Berufskolleg: Thomas Stephan folgt auf Wolfram Effey

Von: js
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Zwei ehemalige und ein neuer Schulleiter: Thomas Stephan folgt auf Wolfram Effey, der von seinem Vorgänger Christian Göbbels im Ruhestand willkommen geheißen wird (von links). Foto: Johannes Schaffeldt

Herzogenrath. Leichter wäre es sicherlich aufzuzählen, wer nicht bei der Abschiedsfeier des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung in Herzogenrath für ihren Schulleiter Wolfram Effey gekommen war. Neben Schulleitern von Berufskollegs und anderen weiterführenden Schulen aus der Städteregion kamen Vertreter von Partnerbildungsinstitutionen aus den Niederlanden und Frankreich, aus der städteregionalen Politik und der Bezirksregierung und Kooperationspartner des Kollegs.

Daneben war es vor allem eine Feier von langjährigen Weggefährten, Kollegen und Schülern des allseits beliebten Rektors.

„Er macht sein Ding, egal was die anderen sagen“, sang der neu gegründete Lehrerchor in seinem musikalischen Lebenslauf über Merkmale und Eigenschaften des Geehrten. Er müsse nun nicht mehr „148 000 Mails checken“ und „die Welt retten“. Eine Schulband aus Lehrern, Schülern und Ehemaligen sorgt neben dem Chor für den musikalischen Rahmen des Tages. Fleury Mavambo, einer der diesjährigen Abiturienten, rappte ein Intermezzo. Die große Verbundenheit von Lehrern und Schülern zu ihrem Berufskolleg und ihrem jetzt ehemaligen Schulleiter wurde während der Veranstaltung immer wieder sehr deutlich. Für die Schülerschaft sprachen Cara Fahl und Fabian Steins, die mit ihrem Schulleiter zusammen die Schule verlassen.

Verbunden mit ihm und seiner Schule waren und sind auch die zahlreichen internationalen Kontakte, die er konsequent ausgebaut hat, die nicht zuletzt auch zum begehrten Europazertifikat der Landesregierung geführt haben. International ging es aber auch immer in der Schule zu, besonders in der letzten Zeit hatte sich Effey mit anderen um eine schulische Perspektive für geflüchtete Menschen bemüht und einige von ihnen vorübergehend auch in der Sporthalle der Schule beherbergt.

Wechsel dank eines „Tricks“

Effey stammt aus Hagen, wo er die Höhere Handelsschule besuchte. Berufsbildende Schulen sind also schon früh in der Vita verankert. Nach einer Lehre bei der Deutschen Bank wechselte er in den Hörsaal und studierte in seinem Heimatort Betriebswirtschaftslehre. An der RWTH ergänzte er die Fächer Psychologie und Pädagogik, was den Weg in die Lehre eröffnete.

Seine Staatsarbeit zu situationsbezogenem Lernen bezeichnete Claudia Wiemann, zuständige Dezernentin der Bezirksregierung Köln, als zukunftsweisend für die 70er Jahre. Der Ansatz sei erst in den 90ern im Mainstream angekommen. Anstellungen an der heutigen Käthe-Kollwitz-Schule und dem Berufskolleg Düren folgten. An seinen Wunschort Herzogenrath konnte Effey 1997 mittels eines „Tricks“ wechseln, wie Wiemann betont: Seine Bewerbung als stellvertretender Schulleiter war nach vorherigen Versuchen nach Herzogenrath zu wechseln letztlich erfolgreich. Diesen Posten füllte er bis zum Ausscheiden des damaligen Schulleiters Christian Göbbels aus, in dessen „große Fußstapfen“ er trat, nur um sie gleich zu verlassen. Er sei erfolgreich „eigene Wege gegangen“, berichtet Gregor Jansen aus Sicht der Städteregion.

In seiner langen Zeit als Stellvertreter habe Effey als „Innenminister der Schule“ fungiert, der alles zusammengehalten habe und dessen Büro nicht nur an dem ihm sehr wichtigen Tag der offenen Türe für Elmar Kugel und die anderen Kollegen offen stand.

Heinz Gehlen von der Industrie- und Handelskammer bescheinigte mit Blick auf diese Zeit „Steherqualitäten wie Prince Charles, mit dem Unterschied, dass es dann irgendwann geklappt hat.“ So lange musste Thomas Stephan, in den letzten vier Jahren auf dem Stellvertreterposten, nicht warten: War es bisher noch nicht laut ausgesprochen, freute sich Wolfram Effey sein Erbe in gute und bekannte Hände übergeben zu können. Die einzige nennenswerte Baustelle, die er seinem Nachfolger hinterlasse, seien die umfangreichen Brandschutzmaßnahmen, die er noch eingeleitet hat. Jetzt freut er sich auf den Ruhestand mit der größer werdenden Familie und Reisen, etwa im Wohnwagen durch Frankreich.

Weitere Tipps für den Ruhestand wurden ihm per Videobotschaft aus Italien und auf der Bühne von bereits in den Ruhestand versetzten Weggefährten mitgeben. Für die „sorglose Arbeitslosigkeit und die ganz großen Ferien“, wie es Ingrid Wagner vom Berufskolleg Stolberg in Worte fasste.

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