Blick über die Grenze richten

Von: ak
Letzte Aktualisierung:
cortjaens2sp
Reich illustriertes Nachschlagewerk: Dr. Wolfgang Corjaens arbeitet bereits an einer neuen Publikation. Foto: Anja Klingbeil

Nordkreis. Die Euregio hat viele Facetten. Doch was genau ist eigentlich die Euregio? Was macht dieses Gebilde aus? Und wie fügen sich die vier Städte des Nordkreises, Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath und Würselen, in dieses Gebilde ein? „Euregio - dieses Schlagwort hört man ja immer wieder. Aber woher die gemeinsame Identität dieser Region kommt, weiß eigentlich niemand so genau”, sagt Dr. Wolfgang Cortjaens.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Jan De Maeyer und Tom Verschaffel hat sich der Herzogenrather Kunsthistoriker auf Spurensuche begeben. Dabei herausgekommen ist der reich bebilderte Sammelband „Historismus und kulturelle Identität im Raum Rhein-Maas”.

Dieser unternimmt erstmals den Versuch, den Raum Rhein-Maas in seiner kulturellen und konfessionellen Besonderheit aus der Perspektive des 19. Jahrhunderts zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg zu umschreiben. Die vom katholischen Glauben dominierte kulturelle Identität dieses europäischen Kerngebietes steht im Mittelpunkt der insgesamt 17 Beiträge.

Dreieinhalb Jahre hat die Arbeit an dem 432 Seiten starken Buch mit insgesamt 240 Illustrationen gedauert. „Es war eine schwere Geburt”, erzählt Corjaens, „denn wir mussten eine große Zeitspanne abdecken. Und viele der Fragestellungen, die das Buch aufwirft, verweisen in die Moderne.”

Die enge Partnerschaft zwischen Herzogenrath und Kerkrade, die heute unter dem Überbegriff „Eurode” zusammengefasst wird etwa, auch sie findet ihren Ursprung in der damaligen Zeit. „Bezüge gibt es etwa im Kirchenbau. Die Pfarrkirche St. Katharina in Kohlscheid hat ihr Pendant mit ihrem barocken Innenraum mit der St.-Lambertus-Kirche in Kerkrade”, erzählt Cortjaens. Vorgestellt wird aber auch eine der frühesten Kirchenbauten der Region: St. Maria Himmelfahrt in Herzogenrath.

Dr. Wolfgang Cortjaens lebt in Merkstein und arbeitet als freier Mitarbeiter für die Universität Leuven in Belgien. Das Buch sei aber keineswegs nur für Wissenschaftler geschrieben. „Es soll auch den kunsthistorisch Interessierten ansprechen. Die Leser werden viel Neues erfahren”, verspricht Corjaens. „Und”, so hofft er, „vielleicht trägt der Sammelband auch dazu bei, dass die Menschen bewusster durch ihre Heimatorte gehen und auch einmal über die Grenze schauen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert