Beutel oder Tonne: Kritik an Gelben Säcken reißt nicht ab

Von: Georg Pinzek
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Gelbe Tonne oder Gelbe Säcke: Mancherorts wird beides an den Straßenrand gestellt. Foto: Stock/imagebroker

Würselen. Über die miese Qualität der Gelben Säcke wird wohl keiner lange diskutieren wollen. Nicht selten sind die Beutel noch vor dem Befüllen mit „Wertstoffen“ selbst ein Fall für den Abfall. Überdies „bereichert“ der Inhalt aufgerissener Gelber Säcke bei Wind und Wetter nicht selten das Stadtbild.

„Sie stellen außerdem bei Sturm auch eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer dar“, moniert SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix. Auf Antrag der Sozialdemokraten wird sich der Fachausschuss für Technik, Gebäude und Flächenmanagement mit dem Thema heute, 18 Uhr, im Rathaus befassen.

Diskutiert wird über die Einführung von Gelben Tonnen. Für die festen Gefäße hat die Stadtverwaltung jedoch weniger übrig und empfiehlt, das System der Gelben Säcke beizubehalten. So wird zwar eingeräumt, dass manche Lieferungen von minderer Qualität seien und das Zugband gelegentlich abreiße. Auch wird die Problematik der Verkehrsbehinderung durch die Säcke erkannt.

Jedoch gebe es viele Punkte, die für die Säcke und gegen die Tonnen sprächen: Ursprünglich habe man sich in Würselen für das Sack-System entschieden, da es zu einer erheblich geringeren Verunreinigung des Mülls kommt, der im Rahmen des Dualen Systems Deutschland (DSD) entsorgt wird. Durch die Transparenz des Sacks sei eine „Fehlbefüllung“ mit Restmüll schnell zu erkennen. Diese Säcke würden nicht entsorgt, weshalb die Bürger in ihrem eigenen Interesse auf richtig befüllte Säcke achteten.

Durch das Tonnen-System würden gar Fehlbefüllungen provoziert, da mancher gar dazu neigen könnte, Restmüll schlimmstenfalls sogar Schadstoffmüll in die Tonne zu werfen.

Die Stadtverwaltung hat noch weitere Argumente für die Säcke gesammelt: Sei ein Sack falsch befüllt und werde dementsprechend nicht entsorgt, ließe er sich viel einfacher umsortieren als eine ganze Tonne. Außerdem reiche das Volumen einer Tonne in den meisten Fällen nicht zur Entsorgung aller Leichtverpackungen aus, die in einem Haushalt zwischen den Abfuhrterminen anfallen.

In der Folge müssten zu den Tonnen auch noch Säcke an den Straßenrand gestellt werden, das sei beispielsweise in Herzogenrath immer wieder zu sehen. Die Verwaltung stellt fest: „Viele Bürger wollen neben der Restmüll-, der Bio- und der Papiertonne nicht noch eine vierte Tonne vorhalten. Die Lagerung von gelben Säcken ist wesentlich flexibler. Diese kann man auch im Keller lagern und zur Abfuhr hervorholen. Das Problem der Geruchsbelästigung dürfte nicht all zu groß sein, da nur restentleerte Verpackungen ohne Verunreinigungen in den Gelben Sack gegeben werden dürfen.“

Die Umstellung auf Tonnen sei in Abstimmung mit den DSD-Lizenznehmern ein mehrjähriger Prozess. 2015 sei in Deutschland mit der Einführung einer Wertstofftonne zu rechnen. Diese könnten die Gelben Tonnen sogar überflüssig machen. Das abschließende Fazit: „Aus Sicht der Verwaltung ist die Entsorgung mittels Gelben Sacks beizubehalten.“

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