephan Mohne
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Am Wochenende geht gar nichts
Am Wochenende geht gar nichts mehr: Die Verlautenheidener Straße - auf Würselener Seite heißt sie Würselener Straße - wird komplett gesperrt, weil der Abriss der Autobahnbrücke ansteht. Foto: Michael Jaspers

Würselen/Aachen. In Haaren hat sich mancher gefragt, ob da eine großangelegte Schnitzeljagd für Fußgänger und Radfahrer rund um Haar- und Kaninsberg veranstaltet wird.

Dutzende gelb-schwarze Schilder sind dort an Kreuzungen und Wegen postiert worden. Die Art der Schilder ist den allermeisten Verkehrsteilnehmern allerdings unbekannt - weil man sie sehr selten sieht. Und das Wort Umleitung fehlt darauf.

Doch genau darum geht es. Und das mit der Schnitzeljagd ist insofern auch nicht ganz falsch. Folgt man den Hinweisen, kommt man auch als Fußgänger und Radfahrer doch noch dahin, wo man eigentlich hin wollte - wenn auch auf Umwegen. Denn eine wichtige Verbindungsachse wird am Wochenende komplett gekappt: die Landstraße 23, die auf Aachener Seite Verlautenheidener Straße und auf Würselener Seite Würselener Straße heißt.

Kiesbett als Schutz

Genau auf der Stadtgrenze steht eine Brücke. Sie ist der Grund, warum sich auf der Landstraße von Samstagabend, 20 Uhr, bis Montagmorgen, 5 Uhr, zumindest verkehrstechnisch gar nichts mehr tut - weder für Fußgänger und Radfahrer, noch für Autos oder auch Busse. Die bisherige Brücke wird nämlich am Wochenende abgerissen. Der Landesbetrieb Straßenbau hat bereits eine Behelfsbrücke aufgebaut, über die der Verkehr auf der viel befahrenen Autobahn 4 fließt. Die Hollandlinie überquert dort die Landstraße 23. Der Grund für den Abriss wiederum ist der Ausbau des Autobahnkreuzes Aachen und die Verbreiterung der A4 an dieser Stelle.

Damit die Trümmer möglichst sanft landen und nicht die Landstraße zerstören, wird zunächst ein Kiesbett von etwa einem halben Meter Dicke unter der Brücke aufgeschüttet. „Fallbett” nennt man so etwas, wie Michael Schläger von der Bauleitung des Landesbetriebs sagt. Nach dem Abriss werden dann noch Trümmer und Schutt abtransportiert, und die Fahrbahn wird wieder gesäubert. Schläger ist zuversichtlich, das bis Montagmorgen zu schaffen.

Grünphase wird verdoppelt

Autofahrer, die von Würselen kommen, werden am Kaninsberg abgeleitet. Autofahrer, die von Stolberg kommen, werden in Verlautenheide Richtung Haaren umgeleitet. Doch das birgt ein Problem: die Ampel an der Ecke Haarener Gracht/Alt-Haarener-Straße. Sie ist normalerweise mit einer ziemlich kurzen Grünphase von nur zehn Sekunden ausgestattet. Was bisweilen für längere Wartezeiten sorgt - auch ohne Umleitungsverkehr.

Die Stadt hat allerdings hier vorgesorgt, wie Axel Costard vom Presseamt erläutert. Die Grünphase dort wird auf 22 Sekunden pro Takt mehr als verdoppelt. Das gilt für den Sonntag. Samstagsabends ist die Anlage ohnehin ausgeschaltet. Die Umstellung hat laut Costard einigen Aufwand erfordert. Diese Anlage ist nämlich nicht an den Ampel-Leitrechner der Stadt angeschlossen. So musste eigens ein Techniker anrücken, um die neue Taktung zu programmieren.

Bleibt die Frage, ob der Umleitungsschilderwald für Fußgänger und Radfahrer angemessen ist. Das bejaht Michael Schläger. Auf der Landstraße 23 gebe es nämlich einen überraschend regen Radverkehr. Und den muss man ebenso umleiten wie die Autos. Nur die Strecken sind etwas andere.
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