Besondere Geburt: Im Rettungswagen zur Welt gekommen

Von: -ks-
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Sie haben sich als starkes Geburtsteam im Rettungswagen erwiesen: Fahrer Udo Mayer (l.) und Kollege Christoph Büttner (r., beide Rettungsassistenten) und der stolze Vater Jaman Laghnioui sind froh, dass Mutter Nora und der kleine Asharf wohlauf sind. Foto: Feuerwehr Alsdorf/Georg Steinmetz

Alsdorf. Eigentlich sah alles nach einem Routineeinsatz aus, als Christoph Büttner und Udo Mayer vom Rettungsdienst der Feuerwehr Alsdorf am 7. August ausrückten. Sie wurden zu einer werdenden Mutter nach Alsdorf-Mitte gerufen, um sie zur Geburt in ein Krankenhaus nach Aachen zu bringen. Aber der Rettungswagen wurde zum Kreißsaal und Büttner zum Geburtshelfer. Alles ging gut.

Aber der Reihe nach: Die Mutter, Nora Laghnioui, erwartete ihr zweites Kind. Die Besatzung des Rettungswagens untersuchte sie, kontrollierte den Mutterpass und machte sich auf den Weg nach Aachen. Ehemann Jaman Laghnioui fuhr mit – da wusste er noch nicht, wie wichtig diese Entscheidung war.

„Zu diesem Zeitpunkt waren die Wehenabstände noch so groß, dass vermutlich noch einige Zeit bis zur Geburt vergehen sollte und man das Krankenhaus mit genug Zeitreserve erreichen würde“, berichtet Andreas Wolf, der stellvertretende Pressesprecher der Feuerwehr Alsdorf. Jedoch verkürzten sich die Abstände der Wehen sehr rasch, so dass während der Fahrt entschieden wurde, das nächstgelegene Krankenhaus mit Geburtshilfeabteilung anzufahren.

Ein Notarzt wurde angefordert, der dem Rettungswagen entgegenfahren sollte. Doch schon einige Minuten später musste Rettungsassistent Büttner gemeinsam mit dem Vater seine Qualitäten als Geburtshelfer unter Beweis stellen, während Udo Mayer am Steuer des Einsatzwagens weiter konsequent Kurs Richtung Krankenhaus hielt. Kurz vor Erreichen des Ziels brachte die Mutter einen gesunden Jungen zur Welt – nicht zuletzt dank des Einsatzes Büttners und des stolzen Vaters. Im Krankenhaus wurden Mutter und Kind von den Ärzten und Hebammen in Empfang genommen und weiter versorgt.

Büttner konnte bei seinem ungewöhnlichen Einsatz auf Erfahrungen aus erster Hand zurückgreifen. Weniger Wochen zuvor war er Vater einer Tochter geworden. „Ich war jeweils bei der Geburt unserer beiden Töchter dabei“, sagte Büttner auf Nachfrage unserer Zeitung. „Klar, bei der Geburt sieht man, was die Hebamme macht.“ Daran habe er sich erinnert und die Handgriffe nachvollzogen, wie er erzählt. Natürlich werde in der Ausbildung zum Rettungssanitäter auch das Thema Geburt angesprochen.

Nun sind die Eltern der Einladung der Kollegen der Feuer- und Rettungswache Alsdorf gefolgt. Insbesondere Christoph Büttner und Udo Mayer waren sehr erfreut, die Nora und Jaman Laghnioui und vor allem das Baby, das von seinen Eltern Asharf genannt wurde, wiederzusehen. Stilecht schenkten die Brandschützer dem neuen Erdenbürger ein Spielzeug-Feuerwehrauto und überreichten der Mutter einen Blumenstrauß. Dass der Kleine später mal Feuerwehrmann oder Rettungssanitäter wird, dürfte ihm im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt worden sein. Bei einem zwanglosen Gespräch ließen die Eltern und die Mitarbeiter des Rettungsdienstes das für alle Beteiligten unvergessliche Erlebnis Revue passieren.

„Geburtshilfliche Notfälle sind kein besonders seltenes Einsatzstichwort im Rettungsdienst. Jedoch laufen die Einsätze meistens sehr unspektakulär ab, da häufig vom Beginn der üblichen Anzeichen einer Geburt – Einsetzen der Wehen oder Abgang von Fruchtwasser – noch viel Zeit bis zur eigentlichen Geburt vergeht“, sagte Pressesprecher Wolf ergänzend.

Viele Erstgebärende seien im Krankenhaus sehr überrascht, wenn sie nach der ersten Untersuchung trotz Wehen noch mal nach Hause geschickt werden oder im Krankenhaus Treppen steigen sollen. Trotzdem passiere es hin und wieder, dass sich der Verlauf der Geburt im Rettungswagen rasch veränderte und der künftige Erdenbürger einfach nicht mehr warten wolle. Wenn nicht bereits geschehen, werde ein Notarzt nachbestellt. Aber auch der Rettungsassistent oder Notfallsanitäter wird während seiner Ausbildung für diesen Fall theoretisch ausgebildet und macht, sofern möglich, ein Praktikum im Kreißsaal.

„Trotz guter Aus- und Fortbildung sowie mehrjähriger Erfahrungen sind unsere Rettungsassistenten jedoch stets bestrebt, die Mutter noch zügig dem Krankenhaus zuzuführen, um sie dort bei bestmöglicher medizinischer Versorgung durch Hebammen und Ärzte entbinden zu lassen“, betonte Wolf.

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