Bistrorant in der Burg Baesweiler: Zuversicht trotz der Insolvenz

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
8037597.jpg
Die Gastronomie gehört zur Burg: Trotz Insolvenz soll der Betrieb im Bistrorant „Löwenherz“ wie bisher weitergehen. Foto: Laura Beemelmanns

Baesweiler. Alles soll weiterlaufen. Der normale Betrieb im Bistrorant „Löwenherz“, ebenso die Hochzeitsgesellschaften, Kulturveranstaltungen, Familienfeiern. Ganz normal eben, wie geplant. Trotz eines Insolvenzverfahrens. Willi Köhnen, Inhaber des Bistrorants „Löwenherz“, macht kein Geheimnis daraus, dass sich der gastronomische Betrieb in der Burg Baesweiler derzeit in finanzieller Schieflage befindet.

Doch sei das eher eine Altlast, die er jetzt beseitigen wolle. Den Schritt ins Insolvenzverfahren nennt er deshalb auch „eine Flucht nach vorn“.

Im März 2006 hatte Köhnen den Betrieb gestartet, damals als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und gemeinsam mit einem Partner. Doch der Kompagnon stieg bereits 2008 wieder aus. „Damals musste ich ihn entschulden, damit ich überhaupt weitermachen konnte“, erinnert sich Köhnen.

Diese Umschichtung von Geldern, die Rückzahlung des Existenzgründerdarlehens, die Zinsen – das habe ihm in den Folgejahren zu schaffen gemacht. Und so seien eben nicht Mängel im laufenden Betrieb die Ursache für das seit dem 1. Juni offizielle Insolvenzverfahren, sondern Fehler in der Startphase. In den kommenden Monaten haben zahlreiche Gesellschaften bei ihm reserviert, „und die werden auch alle bewirtet. Das Verfahren ist für mich sicher keine angenehme Sache, aber ich bin auch keiner, der den Kopf in den Sand steckt.“ Gezielt wolle er jetzt das Signal senden: es geht weiter.

Personal soll nicht bangen

Auch das Personal – zwei Festangestellte und ein Pool von rund 15 freien Mitarbeitern – müsse nicht um seine Jobs bangen. Im Gegenteil: Aktuell erst habe er eine weitere Stelle ausgeschrieben, auch zur Unterstützung der „Public Viewing“-Abende in der Burg, die gut angenommen werden. „Das laufende Geschäft ist insgesamt zufriedenstellend“, sagt Köhnen, auch sein Insolvenzverwalter habe ihm daher eine „positive Fortführungsprognose“ gegeben.

Dieser Verwalter ist Rechtsanwalt Dr. Claus-Peter Kruth aus Aachen. Im Detail mochte er am Freitag zwar nicht viel zum Verfahren sagen, doch blickt er ebenfalls nach vorn: „Das Bistrorant wird jetzt in vollen Zügen fortgeführt. Eine Sanierung ist angestrebt.“

Partner der Kultur

Darauf setzt man auch im Rathaus, denn die Burg hat sich „zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt entwickelt“, sagt Kulturamtsleiter Wolfgang Ohler. Die „Kultur nach 8“, Lesungen der Stadtbücherei – alles in allem allein gut 25 städtische Veranstaltungen gibt es pro Jahr in der Burg. „Wir sind sehr daran interessiert, dass auch die Gastronomie als ergänzendes Angebot funktioniert.“ Er ist guter Dinge, dass sie das weiterhin wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert