Herzogenrath - „Berliner Compagnie“ spielt zum 15. Mal in Herzogenrath

„Berliner Compagnie“ spielt zum 15. Mal in Herzogenrath

Von: Rebecca Kiljan
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Das Schauspiel-Ensemble „Berliner Compagnie“ zeigt Kontrast in Bolivien auf: Bunte Vielfalt und triste Unterdrückung. Foto: Rebecca Kiljan

Herzogenrath. Der lange Weg eines Landes aus Unterdrückung und Ausbeutung ist Thema des neuesten Stücks der „Berliner Compagnie“ mit dem Titel „Bettler auf goldenem Thron“. Das politische Theater war 2009 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet worden und gastierte nun zum 15. Mal in Herzogenrath.

Im Forum der Europaschule präsentierte es das Stück, welches aus der Feder von Helma Fries stammt.

Die 90-minütige Aufführung widmet sich dem Umbruch in Bolivien. Das Motto der Bolivianer ist: „Vivir Bien“, also gut zu leben. So steht es in der bolivianischen Verfassung. „Vivir Bien“ meint auch, dass niemand ausgebeutet werden und es keinen Raubbau an der Natur geben darf.

Die Schauspieler Angelika Warning, Rondo Beat, H.G. Fries und Jean-Theo Jost spielen die damals führenden Politiker Boliviens und zeichnen deren Vorgehen im Land nach: „Vollständige Verstaatlichung von Erdöl!“ Angelika Warning verkörpert die Stimme des Volkes und zeigt auf, was die politischen Schritte für das Volk bedeuten: „Wir müssen unser Erdöl für einen Spottpreis verkaufen. Unsere Frauen müssen über Kuhdung kochen. Wir reagieren mit Protestmärschen!“

Ein ständiges Auf und Ab ist die Konsequenz: Erfolge, Rückschläge, Widersprüche und ein langer politischer Kampf. Als mit Evo Morales ein Indigener Staatsoberhaupt wird, herrschte gegenüber der westlichen Vorstellung von Entwicklung Skepsis. Denn wenn die westlichen Länder etwas als „unterentwickelt“ sahen, wurden die Traditionen dieser Völker missachtet. Daher prägte Evo Morales die Stimmung der Bolivianer „Besser leben geht nur auf Kosten Dritter und zum Preis der Umweltzerstörung.“ Der Brückenschlag nach Europa: Diesen Ansatz könnte man sich auch hierzulande zu eigen machen. Man kann nicht nur von der bolivianischen Politik lernen, sondern auch von den Menschen selbst. Denn der Titel „Bettler auf goldenen Thron“ bezieht sich nicht nur auf die Bodenschätze Boliviens (Lithium), sondern auch auf den geistigen Reichtum der Bolivianer.

Die Vielfalt und Lebensfreude Boliviens kam durch das bunte Bühnenbild zum Ausdruck: Ein aus 600 Quadraten (Fleckerl) zusammengestricktes Tuch zierte den Hintergrund. Dieses Tuch haben zahlreiche Helfer gebastelt. Die Kostüme fielen dagegen mit braunen, grauen und schwarzen Tönen dezent aus. Sinnbild für den den Kontrast zwischen der Lebensfreude und Missstände. Das fand auch akustisch seine Fortsetzung: dumpfes Trommeln gegen fröhliche Panflötenmusik.

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