Beim Förderkreis Asyl sind Paten willkommen

Von: ehg
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Der erste Vorstand: Beisitzerin Oda Dombrowski, (v.l. sitzend) Vorsitzender Jürgen Hohlfeld und Geschäftsführer Bernd Ohlmeier sowie Schriftführer Walter Sieber (v.l. stehend), Kassiererin Hildegard Hüring, Beisitzerin Barbara Thaens, stellvertretender Vorsitzender Paul Thelen. Es fehlt Beisitzerin Dorothea-Elisabeth Alders.
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Gute Initiativen will der Förderkreis Asyl in Würselen auch in Zukunft fördern: In dem Gebäude an der Kaiserstraße 118 ist im vergangenen Jahr in zwei leerstehenden Ladenlokalen ein Begegnungs- und Lernzentrum eingerichtet worden. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. „Die Integration der Flüchtlinge in unsere Gemeinschaft ist ein zentrales Anliegen der Stadt“, hatte Bürgermeister Arno Nelles zur Gründung eines Förderkreises Asyl Würselen eingeladen. Genauso wie er war auch der Sprecher des bisherigen Arbeitskreises Asyl, Jürgen Hohlfeld, überrascht von der Resonanz, die die Versammlung im Alten Rathaus an der Kaiserstraße fand.

Sie werteten diese als gutes Omen für die Arbeit mit Menschen, die aus Not und Verzweiflung ihre Heimat verlassen haben und nun auch in Würselen auf unabsehbare Zeit Zuflucht suchen. Die Gründung des Vereins sei, so Hohlfeld, ein weiterer Schritt in der konsequenten Entwicklung der Flüchtlingsarbeit in Würselen.

„Wir beschäftigen uns mit einem Thema, das uns betroffen macht und uns auch betrifft“, erinnerte der Bürgermeister daran, dass es vor 200 Jahren Deutsche waren, die jenseits des großen Teiches ihr Leben neu in die Hand genommen hätten. Im 20. Jahrhundert seien viele Menschen wegen der Verfolgung durch das Naziregime aus politischer Überzeugung ins Ausland geflohen.

Heute flüchteten Menschen aus Vorderasien und Afrika, die in ihrer puren Existenz bedroht seien. „Sie suchen eine neue Zukunft!“ Es müssten Mittel und Wege gefunden werden, mit ihnen gemeinsam die Zukunft in der Stadt zu gestalten. Nelles gab zu bedenken, dass sie aus einem fremden Kulturkreis kommen.

Zudem stießen sie auf Menschen, die selbst ihre Sorgen und Nöte zu bewältigen hätten. Durch die Gründung des Förderkreises Asyl werde die Arbeit, die bisher vom Arbeitskreis Asyl sowie Einzelpersonen und auch der Verwaltung geleistet worden sei, auf eine breitere Basis gestellt. Die Arbeit mit Flüchtlingen bedeute eine große Chance, auch die eigene Zukunft zu gestalten.

Dezentrale Unterbringung

Nachdem über viele Jahre die Betreuung der Flüchtlinge in Würselen von kirchlichen und von Einzelpersonen erfolgt sei, sei vor drei Jahren auf Grund der unhaltbaren Zustände in dem Asylbewerberheim an der Jülicher Straße 24 ein kleiner Freundeskreis entstanden, blickte Hohlfeld kurz zurück auf die Anfänge der organisierten Flüchtlingsarbeit.

Die anschließende Unterbringung in den städtischen Häusern Kaiserstraße 114 bis 118 habe gegenüber der Jülicher Straße eine erhebliche qualitative Verbesserung gebracht, zumal die Flüchtlinge in der Mitte Würselens wohnten. In der Kaiserstraße 118 sei dann in beiden leerstehenden Ladenlokalen ein Begegnungs- und Lernzentrum eingerichtet worden.

Der neu zu gründende Förderkreis soll – so Hohlfeld weiter – die Flüchtlingsarbeit unterstützen, sowohl ideell als auch finanziell. Durch ihn solle die Flüchtlingsarbeit auf eine breite gesellschaftliche Basis gestellt werden. Sie sei eine Aufgabe der gesamten Bevölkerung Würselens. Angestrebt werde neben einer dezentralen Unterbringung, dass möglichst jedem Flüchtling für eine gewisse Zeit ein persönlicher Pate als Betreuer an die Hand gegeben werde.

Er solle diesen auf den ersten Schritten in die für ihn vollkommen fremde Welt begleiten. Hohlfeld schwebte vor, künftig auch hauptamtliche Sozialpädagogen einzustellen. „Integration kann nur gelingen, wenn wir gemeinsam, die Flüchtlinge und wir, dazu bereit sind und sie aktiv gestalten“, betonte Hohlfeld, dass das Wort „Willkommenskultur“ mit Leben erfüllt werden müsse.

Die zur Gründung des Förderkreises vom Arbeitskreis Asyl erarbeitete Satzung wurde zur Diskussion gestellt und einmütig in einigen Passagen überarbeitet, bevor sie von der Versammlung beschlossen wurde. Von 73 anwesenden Interessenten traten 52 dem ins Leben gerufenen Arbeitskreis Asyl bei.

Der erste Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Jürgen Hohlfeld, Stellvertreter Paul Thelen, Geschäftsführer Dr. Bernd Ohlmeier, Kassiererin Hildegard Hüring, Beisitzer Dorothea-Elisabeth Alders, Oda Dombrowkski und Barbara Thaens sowie Protokollführer Walter Sieber. Zu Rechnungsprüfern wurden Peter Jünger und Max Zitzen bestellt. Der Jahresbeitrag wurde auf mindestens zwölf Euro festgesetzt. Als nächster formaler Schritt wird beim Amtsgericht Aachen die Gemeinnützigkeit beantragt werden.

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