Bergbaumuseum: Neues Zentrum der Begegnung und Forschung

Von: Karl Stüber
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Was nicht passt, wird vom Bergbaumuseumsverein passend gemacht: (v.l.) Hans-Georg Schardt, Dr. Georg Kehren, Johannes Slange und Edgar Bergstein kürzen eine günstig erworbene Bar ein. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Gut’ Ding will Weile haben. Das gilt auch für das „Alsdorfer Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur“. Seit über einem Jahr arbeiten Ehrenamtler des Bergbaumuseumsvereins Grube Anna 2 Alsdorf mit Unterstützung von Ein-Euro-Kräften an der Einrichtung des neuen Zentrums.

Hierzu werden das alte Hausmeistergebäude und der anschließende Mensatrakt des ehemaligen Ledigenheims des Verbundbergwerks Anna an der Herzogenrather Straße saniert und aufgerüstet. „Wir haben mittlerweile die Infrastruktur fertiggestellt, derzeit folgt sukzessive der Innenausbau“, sagt Dr. Georg Kehren, Vorsitzender des Bergbaumuseumsvereins. Gasheizung, Elektrik, Wasserführung und Sanitärbereiche sind hergestellt.

Fenster im Erdgeschoss wurden „unter Wahrung von Aspekten des Denkmalschutzes“ extra angefertigt. Sprossenfenster wurden nachgebaut. Auch die Türen stehen wieder „im Lack“. Kein billiges Vergnügen. Weitere Kosten sind zu decken: Die Fenster des Speisesaals werden mit 4500 Euro zu Buche schlagen.

Mit Blick auf solche Ausgaben und das Zeitbudget von Ehrenamtlern hat sich der Umbau etwas hingezogen, sagt Kehren. Nachdem die Barbarakapelle gegenüber fertig gestellt worden war, unterstützt nun der eine oder andere aus dem Barbara-Bautrupp die Arbeitsgruppe des Bergbaumuseumsvereins, dessen technische Leitung bei Michael Wynands liegt. „Das ist unser Polier“, sagt Kehren. Diese und weitere Unterstützung sind natürlich herzlich willkommen. In wenigen Wochen soll die Geschäftsstelle des Vereins, die noch im Ledigenheim untergebracht ist, wenige Meter weiter in das Erdgeschoss des davorliegenden Komplexes umziehen. Hier werden später Anfragen von Schülern, Studenten oder Heimatforschern auflaufen, die mit den Archivalien arbeiten möchten.

In den letzten Monaten wurde die Belastbarkeit des Kellergeschosses und weiterer Decken durch Einziehen von Trägern und Mauern erheblich erhöht, um verschiedene Archive aufnehmen zu können, die Zug und Zug in die neuen Räumlichkeiten überführt werden sollen und die einiges an Gewicht mitbringen (siehe Beitrag unten).

Im ersten Stock wird die Einrichtung des Direktorenzimmers der ehemaligen Bergschule in Aachen stilgerecht neu aufgebaut, wie stellvertretender Vorsitzender Hans-Georg Schardt erzählt.

Besonderes Schmuckstück des Zentrums soll ein Teil des ehemaligen Speisesaals werden. Das freigelegte Tonnengewölbe soll möglichst erhalten bleiben. Allerdings muss die Dacheindeckung erneuert werden. „Ein Traum wäre es, eine Solaranlage zu installieren“, sagt Kehren. Ein Kostenvoranschlag liegt vor. Es geht um 10.000 Euro. Sponsoren und Spender werden gesucht. Während der hintere Bereich des Saales für die Bibliothek abgetrennt wird, soll das vordere Areal für Veranstaltungen genutzt werden.

Die Fliesen der zugehörigen Küche sind gelegt. Derzeit wird eine Bar, die ein Geschäftsmann aus Übach-Palenberg gegen kleines Geld bereitstellte und per Lkw herbeischaffen ließ, auf das rechte Maß zum Einbau zurechtgestutzt. Wann nun die Arbeiten und der Umzug ins neue Domizil des Bergbaumuseumsvereins abgeschlossen sein werden, vermag Kehren nicht vorherzusagen. Aber dass ein über Jahre leerstehenden Gebäude endlich wieder sinnvoll genutzt wird und der Verein nach Jahren „der Wanderschaft“ eine feste Bleibe gefunden hat und seine Bestände der Öffentlichkeit zugänglich machen kann, sind für Kehren und seine Mitstreiter Motivation und tiefe Genugtuung.

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