Nordkreis - Bei bitterer Kälte für jeden ein Dach über dem Kopf

Bei bitterer Kälte für jeden ein Dach über dem Kopf

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:

Nordkreis. Alarm haben die Obdachlosenverbände am Donnerstag geschlagen und gebeten, angesichts der anhaltenden bitteren Kälte Bahnhöfe und öffentliche Gebäude nachts geöffnet zu halten. 220.000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße, mindestens fünf seien in diesem Winter bereits erfroren.

Im Nordkreis stehen in allen vier Städten Unterkünfte bereit, die Tag und Nacht erreichbar sind. „Dazu sind wir verpflichtet“, sagt Jürgen Venohr, Fachbereichsleiter Bürgerdienste in Herzogenrath. Tagsüber ist der Bereich Soziales im Rathaus am Rathausplatz 1 der Anlaufpunkt, nachts helfen Feuerwehr und Polizei weiter. „Seit Jahren schon haben wir einen Bereitschaftsbeamten bei der Feuerwehr“, sagt Venohr.

Er ist – auch für Bürger, die in der Rodastadt einen obdachlosen Menschen auf der Straße entdecken – unter Telefon 02406/83-6450 zu erreichen. Die Betroffenen werden dann zur Notunterkunft gebracht. Wo sie während der Kälteperiode natürlich auch bleiben dürfen – wenn sie sich regelkonform verhalten. „Unser System hat sich über Jahre bewährt“, sagt Venohr. Dazu gehört auch, dass er jedes Jahr vor Wintereinbruch die Mitarbeiter des Außendienstes, des Sozialamts und der Feuerwehr für die Problematik neu sensibilisiert. „Wir sprechen die Betroffenen auf der Straße auch gezielt an und machen sie auf die Unterbringungsmöglichkeiten aufmerksam. Man könnte sie per Ordnungsverfügung sogar zwingen in eine Unterkunft zu gehen, um sie vor dem Erfrieren zu retten“, sagt Venohr. „Aber ob sie sich dann daran halten ...“

Alsdorf hat ein Kältetelefon

Einen Aufruf an die Bevölkerung hatte die Stadt Alsdorf mit Beginn des Winters geschaltet, um auf das Kältetelefon aufmerksam zu machen, das rund um die Uhr aufgeschaltet ist, um Menschen ohne Dach über dem Kopf unbürokratisch zu helfen: Telefon 02404/50-224. Diplom-Sozialarbeiterin Nicole Kochs kümmert sich in Alsdorf um heimatlose Menschen, tagsüber außer mittwochs ist sie im Rathaus, Zimmer 19, Telefon 02404/50-272, zu erreichen. Zusätzlich sorgt sich auch der städtische Bereitschaftsdienst, der über Feuerwehr und Polizei erreicht werden kann.

Ein Bereitschaftsdienst steht auch in Baesweiler zur Verfügung, erläutert Beigeordneter Frank Brunner. Für Wohnungslose gibt es auch hier jederzeit warme Übernachtungsmöglichkeiten. Das Ordnungsamt, respektive Feuerwehr oder Polizei sind die Ansprechpartner. Brunner: „Alles weitere wird dann schnell und problemlos geregelt.“

„Wer kommt, wird untergebracht“, erklärt auch Herbert Zierden vom Sozialamt in Würselen. In der Obdachlosenunterkunft sind Betten frei. Der zuständige Bereitschaftsbeamte ist hier außerhalb der Rathausdienstzeiten ebenfalls über die Feuerwehr zu kontaktieren.

Viele obdachlose Menschen halten sich in den Nordkreiskommunen zurzeit allerdings nicht auf. Doch, so Jürgen Venohr: „Das kann von Zeit zu Zeit variieren.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert