Berauschender Verkehrssicherheitstag: Mit Brille immer der Linie nach

Von: Markus Bienwald
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Der Rauschbrillen-Parcours der Verkehrswacht sorgte bei vielen Schülern für ernüchternde Erkenntnisse. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Kevin Königs nimmt die Brille ab und reibt sich die Augen. „Man sieht den Weg immer nur doppelt“, sagt er nach dem ernüchternden Erlebnis mit der Rauschbrille. „Es ist richtig schwer, geradeaus zu gehen, meistens läuft man einfach nur schief. Und rückwärts geht gar nicht“.

Der 16-Jährige aus Kerkrade hat gerade mit einer Brille, die einen Blutalkoholgehalt von 1,3 Promille simuliert, eine kurze Tour über den Rauschparcours der Verkehrswacht hinter sich gebracht und ist immer noch tief beeindruckt.

Rund 800 Teilnehmer

Bei der Frage, ob er so in der Lage wäre, zu fahren, schüttelt er nur heftig mit dem Kopf. Kevin war nur einer von rund 800 Schülern, die an den Verkehrssicherheitstagen am Herzogenrather Berufskolleg teilnahmen.

Dank der tatkräftigen Unterstützung vieler Institutionen und Mitarbeiter war es möglich, die Folgen von Alkohol- oder Drogenkonsum, fehlender Aufmerksamkeit oder einfach nur einem kurzen Blick auf das Smartphone während der Fahrt zu demonstrieren.

„Wir haben hier eine Schülergruppe von 16 bis 22 Jahren“, sagt Gabriele Moergel vom Berufskolleg, und da junge Fahrer bis 24 Jahre statistisch gesehen die meisten Verkehrsunfälle bauen, sei es angebracht, hier Aufklärung zu betreiben.

„Wir wollen den Schülern zeigen, was im Straßenverkehr passiert, wenn man sich nicht ordnungsgemäß verhält“, so Moergel weiter. Dann kann es zum Beispiel zu einem schrecklichen Autounfall kommen, wie ein von der Polizei mitgebrachtes Schockvideo aus den Niederlanden zeigt.

Darin ist eine Gruppe von Mädels fröhlich in ihrem Kleinwagen unterwegs, die Musik ist laut und gut, aber die Fahrerin verliert die Kontrolle über den Wagen, als sie nur kurz ihr Mobiltelefon checkt.

Viel Blut

Die Folgen sind ein laut krachender Crash, auch ein nachfolgendes Fahrzeug fährt beinahe ungebremst in den Kleinwagen hinein. Viel Blut, verzweifelte Schreie, zerstörte Karossen und Elend zeichnen ein Bild von dem, was schon bei kleinen Unaufmerksamkeiten passieren kann.

Nebenan zeigt die Rutsche der belgischen Polizeikollegen, wie hart ein Aufprall sein kann, auch wenn er bei niedrigem Tempo in einer abgelenkten Situation passiert. Und beim Überschlagsimulator erleben die Schüler, wie schwierig es ist, sich aus einem auf dem Dach liegenden Fahrzeug zu befreien.

Simulationen über Reaktionsgeschwindigkeit und ein dank zweier ortsansässiger Fahrschulen möglich gewordener Parcours, in dem mit Rauschbrille das Fahren im Rauschzustand simuliert wurde, ergänzten das Angebot.

„Ich selbst fand das Fahren mit der Brille sehr anstrengend“, gab auch Gabriele Moergel zu, „denn selbst, wenn ich mir vorgenommen hatte konzentriert zu fahren, ist es mir nicht gelungen“.

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