Würselen/Alsdorf - Bester Azubi in NRW: Aaron Simons ist ein Ass im Metallbau

Bester Azubi in NRW: Aaron Simons ist ein Ass im Metallbau

Von: Katrin Fuhrmann
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Übt seinen Beruf mit viel Ruhe und Leidenschaft aus: Aaron Simons (21, links) aus Alsdorf hat bei der Gesellenprüfung im Handwerksbereich Metallbau für Konstruktionstechnik sehr gute Leistungen erzielt. Sein Chef, Stefan Vonhoegen, unterstützt ihn. Foto: Katrin Fuhrmann

Würselen/Alsdorf. Aaron Simons gehört zu den besten Nachwuchs-Metallbauern für Konstruktionstechnik in der Region. Der 21-Jährige hat den theoretischen und den praktischen Teil der Gesellenprüfung mit einer 1,0 bestanden. Damit aber nicht genug. Simons ist sogar der Beste in ganz Nordrhein-Westfalen. Denn er wurde bei der Gesellenprüfung nicht nur zum Innungs- und Kammersieger, sondern auch zum Landessieger ernannt.

Damit ist er automatisch zum Bundeswettbewerb zugelassen. „Natürlich gibt es andere in meinem Alter, die ihren Job auch gut machen. Aber mit meiner Arbeit habe ich scheinbar ganz besonders beeindruckt“, sagt Simons.

Erfahrungen sammeln

In der praktischen Prüfung musste er auf Grundlage einer Zeichnung einen Monitorhalter fertigen. Der hat die Verantwortlichen so überzeugt, dass sie Simons auszeichneten. Dass Simon in seinem Beruf besonders gut ist, wundert allerdings weder seinen Chef noch seine Kollegen: Simons‘ Vater hat nämlich einen eigenen Metallbau-Betrieb, den sein Sohn irgendwann einmal übernehmen möchte. Klar. So ist das oft, wenn die Eltern selbstständig sind. Aber Simons will sich damit Zeit lassen. Er hat keinen Druck.

Er möchte erst einmal eigene Erfahrungen sammeln. Und das wollen auch seine Eltern, sagt er. Die hätten ihn auch nie zu irgendetwas gedrängt. Simons durfte frei entscheiden, welche Ausbildung er machen wollte. Bäcker oder Installateur wären ebenso in Ordnung gewesen.

Handwerker aus Leidenschaft

Es ist auch noch gar nicht so lange her, dass Simon den Entschluss gefasst hat, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er wusste zwar schon immer, dass sein Herz fürs Handwerk schlägt, welches Handwerk es ganz genau sein soll, stand erst nach einem Praktikum bei dem Betrieb Maschinen- & Metallbau Vonhoegen in Würselen fest, das Simon während seines Fachabiturs machte. „Da habe ich gemerkt, dass Maschinenbau einfach total mein Ding ist“, sagt Simons. Fräsen, schweißen, drehen: Das liege ihm einfach. Er entdecke immer wieder neue Techniken. Das treibe ihn an.

Der Betrieb, in dem Simons zurzeit arbeitet, fertigt unter anderem Produkte an, die in der Industrie verwendet werden. Zudem wird Messebau betrieben – hauptsächlich für die Region. Im Moment arbeiten Simons und seine Kollegen an einer Konstruktion, die in einem Hongkonger Einkaufshaus als Weihnachtsdekoration dienen soll. Solche Aufträge seien zwar nicht die Regel, machen die Arbeit aber umso vielseitiger und spannender, sagt Simons. Man wisse nie, was als nächstes auf einen zukomme.

Simons‘ Chef, Stefan Vonhoegen, ist froh, dass er (erst einmal) in seinem Betrieb bleibt. Denn es werde immer schwieriger, gute Auszubildende zu finden, sagt Vonhoegen. In den vergangenen Jahren hatte er meistens zwischen einem und vier Lehrlingen. In diesem Jahr hat er keinen einzigen. Es habe zwar vereinzelt ein paar Bewerbungen gegeben, sagt Vonhoegen, aber niemand wäre davon infrage gekommen.

In der Ruhe liegt die Kraft

Vonhoegen kennt das Problem des Handwerks. Er weiß aber auch, dass nicht jeder studieren kann. „Es gibt Menschen, die sind einfach fürs Handwerk gemacht. Die leben das und sind sehr gut in dem, was sie tun“, sagt er. Doch die meisten wollten heutzutage studieren, wohl auch, weil die Verdienstmöglichkeiten besser seien.

Auch Simons schließt ein Studium nicht aus. Design könnte er sich gut vorstellen. Aber zunächst will Simons, Erfahrungen sammeln und in seinem Beruf als Geselle arbeiten und den Meister „machen“. An seinem Job schätzt er vor allem, dass er immer wieder neue Teile fertigen muss, die alle so individuell sind, dass jeder Prozess ein anderer ist. „Die Freude, wenn man ein Produkt selbstständig fertiggestellt hat, ist großartig“, sagt Simons. Von der Zeichnung bis zum Produkt sei es manchmal ein langer Weg. Oft müsse es schnell gehen: Wenn der Auftraggeber die Fertigstellung innerhalb von einer Woche verlange, müsse jeder Handgriff sitzen. Die Zeit sitzt Simons also oft im Nacken.

Aber, weil in der Ruhe ja bekanntlich die Kraft liegt – und er dieses Zitat laut seinem Chef wörtlich nimmt – schafft der Alsdorfer das auch. Und Ruhe wird Simons auch brauchen – vor allem vom 9. bis 11. November, wenn er beim Bundeswettbewerb sein Können noch einmal unter Beweis stellen muss.

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