Herzogenrath - Broicher Bach und das Hochwasserrückhaltebecken: Nabu hat Bedenken

Broicher Bach und das Hochwasserrückhaltebecken: Nabu hat Bedenken

Von: kf
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Sind mit der Umgestaltung des Hochwasserrückhaltebeckens und der Umgebung nicht einverstanden: (v.l.) Eike Lange, Hans Raida, Günter Venohr, Karl Gluth und Bernd Almstädt vom Naturschutzbund Aachen-Land. Foto: Katrin Fuhrmann

Herzogenrath. Das Hochwasserrückhaltebecken in Herzogenrath soll umgestaltet und der Broicher Bach am dort gelegenen Becken vorbei geführt werden.

Diese Maßnahmen sind erforderlich, weil die Hochwassersicherheit nach Möglichkeit auf ein 100-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt werden soll. Alle paar Jahre muss nachjustiert werden, damit das Gebiet rund um den Herzogenrather Weiher erhalten und vor allem die Stadt Herzogenrath vor Hochwasser geschützt bleibt.

Ökologie optimieren

Im Zuge dieser Modifizierung, will der Wasserverband Eifel-Rur die Ökologie optimieren. Heißt konkret: Unter anderem müssten die Brutflöße der vielen Vögel verschwinden, denn die Ausscheidungen der Tiere verschlechtern laut Wasserverband die Qualität des Wassers. Ebenso müsste der Fischbestand angepasst werden.

Der Nabu Aachen-Land hat große Bedenken, was diese Umstrukturierung des Gebiets betrifft. Viele Vögel, darunter zum Beispiel die Schnatterente, der Eisvogel, die Nilgänse, aber auch Nagetiere wie die Nutrias oder Bisamratten, leben an oder in der Nähe des Beckens/des Weihers beziehungsweise überwintern dort.

Weil ständig Wasser in die Becken fließt, frieren diese im Winter nicht zu. Das ist für die Tiere laut Nabu optimal. Sie finden während des ganzen Winters genügend Nahrung und Wasser. Der Weiher in Herzogenrath ist laut Nabu der einzige See in der Region, der diese Möglichkeit bietet. Der Blausteinsee in Eschweiler zum Beispiel hätte zwar ähnliche Bedingungen, er friere aber im Winter zum Teil zu.

Wenn die Optimierung so vollzogen wird wie angedacht und der Bach am dort gelegenen Becken vorbeigeführt wird, hätte das zur Folge, dass der Weiher im Winter ebenfalls zufriert, meint der Nabu. Denn: Das fließende Wasser würde nicht mehr einströmen. Es wäre also keine Bewegung mehr im Wasser.

Viele Vögel, wie etwa die Stockenten, müssten sich dann einen anderen Platz für die Überwinterrung suchen. Laut Nabu gibt es aber kaum Ausweichmöglichkeiten. Einige Vögel brüten am See, auch das wäre in Zukunft dann nicht mehr möglich.

Der Nabu kritisiert auch die Forderung des Wasserverbands, man müsse die Brutflöße entfernen, um eine bessere Wasserqualität zu gewährleisten. „Das ist völliger Quatsch. Die Gänse sind nicht das Problem. Die Stoffe, die begünstigen, dass der See beispielsweise stinkt, werden durch andere Schwemmstoffe in das Wasser getragen. Starkregen und der Dreck der Straßen, die in den See fließen, sind ein viel größeres Problem“, sagt Karl Gluth.

Die meisten Vögel würden auch nicht direkt am Weiher brüten, wie der Wasserverband es annimmt, sondern etwas versteckt im Gebüsch. „Da sind die Vögel auch besser geschützt“, sagt Gluth. Zudem hätten die Flöße Bestandsschutz. Sie seien damals als Ausgleich für den Eingriff an den Rückhaltebecken installiert worden. Der Nabu appelliert an den Wasserverband, die Optimierung noch einmal zu überdenken. Es könne nicht sein, dass das zu Lasten der Natur und der Tiere passiert.

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