Herzogenrath - Birgit König und Bernhard Zimmer: Doppelausstellung in Artco-Galerie

Birgit König und Bernhard Zimmer: Doppelausstellung in Artco-Galerie

Von: Nina Krüsmann
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„Köpfe”: Bernhard Zimmer und Birgit König vor einem Werk des Kölner Künstlers. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Für die erste Ausstellung 2010 hat sich die Artco-Galerie im Bockreiterzentrum etwas einfallen lassen: Eine Doppelausstellung zeigt 43 Werke von Birgit König und Bernhard Zimmer. „Diese beiden Positionen haben nur eines gemeinsam, es handelt sich um abstrakte Malerei”, sagt Galerist Joachim Melchers.

„Auf den ersten Blick erscheinen beide Richtungen verwandt, aber sie zeigen, was Malerei zu leisten vermag und wie unterschiedlich das auf den ersten Blick Ähnliche sein kann”, brachte es die Aachener Kunsthistorikerin Helga Scholl in ihrer Einführung auf den Punkt. Zimmers Gemälde seien wie „ungemalte Bilder”, Königs Werke hingegen wie „gemalte Bilder”.

Bernhard Zimmer spielt in seinen großformatigen Arbeiten mit Übermalungen und kontrastierenden Farben. Vom Ausgang des Malprozesses lässt er sich überraschen. „Bei mir ist im positiven Sinn viel Zufall im Spiel, ich lasse meine Bilder malen”, bekennt der 1957 in Stuttgart geborene Kölner. Jedes Bild ist einzigartig. Zimmer zitiert sich nicht, schafft beständig Neues, am Wiedererkennungseffekt liegt ihm nicht.

Inseln von Farbe erzeugen Räume, laufen über oder brechen aus. Mal erscheint die Oberfläche rissig, mal erkennt man Wolkenformationen. Das Ergebnis ist nicht vorherbestimmt. „Ein alles beherrschendes Driften führt hier den Pinsel - das heißt, das sogenannte Zufällige als wesentlich anzuerkennen. Das Zufällige ist das uns Zufallende”, erklärt der Künstler. Einzig geplant sind die mit Schablonen eingesetzten Buchstaben, die sich zu Worten nicht immer bewussten Sinns zusammensetzen.

In unendlichen Variationen komponiert die Aachener Künstlerin Birgit König Rasterstrukturen. „Manchmal verschwimmen sie zu abstrahierten architektonischen Gebilden, ein anderes Mal erscheinen sie wie stoffliche Strukturen”, erklärt Helga Scholl. „Schichten” lautet das Motto.

Allen Werken gemein ist die farblich überlegt komponierte, faszinierende Räumlichkeit. „Allein aus Farbwerten ist der malerische Illusionsraum gebaut”, erklärt Scholl. Farben und sich kreuzende Strukturen scheinen die Bildfläche Schicht für Schicht nach eigenen Gesetzen zu ordnen und definieren die Komposition.

„Im weit gespannten Spektrum der Primärfarben eröffnet sie auf der Leinwand imaginäre Räume, die stets das gleiche Motiv variieren: Raster, Gitter und Gerüste aus vibrierenden, senkrechten und waagrechten Streifen und Streben”, umschreibt die Expertin. 1957 in Trier geboren, lebt König seit 1993 als freischaffende Malerin in Aachen: „Kunst ist für mich so notwendig wie Essen und Trinken.”

Weitere Informationen:

Die Doppelausstellung am Ferdinand-Schmetz-Platz 2 ist bis 12. Februar dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Informationen gibt es unter Telefon 02406/6666948 und im Internet.
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