Berufswahl: Pilotprojekt soll frühzeitig Entscheidungshilfen anbieten

Von: Yannick Longerich
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Sehen das Pilotprojekt „Tag der Berufsfelderkundung“ als ergänzende Chance: Dirk Pfeifferling (r.) und Rosemarie Pelzer (2.v.l.) vom its Baesweiler mit Svenja Schmitz (l.) und Judith Kniepen (Mitte) vom Krankenhaus Linnich sowie Alexander Weiser (2.v.r.) vom Wohn- und Pflegeheim Burg Setterich. Foto: Yannick Longerich

Baesweiler. Statt Bücherwälzen im muffigen Klassenzimmer einen Tag lang Abenteuer erleben – was sich nach einem profanen Klassenausflug ins Phantasialand anhört, ist in Wahrheit ein interessantes Projekt der Stadt und des Bildungsbüros der Städteregion.

Durch eine gemeinsame Initiative wird den Schülern der achten Jahrgangsstufe des Gymnasiums und der Realschule Baesweiler eine erste Praxiserfahrung in verschiedensten Berufsfeldern ermöglicht.

In einem gemeinsamen Gespräch zwischen Stadt, Städteregion, Schulvertretern und regionalen Firmen wurden im vergangenen Jahr Vor- und Nachteile in Bezug auf einen „Tag der Berufsfelderkundung“ für Baesweiler ausgelotet.

Mit Stolz stellten nun Bürgermeister Dr. Willi Linkens, Dirk Pfeifferling und Rosemarie Pelzer als Vertreter des Internationalen Technologie- und Service-Centers (its) Baesweiler sowie Dr. Sascha Derichs und Gabriele Jordans von der Städteregion das Pilotprojekt vor.

Im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sollen Schüler frühzeitig bei der Berufs- und Studienwahl unterstützt werden. Dabei erhalten alle Schüler ab der achten Klasse eine systematische Orientierungsmöglichkeit. Bürgermeister Linkens erläuterte: „Im Rahmen dieses Programms soll den jungen Leuten die Möglichkeit geboten werden, die Berufswelt und unterschiedliche Berufsfelder praxisnah kennenzulernen.“

Am Dienstag, den 19. April können die Achtklässler aus Baesweiler für einen Tag in einem von 44 Betrieben der Region hospitieren und einen ersten Einblick gewinnen.

Gabriele Jordans fügte hinzu: „Nach eigenen Aussagen stellen Unternehmen häufig fest, dass Schüler zu wenig über unterschiedliche Berufe wissen oder ihre Vorstellungen vom tatsächlichen Arbeitsalltag abweichen. Dem soll mit diesem Projekt möglichst großflächig entgegengewirkt werden.“

Als Vertreter der teilnehmenden Firmen beteiligten sich das Wohn- und Pflegeheim an der Burg Setterich, das Krankenhaus Linnich und die e-line Elektrotechnik GmbH aus Baesweiler am Gespräch.

Von den 400 Firmen, die im Rahmen der Projektvorbereitung angeschrieben wurden, erklärten sich letztlich 44 für eine Kooperation bereit. Mit über 120 angebotenen Plätzen in diversen Berufsfeldern steht der ersten Auflage des Berufsfelderkundungstages ein ausreichendes Kontingent zur Verfügung.

Alexander Weisser, Kaufmännischer Direktor im Pflegeheim Burg Setterich, verwies auf die problematische Situation in Bezug auf Pflegeberufe: „Noch vor zehn Jahren gab es bei der Besetzung von Pflegestellen kaum Probleme. Mittlerweile leidet unser Berufszweig jedoch unter Imageproblemen und Personalmangelzuständen, denen was wir mit Projekten wie dem Berufsfelderkundungstag entgegenwirken wollen.“

Michael Göttgens, Geschäftsführer von e-line, fügte hinzu: „Wir setzen auf den eigenen Nachwuchs. In diesem Zusammenhang wollen wir versuchen, diesen frühzeitig für unseren Berufszweig zu begeistern und zu rekrutieren.“

Baesweiler sei die bislang einzige Stadt in der Städteregion, in der ein solcher Tag organisiert wird. Vergleichbare Angebote existieren in den angrenzenden Kreisen bisweilen noch nicht, so die Veranstalter.

Dr. Sascha Derichs von der Städteregion erläuterte, dass altbewährte Formate wie das Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe neun oder die „konservative“ Beratung in den Schulen nunmehr passend ergänzt werden könnten. Speziell die Erfahrung aus ähnlichen Projekten wie dem „Girlsday“ würden bei der Umsetzung und dem Erreichen der Ziele „ungemein helfen“.

Bürgermeister Linkens lobte die günstige Situation Baesweilers zur Umsetzung eines solchen Pilotprojektes: „Mit unseren Schulen und dem weit verzweigten Gewerbegebiet sind wir in Baesweiler sehr gut aufgestellt und bieten ein ideales Testgelände für ein solches Vorhaben.“ Mit Spannung erwarten die Baesweiler Schüler also den 19. April. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich das Pilotprojekt bewährt und auch für andere Städte Vorbild werden kann.

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