„Bikepark Herzogenrath“: Projekt wird mit Spannung erwartet

Von: Beatrix Oprée
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Testsprünge auf der noch gesperrten Anlage: Alles wird vor Inbetriebnahme genau geprüft. Foto: Denk (1), Oprée (2)
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Mitinitiator Jens Denk erläutert den „Canon“, den Abschluss der Strecke. Foto: Denk (1), Oprée (2)
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Das Bild zeigt die flache hölzerne Übungsrampe, auf der ein Junge jetzt – illegal auf der Strecke und offenbar mit einem ungeeigneten Fahrrad – zu Fall kam. Im Grünstreifen rechts daneben behandelten ihn die Rettungssanitäter. Foto: Denk (1), Oprée (2)

Herzogenrath. In Insiderkreisen wird die Mountainbikestrecke, die auf der Halde Adolf entsteht, bereits hoch gehandelt. Unter anderem drei „Tables“, einen „Hip-Jump“ und einen krönenden „Canon“ für die Könner wird die mit zwei möglichen Abfahrten insgesamt rund 600 Meter lange Anlage umfassen.

Im Verlauf von diversen scharfen Kurven überwindet sie einen Höhenunterschied von rund 30 Metern. „Bike-Experten, die wir bereits zu Besuch hatten, hat auch die leicht dschungelartige Atmosphäre hier auf der Halde gefallen, die durch die von den Bäumen runterhängenden Lianen entsteht. Bei Sonneneinstrahlung sieht das schon spektakulär aus“, berichtet Jens Denk beim Ortstermin mit unserer Zeitung.

Der 50-Jährige, braun gebrannt, durchtrainiert und ein Freund klarer Worte, ist der Motor des Ehrenamtler-Projekts „Bikepark Herzogenrath“. Bei ihm laufen die Fäden zusammen, was den Bau der beiden kurvigen „Lines“ angeht. Klar: Einer muss das Heft in der Hand halten und die nötige Ausdauer an den Tag legen, damit etwas Vernünftiges aus dem wird, was vor nunmehr über drei Jahren seinen Anfang nahm.

Denks Sohn Ole, damals 14 Jahre alt, und sein Kumpel Tom übten sich seinerzeit auf einer im Noppenberger Wald von diversen begeisterten Bikern mit viel jugendlicher Spontaneität aus Totholz und Humus ausgebauten Mountainbike-Strecke, die dann jedoch aus rechtlichen und Sicherheitsgründen von der Stadt Herzogenrath stillgelegt und schließlich abgerissen wurde.

Die Folge der entsprechenden Berichterstattung in unserer Zeitung war unter anderem ein Bürgerantrag der örtlichen Jusos auf Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie geeigneter Standorte für einen neuen Parcours, auf dem die Jugendlichen ihrem aufregendem Hobby zukünftig ganz legal nachkommen können.

Auf Vorschlag der Stadtverwaltung votierten die Politiker schließlich einstimmig für die Errichtung einer Anlage auf einem genau abgesteckten Areal am mit Birken bewachsenen Nordhang der Bergehalde im Merksteiner Grube-Adolf-Park, für das eigens der Landschaftsschutz aufgehoben und Ersatzflächen geschaffen wurden. Natürlich nicht ohne vorherige fachliche Begutachtung und Beurteilung im Sinne des Umweltschutzes.

Bei einer Begehung mit Vertretern der Stadt und der Rettungsdienste wurden vor zwei Jahren die Eckpunkte festgelegt. Dazu gehört: sich genau an die ausgehandelte Fläche zu halten, darin alle markierten Bäume stehen zu lassen und nur natürliches Baumaterial zu verwenden.

Seither verbringt Jens Denk mit der ambitionierten rund zehnköpfigen Bautruppe alle verfügbare Freizeit im Wald. Gut Ding will Weile haben, das ist eine ebenso alte wie allgemeingültige Erkenntnis, die die jungen Leute ganz nebenher noch verinnerlichen können. Nicht nur, dass Ferienzeiten den Baueifer ins Stocken geraten lassen, überdies sind Schonzeiten zu beachten.

Und: Auf dem Terrain der Bergehalde reicht es bei weitem nicht aus, die Stämme der vom städtischen Bauhof entlang der vorgegebenen Streckenführung fachgerecht gefällten Birkenbäumchen schanzenartig aufzuschichten und ein wenig Erde darüber zu kippen. Denn: „Das Haldenmaterial ist rutschig. Wir müssen deswegen jede neue Anhäufung für Rampen oder Kurven besonders verdichten“, erklärt Jens Denk.

So muss sich das Ganze nach Regeneinwirkung immer erst einmal setzen, dann wird die Höhe kontrolliert, eventuell nachgebessert und letztlich wird der Rüttler, den die Stadt zur Verfügung stellt, angeworfen. Ansonsten ist jede Menge Handarbeit angesagt, mit Spitzhacke, Spaten und Schaufel. Um Matschgruben zu vermeiden, wurden stellenweise mittels eingebauter Steine Drainagen angelegt, damit das Regenwasser versickern kann.

Das Starterpodest, das der Spaziergänger in der oberen Hälfte des Haldenwegs passiert, wird durch einen Zaun aus Birkenstämmen abgegrenzt. Um den Rest des Biker-areals herum haben die jungen Bauleute eine Benjeshecke angelegt, miteinander verflochtenes Zweigwerk, das durch allmählichen Bewuchs zum dichten Naturzaun wird. Ein gutes Einvernehmen mit allen Beteiligten und den anderen Nutzern der Halde ist den Akteuren wichtig. Denk, dankbar für die gute Kooperation mit der Stadt Herzogenrath: „Dazu werden die Jungs immer wieder angehalten.“ Und damit Interessierte Anteil haben können am Geschehen, werden auf dem „Schiebeweg“, einem Pfad, auf dem es mitsamt Bike nach vollbrachter Fahrt wieder nach oben geht, zwei Bänke aufgebaut. „Von dort kann man dann die Sprünge beobachten“, kündigt Denk an. Zu 80 Prozent ist die Anlage fertig, im Frühsommer soll die große Einweihung sein.

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