Briefmarken: Mit einem Inserat fängt die Sammelleidenschaft an

Von: fs
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Briefmarkensammlung: Ehrenmitglied Waldemar Wölk (l.) gehört dem Verein seit 60 Jahren an. Zum Jubiläum gratulierte der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein ihm und dem 2. Vorsitzenden Joachim Grimser (r.). Foto: W. Sevenich
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Poststempel aus dem Jahre 1964. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Es war an einem trüben Dezembertag im Jahr 1946. Der II. Weltkrieg war schon eine Weile zu Ende. Die Menschen machten sich jedoch Sorgen um ihren Alltag. Wohnungen und Verpflegung waren knapp und die damals gültige „Reichsmark“ war nur auf dem Papier etwas wert. Obwohl es diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten gab, gründeten die Bürger der Stadt Herzogenrath zu dieser Zeit viele Vereine. So auch Briefmarkensammler aus dem hiesigen Bereich, die man im Nachhinein „Philatelisten“ nannte.

Ein Inserat in der Zeitung ließ diese Hobbyisten aufhorchen: Auf der Suche nach Interessenten kamen am 15. Dezember 1946 acht Bürger in das Hotel „Zum Bahnhof“ in der Merksteiner Straße (heute Bicherouxstraße), das damals von Peter Koerfer und seiner Frau geführt wurde.

Diese Suche hatte mit acht Interessenten nicht nur auf Anhieb einen personellen Erfolg. Um die Geschichte des Briefmarkensammlerverein wach zu halten, hier die Namen der Gründer: Rudolf Bleilefens, Josef Freinberger, Rudolf Hertel, Walter Laubert, Hermann Liesens, Heinrich Neujahr, Alfred Richter und Franz Trischnigg.

Alfred Richter wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, da unter den Gründungsmitgliedern auch einige Freunde aus der Gemeinde Merkstein waren, nannte man den Verein „Briefmarkensammlerverein Herzogenrath-Merkstein“. Heute, unter der Bezeichnung „Briefmarkensammlerverein Herzogenrath“, wurde das 70-jährige Bestehen gefeiert. Dazu hatte der Vorstand mit dem 2. Vorsitzenden Joachim Grimser ins Vereinslokal Gaststätte Ley zu einem geselligen Abend eingeladen, dieser ließ dann die Geschichte ein wenig Revue passieren.

Zu erkennen ist, dass der Verein in den Anfangsjahren großen Zuspruch zu verzeichnen hatte und die Zahl der Mitglieder ständig zunahm. Dann kam mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 allerdings ein herber Rückschlag. Von den nahezu 100 Mitgliedern blieben dem BSV nur 16 treu. Das hieß für den Vorstand, neue Aufbauarbeit zu leisten.

Bis zum Jahre 1980 blieb die Mitgliederzahl mit 116 Personen konstant. Heute sind es nur noch 29 Mitglieder.

Wenn es in Herzogenrath große Festlichkeiten gab, die Briefmarkenfreunde waren stets zur Stelle. Entweder mit einem Sonderstempel, einem Sonderpostamt, mit Sonderbriefumschlägen oder kunstvollen Sonderblättern.

Auch hier gehen die Gedanken zurück an das Heimatfest „Moses Wiederkehr“ im September 1962, an eine Israel-Ausstellung im Jahre 1964, an das 725-jährige Bestehen der St. Sebastiani-Armbrust-Schützengesellschaft Anno 1250, die Ausstellung „Herzobria“ 1977, an die 700-Jahrfeier der Stadt Herzogenrath.

Heute ist es leider schwer, neue Mitglieder für dieses Hobby zu begeistern.

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