Würselen - Bildung mit Kopf, Herz und Hand

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Bildung mit Kopf, Herz und Hand

Von: Holger Bubel
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Ganz schön wuselig kann es zugehen in der Naturwerkstatt am HGG. Konzentriert wird an der Werkbank gearbeitet. Hilfestellung leistet da etwa Pater Wegener (r.o.) den Schülern. Wenn es ins Detail geht, ist Lehrer Norbert Schramm (r.u.) zur Stelle und erklärt die nächsten Arbeitsschritte. Die Resultate können sich sehen lassen. So werden etwa Nistkästen oder Cajóns angefertigt.
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Ganz schön wuselig kann es zugehen in der Naturwerkstatt am HGG. Konzentriert wird an der Werkbank gearbeitet. Hilfestellung leistet da etwa Pater Wegener (r.o.) den Schülern. Wenn es ins Detail geht, ist Lehrer Norbert Schramm (r.u.) zur Stelle und erklärt die nächsten Arbeitsschritte. Die Resultate können sich sehen lassen. So werden etwa Nistkästen oder Cajóns angefertigt.
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Ganz schön wuselig kann es zugehen in der Naturwerkstatt am HGG. Konzentriert wird an der Werkbank gearbeitet. Hilfestellung leistet da etwa Pater Wegener (r.o.) den Schülern. Wenn es ins Detail geht, ist Lehrer Norbert Schramm (r.u.) zur Stelle und erklärt die nächsten Arbeitsschritte. Die Resultate können sich sehen lassen. So werden etwa Nistkästen oder Cajóns angefertigt. Foto: Holger Bubel
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Ganz schön wuselig kann es zugehen in der Naturwerkstatt am HGG. Konzentriert wird an der Werkbank gearbeitet. Hilfestellung leistet da etwa Pater Wegener (r.o.) den Schülern. Wenn es ins Detail geht, ist Lehrer Norbert Schramm (r.u.) zur Stelle und erklärt die nächsten Arbeitsschritte. Die Resultate können sich sehen lassen. So werden etwa Nistkästen oder Cajóns angefertigt. Foto: Holger Bubel

Würselen. Photosynthese, Satz des Pythagoras, Ablativus absolutus, Dramentheorie ... Alles wichtig, alles im Sinne einer ganzheitlichen Bildung junger Menschen, da widerspricht Lehrer Norbert Schramm nicht. Man muss auch nicht „Hand und Wort: Die Evolution von Technik, Sprache und Kunst“ von André Leroi-Gourhan gelesen haben, um zu verstehen, was der Pädagoge meint, wenn er sagt: „Das Handwerk ist ein Teil menschlicher Kultur. Ich möchte den Schülern Achtung vor dieser Kultur vermitteln.“

Seine Idee: Bildung mit Kopf, Herz und Hand. Es ärgert ihn nämlich, dass „die meisten jungen Leute nicht in der Lage sind, unfallfrei eine Schraube in ein Brett zu drehen“.

Dagegen arbeitet Norbert Schramm nun seit über sieben Jahren mit seiner AG in der Naturwerkstatt an, in einem kleinen Schuppen am Rande des Schulhofs des Heilig-Geist-Gymnasium (HGG).

„Es gibt kaum ein Gymnasium, an dem handwerklich gearbeitet wird“, hat der Biologie- und Chemie-Lehrer festgestellt. Seine AG hingegen ist sehr erfolgreich.

Werkstatt trägt sich fast selbst

„Durch den Verkauf von individuell gefertigten Holz-Produkten trägt sich die Naturwerkstatt fast von selbst. Unterstützt werden wir aber auch vom Förderverein“, sagt Schramm nicht ohne Stolz. Dabei wirken die Schülerinnen und Schüler tüchtig mit, zumeist sind sie aus der Orientierungs- und Mittelstufe.

„Ich habe immer schon mit meinem Opa gebastelt und gewerkelt. Das hat einen Riesenspaß gemacht“, sagt etwa die zwölfjährige Marie.

Aber, das hat Schramm auch erkennen müssen, irgendwann werden die schulischen Anforderungen wohl zu groß, als dass Zeit bliebe für seine AG. Ein Problem, mit dem aber auch Vereine und andere Anbieter von Freizeitaktivitäten zu kämpfen hätten.

Die gute Note steht dann vor dem schönen Holzprodukt. Und solche können sich wahrlich sehen lassen – und sind zudem nützlich: Ob Nistkästen für die Schule, Vogelhäuschen oder Insektenhotels. Wenn derlei auf dem Plan steht, sind die Jungen und Mädchen mit Begeisterung bei der Sache.

„Wir sind schließlich eine Naturwerkstatt. Und mit diesen Dingen helfen wir der Vogel- und Insektenwelt auf die Sprünge“, sagt Schramm. Nachhaltigkeit ist auch in der Auswahl der Materialien Gebot. Denn das Holz ist Recyclingware, preiswert, wenn nicht gar kostenlos.

Rund 100 von der AG gefertigte Nistkästen hängen in der Region. Echte Renner sind aber auch die Schwedenstühle oder Cajóns (Kistentrommeln).

Verkauft werden diese Holzprodukte bei Schulfesten, oder werden als Auftragsarbeiten an den Mann gebracht. Zeit genug bleibt den Schülern aber auch, um ihre eigenen Wünsche umzusetzen – wenn es denn dem „friedlichen Miteinander“ dient.

Die Schleuder, die Tim etwa basteln will, redet ihm Lehrer Schramm aus. Und auch Pfeil und Bogen sollen es nicht sein: „Sowas machen wir nicht.“ Stattdessen wird es ein Insektenhotel – diese Lebewesen können ja auch ganz schön kriegerisch sein.

Aber zumindest Marie kann ihr Projekt „Geburtstagsgeschenk für die jüngere Schwester“ starten: kein Insektenhotel, so viel sei verraten.

Tipps und Anleitung erhalten die Schüler aber nicht nur von Lehrer Schramm. Stets dabei ist auch Pater Wegener: „Es macht mir große Freude, mit den Kindern zu werken. So bleibt man auch in Kontakt mit der Jugend.“ So kommt neben Kopf, Herz und Hand auch noch ein Stück Glauben zur ganzheitlichen Bildung hinzu.

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