Belüftung wirkt: „Patient Weiher” auf dem Weg der Besserung

Von: Wilfried Rhein
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Acht künstliche sprudelnde Quellen wurden im November 2007 in den Ofdener Weiher eingelassen. Die Sedimentbelüftung zeigt erste Erfolge.

Alsdorf. Das große Fischsterben am Weiher! Diesen Sommer wird das dramatische Geschehen vier Jahre Vergangenheit sein. Tonnenweise verendeten Nutzfische im fast sauerstofflosen Wasser unterhalb Ofdens. Zu viele Nährstoffe, zu dichter Algenbefall - das Gewässer war schier tot.

Alarm für fachliche Rettungsdienste gab es umgehend. Über Ergebnisse mit durchaus erfreulichen Trends ließ sich jetzt die Politik informieren.

Von der Aachener Hochschule war Diplom-Biologe Tido Strauß mit umfangreichen Daten in den öpffentlichen Ausschuss für Stadtentwicklung gekommen, um über Maßnahmen am und im Gewässer zu berichten.

Was sich in seinem Jahresbericht als weiterhin unerfreulich definierte, war die sehr geringe Sichttiefe: jahreszeitlicher Schwankung unterworfen manchmal geringer als ein Meter (von der durchschnittlichen Gesamtwassertiefe von vier Metern.

Die seinerzeit mangelhafte Wasserqualität führte sich auch zurück auf die Plage der Blaualgen, die wiederum vom „Nährstoffeinschub” durch Pflanzenreste und Tierexkrementen profitierten.

Für Weiherbesucher abstoßend: der widerliche Geruch der aufgetriebenen Algenpest. Was also tun? Sauerstoff hinein, die organische Belastung abbauen, rieten die Experten.

Danach waren im oberen Weiherbereich Wasserfontänen zu beobachten, die das Gewässer belüften sollten. Die Sponsoren, die´s finanzierten, hatten es gut gemeint. Richtige Genesung für den kranken See mit rund 30.000 Quadratmeter Fläche aber würde nur eine intensive Sedimentbelüftung bringen, hatte Tido Strauß schon in der Planungsphase des Projekts angekündigt.

Der Wissenschaftler untersuchte den Ofdener Weiher erstmals 1995. Acht dieser erkennbar sprudelnden Kunstquellen wurden Anfang November 2007 installiert.

Was sich dadurch bislang verbessern ließ, ist vor allem die nun gleichmäßig verteilte Wassertemperatur, die nicht mehr in unterschiedlichen Schichten bis zum Boden kaserniert ist.

Sauerstoff kommt auch an die Sedimente (Ablagerungen, Bodensatz), deren „Selbstheilung” auf diese Weise initiiert wird. Die Biologie sorgt in Folge für weiteren Ausgleich und lässt Wasserflöhe gegen die Algen antreten.

Und prompt sind wieder Fische im Weiher. Arten- und genauere Mengenbestimmung werden, so Tido Strauß, vorbereitet.

Tests und Kompromisse

Davon und über die weiteren Fortschritte des Weihers erbat Ausschussvorsitzender Gustl Rinkens (SPD) Informationen vom Fachmann, der 2009 als das entscheidende Jahr für die zukünftige Wasserqualität ankündigte.

Was vor allem für Stadt Alsdorf wichtig ist, erläuterte deren Umweltamtsleiter Karl Becher. Man leben zurzeit in Testphasen und mit Kompromissen, mit der nächsten Wasserbehörde wie mit dem Angelsportverein.

In der Verwaltung reiften schon Pläne für natürliche pflanzliche Wasserfilter, den wichtig sei eine gute Einleitungsqualität für den Broicher Bach.

„Diese Maßnahme”, stellte Karl Becher fest, „ist nicht unbedingt mit dem Ziel eines Naturfreibads verbunden.”
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