„Bontes N8schicht“: Coverbands im Cinetower Alsdorf

Von: Stefan Reiners
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Unterhaltung pur: Die Bands trumpften im Cinetower mit gekonnten Showeinlagen auf. Foto: Stefan Reiners
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Zum vierten Mal zu „Bontes N8schicht“. Foto: Stefan Reiners

Alsdorf. Es ist wieder eine Nachtschicht der besonderen Art gewesen, als im Cinetower in Alsdorf – genauer gesagt im O-Club – zum vierten Mal zu „Bontes N8schicht“ geladen wurde. Auf dem Programm stand ein dickes Paket an Akustik-Covern mit gleich zwei Bands aus Aachen und Osnabrück.

Wie es sich für eine Nachtschicht gehört, ging es zwar etwas später los, dafür dauerte der Abend aber deutlich länger als gewöhnlich. Die ersten Livetöne erklangen gegen halb zehn und stammten von Sympathy for Bob, einer vierköpfigen Formation aus der Region. Eva Feldmann und Michael Satorius, der auch Gitarre spielte, sorgten mit verschiedenen Musikstilen und Sprachen für abwechslungsreichen Gesang.

Daneben stand Nick Josten am Kontrabass, der eindrucksvoll bewies, warum sein Instrument auch „Schlagbass“ genannt wird. Sein dynamisches Spiel lieferte nicht nur fette, tiefe Töne, sondern auch reichlich rhythmische Unterstützung für seinen Kollegen Patrick Fest an der Cajón, diesem „Schlagzeug fürs Handgepäck“, das aussieht, wie eine normale Kiste, aber tüchtig Beat liefern kann, wenn es richtig gespielt wird. Beides war bei „Bontes N8schicht“ der Fall, so dass Sympathy for Bob die oft etwas undankbare Aufgabe des Openers für den Headliner mit Bravour bestand. Am Ende gab es sogar noch ein Wunschkonzert mit drei Zugaben.

Nach kurzer Umbaupause standen dann die vier Jungs von Caught Indie Act ( CIA) gegen halb zwölf auf der Bühne. Auf den verteilten Flyern las man Namen wie The Killers, Kings of Leon, Mando Diao, Jet, White Stripes, Kaiser Chiefs und viele andere. So manch einer mag sich gefragt haben, wie man diese gitarrenlastige Rockmusik ganz ohne Verzerrer und mit einer einzigen Snare Drum, einer Hi-hat, einem Becken, einer Kuhglocke und einem weißen Hartschalenkoffer als Bassdrum ernsthaft umsetzen wollte.

Diese Zweifel räumten Christian Plinke (Gitarre/Gesang), Jonathan Fest (Leadgitarre), Andreas Bach (Bass/Trompete) und Fabian Wege (Schlagwerk) jedoch schnell aus. Die Musik trieb, die Musik drückte und da fehlte rein gar nichts, um den Saal auf links zu drehen. Ein mitreißender Beat, satte Akkorde und eine wirklich erstaunliche Stimme von Frontmann Christian Plinke machten es schwer, dem allgemeinen Tanzdruck zu widerstehen. Mal verschlug es den Sänger in schwindelerregende Höhen, nur um im direkten Anschluss die Reibeisenstimme Dave Grohls (Foo Fighters) erklingen zu lassen. Ohne Atempause jagte ein Hit den Nächsten.

Überraschende Showeinlagen

Dazu gab es gekonnte Showeinlagen der Musiker – zum Beispiel als Bassist Andreas Bach zur Trompete griff und „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller intonierte. Auch Jonathan Fest überraschte, als er stilecht rappte und statt der Gitarre die Melodica benutzte, um den Hit „Insomnia“ anzustimmen.

Drummer Fabian Wege hatte seinen großen Moment, als er – nach nur drei Wochen Üben, wie beteuert wurde – ebenfalls zur Gitarre griff und ein waschechtes Solo spielte. Die Anzahl der Töne legte nahe, dass es tatsächlich nur drei Wochen Vorbereitung waren, aber Fabian Wege tat es in bester Jimi-Hendrix-Manier am Ende sogar hinter dem Rücken.

All diese Effekte und Einlagen rundeten den Auftritt der Band aber eigentlich nur noch ab. Mehr als der sichtlichen Spielfreude und dem unbestrittenen Können der vier Osnabrücker Jungs hätte es keinesfalls bedurft, um die Fans dann um kurz nach zwei so begeistert in die (noch nicht beendete) Nacht zu entlassen, wie es bei Bontes vierter „8schicht“ in Alsdorf der Fall war.

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