Bleibt der Internet-Ausbau ein Flickenteppich?

Von: Stefan Schaum
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Fragen und Antworten rund ums Internet: Beim dem von Fritz Rötting (IHK Aachen, Mitte) moderierten Abend sprachen Reinhard Winter (Unity NRW GmbH), Marco Westenberg (Deutsche Glasfaser), Andreas Schneider (NetAachen Gmbh) ITS-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling, Daniel Koch (Bürgerinitiative Pro Glasfaser) und Bürgermeister Dr. Willi Linkens Foto: ITS

Baesweiler. Während in Floverich und Loverich im Zuge des Glasfaser-Ausbaus die ersten Hausanschlüsse bereits fertiggestellt sind, bleibt in Baesweiler abseits der Dörfer die Frage des schnelleren Internets offen.

Wie sich die Stadt mit Datenleitungen fit für die Zukunft machen kann, war jüngst Thema eines Bürgerforums im Internationalen Technologie- und Servicecenter.

Die Resonanz sprach für den Bedarf. Mehr als 80 Zuhörer waren gekommen, um sich über Ausbaumöglichkeiten zu informieren. Eigentlich hätte dazu auch ein Vertreter der Deutschen Telekom etwas sagen sollen. Doch kurz vor der Veranstaltung kam die Absage. Dass seitens des Unternehmens niemand teilnehmen konnte – oder wollte – bedauerte ITS-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling sehr. Für ihn ein ebenso enttäuschendes wie klares Signal: Aus den lange verfolgten Plänen, dass die Telekom zumindest einen großen Teil des „Restausbaus“ in Baesweiler übernimmt, wird wohl nichts.

Die Anzeichen dafür hatten sich gehäuft. Noch im vergangenen Sommer hatte die Telekom deutliche Bereitschaft signalisiert – und war ihrerseits auf die Stadt zugegangen. Ein so genannter Vectoring-Breitbandausbau, bei dem Glasfaserkabel zwischen einzelnen Verknüpfungspunkten und Kupferkabel für die Hausanschlüsse verlegt werden, hätte in Baesweiler stattfinden sollen. Dazu wollte die Telekom im vergangenen Jahr einen „Realisierungscheck“ für Baesweiler starten. Pfeifferling: „Damals hieß es, dass man dann 2015 schon mit einem Ausbau loslegen könne.“

Doch der Realisierungscheck verzögerte sich – und fand letztlich gar nicht statt. Im vergangenen März hakte die Stadt wiederholt nach. Auskunft der Telekom: Man strukturiere derzeit um und baue vor allem in Norddeutschland aus. Allerdings stehe Baesweiler nach wie vor auf der Liste...

Ein zähes Ringen

Nach der jüngsten Absage sei jedoch klar: da wird nichts draus! Andere Interessenten gibt es, wenngleich nicht für das Gesamtpaket. Wie sich abzeichnet, wird Baesweilers Anbindung eher häppchenweise vonstatten gehen. So ist die NetAachen GmbH zugange, Teile des Gewerbegebietes mit Glasfasern zu versorgen. Die Unitymedia NRW GmbH hat Interesse daran, Leitungen in Baesweiler, Setterich und Oidtweiler zumindest straßenzugweise zu erneuern.

Auch das Unternehmen Deutsche Glasfaser – das derzeit Loverich-Floverich, Puffendorf und Beggendorf anbindet – ist nicht abgeneigt. Aber nicht heute und morgen. Wie Marco Westenberg von der Deutschen Glasfaser skizzierte, müssten für Baesweiler erst noch Termine gefunden werden. Und dann gilt es auch dort, wie in den Dörfern eine Quote zu erreichen. Mindestens 40 Prozent der Haushalte müssen sich vertraglich vor Beginn des Ausbaus binden.

Diese Quote zu erreichen war schon in den Dörfern ein zähes Ringen, um das sich eine Bürgerinitiative bemüht hatte, die beim Bürgerforum von Daniel Koch vertreten wurde. In den Zentren dürfte es noch schwerer sein. Pfeifferling: „Die Internetgeschwindigkeit ist derzeit an einigen Stellen vergleichsweise hoch, da denken weniger über einen Wechsel ihrer Leitung nach.“

Karten auf den Tisch legen

Insgesamt will man Tempo ins Thema bringen, unterstrich Dirk Pfeifferling. „Dieser Abend dient auch dazu, dass alle Unternehmen mal ihre Karten auf den Tisch legen.“ Und vielleicht ja doch einen raschen Ausbau erwägen, bevor ein Mitbewerber ihnen einen Teil der Leitungen wegschnappt?

Zweites Thema des Abends war der so genannte Freifunk – ein öffentlich zugängliches WLAN-Netz. Informationen dazu gab Felix Bosseler von „Freifunk Aachen“. Wenn sich genug Interessenten finden, die sich bei Freifunk Aachen einen speziellen Router kaufen – für zwischen 16 und 60 Euro – und einen Teil ihrer privaten Datenleitung „abzweigen“, könnten sich beispielsweise im Zentrum Zugangspunkte auftun.

Auch einige Händler und Gastronomen könnten Teil des Netzwerks werden, dass wiederum den Standort für Kunden und Besucher attraktiver machen kann. Die Umsetzung ist hier keine Hexerei – und kann schrittweise geschehen. Je mehr Bürger sich in das Freifunknetz einbinden, desto umfassender und größer wird das Volumen der Datenleitung.

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