Berufs-Infotag: Fleißige Handwerker gesucht

Von: Holger Bubel
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Für die meisten Schüler der EF-Klassen am Gymnasium Baesweiler keine echte Alternative: das Handwerk. Der Vertreter der Handwerkskammer, Reiner Scharr (vorne), erlebt diese Haltung nicht selten. Foto: H. Bubel

Baesweiler. Das Handwerk hat es nicht leicht – zumindest was den Nachwuchs und das Ansehen anbelangt: Als muffig und antiquiert gilt es gerne besonders bei jungen Leuten, die Ausbildung zu Fachkräften erleichtert das nicht unbedingt.

Unter anderem deswegen hob das Handwerk vor über drei Jahren auch die Imagekampagne: „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan“ aus der Taufe. Doch die Ermunterung, Teil dieser Wirtschaftsmacht zu werden, ist zumindest bei den Schülern der EF-Klassen (10. Klasse) des Gymnasiums Baesweiler noch nicht so richtig angekommen, wie Reiner Scharr von der Handwerkskammer Aachen beim Berufs-Infotag, an dem neben der Handwerksinstitution auch das Hauptzollamt Aachen, Eltropuls, die Sparkasse Aachen und regio it mit ihren Referenten die Werbetrommeln für ihre Ausbildungsangebote rührten.

So zeigten sich zumindest in einer der fünf Infogruppen keine Interessierten an einem der über 150 Handwerksberufe – die Imagekampagne scheint – zumindest in diesem Fall – noch keine Früchte zu tragen. „Die jungen Leute wissen nicht, was das Handwerk für Möglichkeiten, vergleichbar mit einem abgeschlossenen Studium, bietet“, muss Reiner Scharr häufig erkennen. Nicht nur Handwerkliches spiele in der Ausbildung und bei anschließenden Fort- und Weiterbildungsangeboten eine große Rolle, etwa auch Marketing, Sprachen oder Menschenführung seien gefragt.

Der 16-jährige Celvin, der in den Ferien in einem Dachdecker-Betrieb gearbeitet hat, schätzt die Möglichkeiten, die das Handwerk bietet ganz nüchtern ein: „Der Umgang untereinander war prima. Aber die körperliche Arbeit und die Arbeitszeiten, das wäre nichts für mich.“ Und auch Mandy, deren Vater Tischler ist, schüttelt den Kopf: „Es ist zwar interessant, mal zu sehen, was das Handwerk alles so bietet, aber für mich kommt ein Handwerksberuf nicht in Frage.“

Für Reiner Scharr und Kollegen gibt es also noch viel zu tun, um in den Schulen weiterhin die „Wirtschaftsmacht. Von nebenan“ in das Bewusstsein potenzieller Nachwuchskräfte zu bringen.

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