Belastbarer Zeitplan für Bäderpolitik fehlt

Von: Manfred Borgs
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Herzogenrath. Die Schwimmvereine in Herzogenrath schlagen Alarm - der Geschäftsführer des Stadtsportverbandes, Manfred Borgs, schildert seine Meinung.

Was halten Sie vom aktuellen Beschluss zum Hallenneubau an der Zellerstraße in Kohlscheid?

Borgs: Ich halte die Vorgehensweise der Politik, den Badbau zu beschließen und danach erst die Finanzierung zu organisieren, für die richtige(re) Vorgehensweise. Allerdings hätte ich mir mehr Berücksichtigung der Vereinsüberlegungen gewünscht – zumal diese nach mehrstündiger Beratung der Vereine vorlagen. Wie die jüngsten Badeunfälle gezeigt haben, darf an einer exzellenten Schwimmausbildung unserer Kinder nicht gespart werden – hierzu ist unter anderem eine Sprungturmausbildung unerlässlich.

Auch hätte ich gerne den Weitblick unserer Schwimmvereine wiedergefunden, die – allen Blicken durch die Vereinsbrille zum Trotz – für ein Bad an verkehrsgünstiger Lage votiert haben, da die Lebensdauer des Herzogenrather Bads absehbar ist und daher schon heute mit einbezogen werden sollte. Die Kapazität des jetzt beschlossenen Bades wird meines Erachtens nach Wegfall des Herzogenrather Bades in einigen Jahren nicht ausreichen; ein weiteres Problem ist demnach heute schon absehbar. Den politischen Ansatz, die Vereine zur Beratung mit ins Boot zu holen, begrüße ich sehr. Allerdings hätte man mit einem weiteren Gespräch, warum den Empfehlungen der Vereine letztlich nicht entsprochen wurde, die verantwortlichen Vereinsvertreter auch für künftiges Mitarbeiten motivieren können.

Wie schätzen Sie die Situation der betroffenen Vereine nun ein?

Borgs: Für einige geht es langfristig um nicht weniger als ihre Existenz. Kurzfristig können sie dem Auftrag, Kindern vernünftig das Schwimmen beizubringen, nur mit enormen Anstrengungen gerecht werden. Allen Vereinen gebührt ein dickes Lob für ihren kameradschaftlichen Umgang miteinander in dieser Situation. Politik und Verwaltung sollten den Vereinen, Schulen und der Öffentlichkeit schnellstmöglichst einen belastbaren Zeitplan an die Hand geben, damit dem in einigen Vereinen bereits eingetretenen Mitgliederschwund entgegengetreten werden kann.

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