Herzogenrath - Bert Conrads erschafft aus metallenen Reststücken neue Fabelwesen

Bert Conrads erschafft aus metallenen Reststücken neue Fabelwesen

Von: Elisa Zander
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Schwungvoll: Der „Kugelblitz” ist das neueste Werk von Bert Conrads und das zentrale Ausstellungsstück seiner ersten eigenen Ausstellung. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Gemeinhin lassen sich die Exponate einer Vernissage an einer Wand präsentieren. Natürlich gibt es Ausnahmen. Skulpturen etwa. Und unter diesen Oberbegriff fällt auch ein Großteil der Ausstellungsstücke, die der Hobbykünstler Bert Conrads zur Zeit in der Villa Herzogenrath präsentiert.

Edelstahlkonstruktionen - kunstvoll arrangiert, mit Holz und Glas erweitert, ergibt das Metall einen Blickfang, dessen Wirkung sich der Betrachter nicht entziehen kann. „Sobald ich ein Metallteil sehe, habe ich schon vor meinem geistigen Auge, was ich daraus machen möchte”, erklärt Bert Conrads.

Fabelwesen, menschliche Körper und Tiere lassen sich unter den Ausstellungsstücken ausmachen. „Lola” etwa ist die erste menschlich anmutende Skulptur, die Conrads erarbeitet hat. Kurze Zeit später folgten der „Blumenmann” und die „Feuerfrau”, die im Gegensatz zu „Lola” auf eine Fensterbank passen.

Zu jedem angefertigten Stück hat der 67-jährige Aachener eine Beziehung, gibt jedem Teil einen Namen. Etwa einen Arbeitstag benötigt der gelernte Bau- und Kunstschlosser, um aus scheinbarem Müll und Reststücken ein künstlerisches Gebilde zu schaffen. „Manchmal zum Leidwesen meiner Frau”, räumt Bert Conrads ein. Doch die habe sich mittlerweile an seine Arbeit gewöhnt und hängt ebenso an den Kunststücken wie der Erschaffer selbst. Einige davon zieren deshalb den heimischen Garten.

„Keine Massenware”

Bert Conrads legt Wert darauf, nur mit einfachen Werkzeugen zu arbeiten. Nichts wird auf Hochglanz poliert, jedes Stück behält sein ursprüngliches Gesicht. „Das ist für mich der Reiz”, erklärt Bert Conrads. „Meine Kunst ist nicht perfekt und sieht nicht nach Massenfertigung aus.”

Eine Ausnahme gibt es aber bei dem Kunstschlosser: Denn wenn die Tage kürzer und kälter werden, kühlen auch die Temperaturen im Arbeitsraum herunter und zwingen Bert Conrads dazu, seine künstlerische Tätigkeit im Haus fortzusetzen. Schweißen und schleifen sind dann aber eher schwierig.

So erarbeitet er farbige Collagen aus Öl auf Leinwand. Darin werden Metall- oder Glasreste verarbeitet und geben den Stücken so eine individuelle Note. Etwa das Exponat „Richtung”. Farbige Karrees sind mit metallischen Dreiecken versehen, die wie Pfeile alle in die gleiche Richtung, nach links, weisen. Sich nicht vom eigenen Weg, den eigenen Zielen abbringen zu lassen, ist die Intention des Erschaffers. Wenn es dann draußen wieder wärmer wird, geht Bert Conrads zurück in seine Werkstatt und formt passende Metallrahmen für die Collagen. Und die können aus Schmiedeeisen oder aus polierten Metallstreifen sein.

„Kunst ist etwas, was Menschen formt und Freude bringt”, sagt der 67-Jährige über sein Hobby. Dabei sei er 1944 in einer Zeit geboren, in der Kunst keinen Platz im Leben hatte. „Ich bin überzeugt, wenn ich eine Generation später geboren worden wäre, wäre aus mir etwas anderes als ein Kunstschlosser geworden.” Heute holt Bert Conrads das Versäumte nach.

Öffnungszeiten der Villa Herzogenrath

Die Präsentation der Werke von Bert Conrads ist in den Ausstellungsräumen der „Villa Herzogenrath”, Roermonder Straße 63, bis Donnerstag, 31. März, zu sehen.
Geöffnet sind die Räumlichkeiten dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr.

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