Nordkreis - Besondere Begräbnisorte: Gedenkstätten für Sternenkinder

Besondere Begräbnisorte: Gedenkstätten für Sternenkinder

Von: Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:
sternenkinder
Demnächst können Sternenkinder in Alsdorf und Baesweiler auf den Friedhöfen einen besonderen Platz bekommen, durch den es Eltern oder weiteren nahestehenden Menschen in Erinnerung bleiben wird. Foto: Klassen

Nordkreis. Für die Betroffenen ist es eine Katastrophe: So groß war die Hoffnung, so groß die Vorfreude auf das, was da im Bauch heranwuchs. Und plötzlich ist der Traum vorüber, geplatzt, aus und vorbei. Beim Tod eines ungeborenen Kinder ist klar: Es wird stets einen ganz speziellen Platz im Herzen von Mutter und Vater haben.

Und es kann demnächst in Alsdorf und Baesweiler auf den Friedhöfen einen besonderen Platz bekommen, durch den es Eltern oder weiteren nahestehenden Menschen in Erinnerung bleiben wird.

Beide Städte werden spezielle Gedenkstätten einrichten, in denen die totgeborenen (über 500 Gramm) oder fehlgeborenen (unter 500 Gramm) Kinder beigesetzt werden können. Denn ob sie ihr gestorbenes „Sternenkind“ bestatten lassen, liegt in Nordrhein-Westfalen alleine im Ermessen der Eltern. Eine Verpflichtung dazu gibt es für sie nicht.

Die Krankenhäuser sind indes gehalten, die totgeborenen Kinder, die mehr als 500 Gramm wiegen, aufzubewahren und dann bei einem Sammelbegräbnis zu bestatten. 30 bis 60 Kinder sind dies pro Jahr beispielsweise in Würselen, wo das Medizinische Zentrum der Städteregion die Fehlgeburten in den eigenen beiden Häusern zusammen mit toten Frühchen aus weiteren Krankenhäusern der Region beerdigt. Dies geschieht seit vielen Jahren auf dem Friedhof an St. Sebastian, begleitet von zumeist nur einer Hand voll trauernder Eltern.

Bei gestorbenen ungeborenen Kindern, die weniger als 500 Gramm wiegen, haben die Eltern einen Bestattungsanspruch. Sie dürfen entscheiden, was mit dem leblosen Körper geschieht.

Ein wichtiges Angebot

Die Städte Alsdorf und Baesweiler wollen den Eltern von sowohl fehl- als auch totgeborenen Kindern künftig gezielt eine besondere Begräbnisstätte für ihr „Sternenkind“ zur Verfügung stellen. Pierre Froesch, Leiter des Baesweiler Ordnungsamts, hält dieses neue Angebot für „sehr wichtig“.

Die Eltern sollten somit ermutigt werden, sich von ihrem toten Kind liebevoll zu verabschieden und ihrer Trauer auf dem Friedhof an der Grabenstraße einen festen Ort zu geben. „Die Stadt wird eine Dreifach-Grabstätte bereitstellen, die eingefasst und mit einem kleinen Gedenkstein versehen wird“, sagt Froesch.

Einzelne Namensschilder werde es aber nicht geben. Der Ordnungsamtschef rechnet damit, dass das Angebot, das im Frühjahr 2013 starten wird, von vielen Eltern in Anspruch genommen werden wird.

Das glaubt man auch in Alsdorf. Zurzeit entsteht deshalb auf dem Friedhof in Kellersberg eine Gedenkstätte für die „Sternenkinder“. Die Stadtverwaltung hat zu diesem Zweck eine Fläche im Eingangsbereich auserkoren. Vorerst steht für die Bestattung der gestorbenen Kinder ein Doppelwahlgrab von zwei mal zwei Metern zur Verfügung. Die Fläche lasse sich je nach Bedarf aber mühelos erweitern, heißt es seitens der Stadt Alsdorf.

In Herzogenrath denkt man derzeit nicht über das Angebot einer speziellen „Sternenkinder“-Grab- und Gedenkstätte nach. Dort haben Eltern weiterhin die Möglichkeit, ihren ungeborenen verstorbenen Nachwuchs in Kinderreihengräbern (bis fünf Jahre) zu bestatten, wie Stadt-Sprecherin Petra Baur betont.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert