„Blackout”: Aus heimelig wird unheimlich

Von: mas
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Das ist gar nicht so unrealist
Das ist gar nicht so unrealistisch: Autor Marc Elsberg(r.) war auf Einladung von Chefbibliothekarin Elke Tetz nach BAesweiler gekommen, um aus seinem Buch „Blackout” vorzulesen. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Als „einen sehr ungewöhnlichen Thriller”, kündigte Baesweilers Chefbibliothekarin Elke Tetz den Roman „Blackout” von Marc Elsberg an. Wie ungewöhnlich - und vor allem welche hohen Grade an Beklemmung auslösend - stellte sich wenig später heraus.

Eigentlich war es ganz heimelig zur Lesung in der Alten Scheune der Burg Baesweiler. Bis Marc Elsberg sein Buch aufschlug, und tatsächlich das Licht ausgehen ließ. Um mittendrin im zentralen Thema zu sein. Der Autor aus Wien hatte ein Szenario beschrieben, das gar nicht einmal so unreal scheint und tatsächlich denkbar ist: Ganz Europa wird von einem Stromausfall heimgesucht. Das allein wäre wohl nicht das Problem - wenn dieser Stromausfall sich nicht über Tage hinwegziehen würde.

Und so schildert der auch in Hamburg lebende Autor, der mit seinem Buch in die Chartlisten des Landes schoss, zunächst von einer „charmanten Situation”, die noch bei einem Glas Wein als Lappalie, als kurzzeitiges Problem angesehen wird. Doch dann baut sich Kapitel um Kapital eine Situation auf, die irgendwann den totalen „Blackout” findet.

Flächendeckend bleiben europaweit an einem kalten Februarabend Straßenbahnen stehen, Schulen und Behörden schließen, es gibt keine Fernsehsendungen, keine Radioübertragungen, ein Verkehrschaos setzt ein, die Krankenversorgung bricht zusammen, es gibt keinen Treibstoff mehr, denn die Pumpen können nicht mehr betrieben werden.

Marc Elsberg beschreibt die anfänglich noch überschaubare Entwicklung an der Situation des italienischen Informatikers Piero Manzano, der in einen Straßenverkehrs-Unfall verwickelt ist.

Dann wechselt der Marc Elsberg, setzt sich mitten in die Arbeit der Krisenstäbe, baut weitere Schicksale an vier schwedischen Frauen auf, die verzweifelt nach Benzin suchen.

Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff, schafft es aber nicht, zu den Behörden durchzudringen. Ein ebenso gnadenloser wie raffinierter krimineller Gegner hat Europa ins Dunkel geschickt.

90 Minuten liest Marc Hellberg. An den sich anschließenden Fragen läßt sich heraushören, der Autor hat keine unreale Vision entwickelt.

Das Thema des Buches, über das Marc Elsberg auch mit deutschen Behörden und dem Krisenstab diskutierte, hat ein mulmiges Gefühl hinterlassen.

Die Anzahl der Signaturen gab aber auch Rückschlüsse, dass der Autor viele neue Freunde in Baesweiler gefunden hat.
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