Bergmann in Blautönen: Regina Schumachers stellt im Rathaus aus

Von: Elisa Zander
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Alsdorf. Am Ende konnte sie ihre Tränen dann doch nicht mehr zurückhalten, so gerührt war Regina Schumachers von der Anteilnahme ehemaliger Lehrer und Klassenkameraden an ihrer Ausstellungseröffnung.

Viele Bekannte waren gekommen, um die Bilder der Künstlerin zu sehen, die nun im Rathaus der Stadt Alsdorf hängen.

Regina Schumachers persönliche Verbundenheit zu der Stadt, in der sie aufwuchs und viele Jahre lebte, spiegelt sich in den Werken wider. Menschen, teils in Bergarbeitermontur, und die Industriekultur im Ruhrgebiet reihen sich auf den Leinwänden aneinander. Ihr Vater Karl Koerner, Ehrenringträger der Stadt Alsdorf, war seinerzeit selbst als Geologe im Bergbau tätig.

Das und die Szenerie der Heimat mit dem Förderturm oder der Fackel der Kokerei haben die Künstlerin aus Alsdorf, die heute im Ruhrgebiet lebt, geprägt. Ihrer Familie und insbesondere ihrem Vater hat sie das Bild „Papa” gewidmet. Der Bergmann in Blautönen besticht durch seine intensive Farbgebung und dem damit verbundenen Ausdruck.

Bis heute lässt Regina Schmachers der Bergbau nicht los: Auch ihr Ehemann ist in diesem Bereich tätig. Die großformatigen Bilder von Regina Schumachers leben vom lebendigen Farbenspiel in der Tradition des Expressionismus. Die gestisch-emotionale Malerei ist geprägt von Spontaneität, Lebendigkeit und Ausdrucksstärke. Teilweise bis zu 15 Farbschichten übereinander rufen das schillernde und expressive Ergebnis hervor, das die Arbeit von Regina Schumachers ausmacht.

Wie ferngesteuert

„Die optimale Arbeitssituation erreiche ich, wenn ich den Flow-Zustand erreiche und wie ferngesteuert zu Farben und Pinsel greife, nicht mehr über Farben und Formen nachdenke”, erzählt die Künstlerin.

Diese Intuition und das Spielen lassen von Gefühlen brachte Regina Schumachers auch zum herausragenden Ergebnis ihres Werkes „Na und”. Ursprünglich hatte sie die Vorstellung ein Portrait der schwedischen Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander zu fertigen. „Doch das lief überhaupt nicht so, wie ich mir das vorstellte”, erinnert sich Regina Schumachers.

Letztlich sei sie von der Portraitvorstellung abgerückt und habe das Bild unter Tränen der Verzweiflung schließlich fertig gemalt. Nun ziert die Leinwand ein Bergmannskopf nebst einem quergelegten Förderturm. Das neue Zuhause von Regina Schumacher, das Ruhrgebiet, findet ebenfalls in Bildern einen Platz. Fein gemalte Aquarelle zeigen die Zeche Zollverein oder den Duisburger Hafen. „Bei Aquarellen habe ich, im Gegensatz zu den Bildern auf Leinwand, eine genaue Vorstellung”, sagt Regina Schumachers.

So wie der Grubenstaub sich früher um Autos, Fenster und Türrahmen legte, hat sich der Alsdorfer Staub um die Seele von Regina Schumacher gelegt. „Das ist ein Staub, den man niemals von der Seele waschen sollte”, sagt die Künstlerin. Der Kunstverein Alsdorf, der sowohl als Veranstalter als auch als Vermittler auftritt, hat mit der Wahl der Künstlerin Regina Schumachers erneut ein gutes Händchen bewiesen. Der Bezug der Bilder auf die Heimat der quirligen Frau ist für eine traditionelle Stadt wie Alsdorf eine besondere Auszeichnung.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Mai im Alsdorfer Rathaus zu den Geschäftszeiten montags bis freitags 8.30 bis 12 Uhr und mittwochs von 14 bis 18 Uhr auf der ersten Etage zu sehen.
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