Beispiel Rolandhof: Wenn Parkdruck zum Ärgernis wird

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
6591626.jpg
Übersichtlich: Tagsüber gibt es am Rolandhof ausreichende Parkmöglichkeiten. Allerdings ändert sich das meist in den Abendstunden . . . Foto: Elisa Zander
6601757.jpg
. . . denn dann wird es voll. Oft genug bekommen Anwohner wegen der Fremdparker keinen Stellplatz mehr. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Was dem einen die Existenz sichert, kann für andere zum Ärgernis werden. Oder anders gesagt: Wo Parkdruck entsteht, kochen die Emotionen schnell hoch. Guter Rat ist dann oft teuer, wie jetzt ein Beispiel aus Kohlscheid zeigt: Die ersten Beschwerden gingen im Juli bei der Stadtverwaltung ein.

Es waren allesamt Anwohner der Straße „Rolandhof“, die über die gleiche Situation klagten: In den Abendstunden und am Wochenende komme es zu Engpässen, da Gäste der benachbarten Gaststätte „Landhaus Wurmtal“ das Anliegergebot missachteten und ihre Fahrzeuge auf dem Waldweg zum Naturschutzgebiet abstellten. Die Anwohner sprechen von Lärmbelästigung, in das Gelände urinierenden Personen und einer teilweisen Gefährdung für das Naturschutzgebiet.

Bei einem Ortstermin mit dem Ordnungsamt und der Polizei erfuhren die Anwohner, dass die Polizei „personell nicht in der Lage sei, das Anliegergebot am Rolandhof an Abenden und Wochenenden durchzusetzen“. So geht es aus der Verwaltungsvorlage hervor, die in der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses diskutiert wurde.

Im Vorfeld war bereits festgestellt worden, dass eine Überprüfung der dort abgestellten Fahrzeuge schwierig ist. Schließlich sei vor Ort nicht ersichtlich, ob der dort parkende Fahrzeugführer bei Anwohnern im Rolandhof zu Besuch sei oder die Gaststätte aufgesucht habe. Hinzu komme, dass die Fremdfahrzeuge meist niederländische Kennzeichen hätten und in diesem Falle die Durchsetzung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen oft keine Wirkung erziele.

Den Vorschlag der Anwohner, eine Schranke oder umlegbare Poller zu installieren, ist nach Aussage der Verwaltung nur schwer umzusetzen. Denn weder Müllfahrzeuge, Lieferanten, noch Rettungsdienste kämen dann unproblematisch in die Straße hinein. Dennoch forderten die Anwohner mit einer Unterschriftenliste, die Straße am Rolandhof mittels solcher umlegbaren Poller zu sperren.

Wegen der genannten Folgeprobleme wartete die Verwaltung nun mit der Idee auf, die beparkbare Fläche beispielsweise durch Baumstämme zu reduzieren, so dass dort nur Anwohner und deren Besucher Platz fänden, für Dritte aber kein Parkraum mehr zur Verfügung stünde.

„Dieser Vorschlag ist nicht zielführend“, sagt indes Robert Savelsberg (SPD). „Durch die Baumstämme wird der Parkdruck erhöht.“ So sieht das auch Richard Telöken (FDP). Eine direkte Lösung habe man aber auch in der Fraktion nicht gefunden, „außer, dass das Ordnungsamt die Fahrzeuge aufschreibt“. Jürgen Venohr, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, unterstrich dazu erneut: „Das Ordnungsamt kann nicht prüfen, ob der Parkende dort wohnt, jemanden besucht, oder in der Gaststätte ist.“

Anwohnerparkausweise?

Anwohnerparkausweise brachte Dr. Bernd Fasel (Grüne) ins Spiel. Doch Reimund Billmann (CDU) betonte, man dürfe „jetzt nicht einfach so über Anwohnerparkausweise entscheiden. Das ist ein großes Thema, das nicht allein an dieser Straße festgemacht werden sollte.“

Einig waren sich jedoch alle, dass dem wilden Parken am Naturschutzgebiet Einhalt geboten werden muss, „ein absolutes No-Go“, wie Telöken sagte. Doch eine rechte Lösung konnte kein Ausschussmitglieder präsentieren. Mit Hinweisen seitens der Politiker will Jürgen Venohr weiter mögliche Maßnahmen im engen Kontakt mit den Anwohnern prüfen.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert