Blick ins Panoptikum des Reisens

Von: mabie
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Passend zur Ferienzeit: Anka Zink wusste mit ihrem „Leben in vollen Zügen“ in der Burg Baesweiler zu begeistern. Foto: Markus Bienwald

Baesweiler. Spätestens, als Anka Zink auf der Bühne der Burg Baesweiler ihre formvollendete Choreographie dazu ablieferte, wie Geschäftsleute am Flughafen routiniert den Sicherheitscheck überstehen, hatte sie die Gäste und die Lacher auf ihrer Seite.

Aber auch sonst zeigte die Vollblut-Bühnenfrau in ihrem Programm „Leben in vollen Zügen“, was ihre ganz spezielle Sicht auf die Dinge so ausmacht.

Die Bonnerin, die schon einmal liebevoll als „Rheinischer Satansbraten“ tituliert wurde, beschrieb in ihrer fein beobachtenden und dennoch manchmal deftig ausgedrückten Art, was es ausmacht, unterwegs zu sein. „Endlich wollen alle nur ankommen“, ist sie überzeugt, und so wagte sie den Blick ins Panoptikum des Reisens, so wie sie es erlebt. Dabei lüftete sie bislang gänzlich unbekannte Phänomene wie das der Wartemarke bei den „Lebendmitarbeitern“ im Ticketverkauf der Deutschen Bahn. So weigerte deren Mitarbeiterin sich hartnäckig, freundlich zu sein, oder überhaupt zu bedienen, wenn nicht das vom blassbeigen Röllchen abgerissene Kärtchen bereitliegt. „Das ist aber der Arbeitsnachweis für die Lebendmitarbeiter“, stellte Anka Zink fest, „wenn ich das früher gewusst hätte, ich hätte der nen neuen Kollegen und zwei freie Tage herausgeholt.“

Dass Warten zum Reisen dazugehört, verschwieg sie auch nicht, sah die Wartezeit aber als investierte Hoffnung in eine bessere Zeit danach an. Reisen ohne Tasche geht auch nicht, vor allem für Frauen, wie Anka Zink eindrucksvoll belegte. „Kennste das, wenn Frauen bis zur Hüfte in der eigenen Handtasche stehen?“, fragte sie lachend. Aber das müsse ja schließlich sein, zum einen, weil in der Tasche alles drin sei, was dort einmal gelandet ist und zweitens, weil eine Handtasche, für die „frau“ vorher den Bausparvertrag aufgelöst hat, nicht so einfach aus der Hand gegeben wird.

In einem zügigen Parforceritt klärte sie das begeisterte Publikum, in dem sich auch einige schlapp gelachte Männer fanden, schließlich auch noch darüber auf, welche Art der Reise es gibt. Erledigungsreise, Bildungsreise und Entspannungsreise waren ihre Kategorien und bei letzterer sollte „frau“, sofern sie ein wenig Vergnügen wünscht, immer mit einer Begleitperson verreisen, die etwas schlechter aussieht als sie selbst. „Darum nehme ich auch so gerne meine Schwester mit in den Urlaub“, schloss sie ihre ganz persönliche Vergnügungsreise zum „all inclusive“.

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