Benefizkonzert als Hommage an Albert Schweitzer

Von: ehg
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Klanggenuss: Der Projektchor vereinigte sich glänzend mit der Eule-Orgel. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Vor 50 Jahren verstarb der im Elsass geborene deutsch-französische Arzt, evangelische Theologe, Bach-Interpret, Philosoph und Pazifist Albert Schweitzer in Lambarene im zentralafrikanischen Staat Gabun. Jetzt gab es eine musikalische Hommage in St. Sebastian.

Anlässlich des 50. Todestages des universalen Genies, aber auch anlässlich des 100-Jährigen dessen „Universeller Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“ initiierte der 1959 in Aalen geborene und seit 2000 in Aachen ansässige Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg, Professor Dr. Hartmut Feifel, eine internationale Konzertreihe zur Erinnerung.

Albert Schweitzer gab am 27. April 1932 in Aachen ein Konzert in der Christuskirche. Aus dem damaligen Programm erklangen in dem von Dr. Hartmut Feifel gegebenen Konzert in St. Sebastian auf der Eule-Orgel Choralvorspiele für Orgel und Choräle für Chor von Johann Sebastian Bach, aber auch der erste Choral für Orgel von César Franck. Damit stellte das Programm den Bezug zu Schweitzers musikalischem Besuch in der Kaiserstadt her.

In das musikalische Erlebnis stimmte Hartmut Feifel durch den beherzt und spannungsvoll vorgetragenen Choral Nr. 1, E-Dur des französischen Komponisten deutsch-belgischer Abstammung, César Frank, ein. Bekanntschaft machten die zahlreichen Besucher des Benefizkonzerts mit dem bedeutendsten Komponisten der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts. Es folgten drei Choräle für Chor jeweils mit einem Choralvorspiel für Orgel, komponiert vom bedeutendsten deutschen Barockkomponisten, Johann Sebastian Bach. Es erklangen „Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit“, „Christe, aller Welt“ und „Kyrie, Gott heiliger Geist“.

Der aus Sängern der Gesangsklasse von Katja Henkes-Rolle und verschiedener Kirchenchören der Region gebildete Projektchor wurde unter der Leitung von Regionalkantor René Rolle höchsten Ansprüchen gerecht. Er stellte sich auch souverän den hohen Herausforderungen, die die Choräle für Chor jeweils mit einem Choralvorspiel für Orgel „Vater unser im Himmelreich“, „Gottes Sohn ist kommen“ und „Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist“, an sie stellten.

Wie der Chor überzeugte auch die Orgel durch hohe musikalische Qualitäten, die Hartmut Feifel in Hülle und Fülle auslotete. Den krönenden Schlusspunkt setzte der Arzt und Organist Feifel mit der Toccata aus der 5. Orgelsinfonie von Charles Marie Widor. Es handelt sich dabei um dessen bekanntestes Werk. Der Kirchenraum hallte von den voluminösen Klängen der Orgelmusik nur so wider.

Einsatz für Kinder in Afrika

Zwischen die musikalischen Darbietungen schob der Facharzt für plastische Chirurgie am Marienhospital in Aachen-Burtscheid und nebenberufliche Kirchenmusiker im Bistum Aachen einen kurzen Bericht über den Einsatz seines Teams zur operativen Versorgung von Kindern mit Lippen-Kiefer- und Gaumenspalten im Abert-Schweitzer-Spital in Lambarene im Mai 2014 ein. Er skizzierte, unter welchen Umständen die Eingriffe vollzogen wurden.

Seit 2009 war er mit seinem Team nicht nur in Zentralafrika, sondern auch Tadschikistan zur „Wiederherstellung“ von Kindergesichtern im Einsatz. Zur Finanzierung des derzeitigen Projektes überreichte der Vorsitzende des Förderkreises Kirchenmusik St. Sebastian, Hermann Jörissen, dem engagierten Arzt eine Spende der Konzertbesucher in vierstelliger Höhe.

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