Alsdorf - Bernd Stelter: Von „Ich Dich auch“ bis „Du mich auch“

Bernd Stelter: Von „Ich Dich auch“ bis „Du mich auch“

Von: Stefan Reiners
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. „Ich bin ein Clown, und ich will gar nichts Anderes sein.“ Mit dieser leicht melancholischen Nummer aus dem Jahre 2011 beendete Bernd Stelter seinen Auftritt in der Alsdorfer Stadthalle.

Es war die letzte von drei Zugaben, die der gebürtige Westfale, der jedoch schon seit vielen Jahren im Rheinland lebt, geben musste, bevor ihn das Publikum von der Bühne ließ. Das auch nur unter dem Versprechen „Ich komm‘ gleich ins Foyer.“

Ganz „flammneu“ war dieses Programm mit dem Titel „Wer heiratet, teilt sich die Sorgen, die er vorher nicht hatte“ freilich nicht mehr. Seit zwei Jahren ist Bernd Stelter damit auf Tour. Das Thema – Kompatibilität von Mann und Frau im Allgemeinen und die Institution der Ehe im Besonderen – ist natürlich auch zeitlos.

Und Bernd Stelter gehört wohl auch zu den Kabarettisten, derer man noch nicht durch permanente Fernsehpräsenz überdrüssig geworden ist, weil sie zu nahezu jedem Anlass auf jedem Sender dieselben Späßchen im leicht anderen Gewand präsentieren. Klar, auch ihn findet man im TV. In Talkrunden. In seiner Fernsehshow „NRW Duell“. Und vor wenigen Tagen auch mit dieser Show.

Er ist daneben Autor. Sein letztes Buch trägt den Titel „Wer abnimmt ,hat mehr Platz im Leben“ und gibt Anreiz und Anleitung, ebenso wie er durch Umstellung der Ernährung in Verbindung mit mehr Bewegung Gewicht zu reduzieren. Normalerweise schreibt Stelter eher humorvolle Krimis.

Dass die Gewichtsreduktion bei ihm schon ein bisschen her und der Jojo-Effekt sichtbar eingetreten ist, dazu steht der Kabarettist ganz offen. „Wer mich kennt, der weiß: Ich nehme ab und zu … ab und zu. Im Moment nehme ich zu,“ eröffnete er den Teil den Teil des Programms, der sich mit eben diesem Thema befasste.

Aus dem Publikum gefragt, ab wann er wieder abnehme, gab er den Oktober an. „Dann kommt mein neues Buch heraus“, begründete er dieses Datum, „wofür ich aber vorher noch im Wege der Recherche zahlreiche Biersorten ausprobieren muss.“

Bernd Stelter ist auch ein begnadeter Musiker. Neben den bekannten Gitarrenstückchen gab er auch am Klavier mehrere Lieder zum Besten. Diesmal keine Umdichtungen bekannter Melodien, sondern ganz eigene Stücke mit eher nachdenklichen Texten im Liedermacherstil. Sie handelten von der eigenen Ehe, die gerade Silberstatus erreichte („Neugierig auf Dich“) sowie seinem großen Vorbild, das ihn zwei Stunden lang eine Lanze für dieses Institut brechen ließ: die Ehe seiner Eltern („Ein Leben lang“).

Natürlich waren diese Momente nur die Würze im ansonsten gewohnt heiteren Programm von Bernd Stelter, der in verschiedenste Rollen und Dialekte schlüpfte, um humorvoll Wissenswertes über das Thema unters Volk zu bringen. Er trat als norddeutscher Standesbeamter auf und dozierte über die Homoehe.

Als Ortsvorsteher der sauerländischen Dörfergemeinschaft Sundern/Endorf/Rödelspringen hielt er eine Rede aus Anlass einer Silberhochzeit und als unmittelbar vor der Hochzeit stehende Lehrkraft des Rosamunde- Pilcher-Gymnasiums wies er nach, dass es weder Literatur noch Filmwerke über eine glückliche Ehe gibt. Es gehe immer nur um die Zeit bis zum „Ich dich auch“ oder nach dem „Du mich auch“. Eine Ehe, das sei aber genau die Zeit dazwischen.

Unerreicht auch sein Vortrag als pubertierender Jugendlicher, der von seinen Erlebnissen auf der Hochzeit seiner Cousine erzählt und beispielsweise den „hohen Pathologiefaktor bei dieser Kompos-tiveranstaltung“ bemängelt. Gespickt mit Ausdrücken aus der Jugendsprache bedurfte dieses Gagfeuerwerk erhöhter Aufmerksamkeit.

Aber, wie beim gesamten Programm, lohnte sich das.

Bernd Stelter gab nebenbei viele Anregungen und Tipps aus seinem eigenen (Ehe-)Leben mit auf den Weg, die neben allem Lachen und Spaß an diesem Abend sicherlich den ein oder anderen noch länger beschäftigt haben werden.

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