Behindertenforum soll vorerst umziehen

Von: mabie
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Der Behindertenbeirat mit Vorsitzender Anne Fink (h.r.) muss sich einen anderen Tagungsort suchen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Der jüngste Feuerwehreinsatz im Rathaus hat Folgen, die vielleicht niemand wirklich auf der Rechnung hatte. Spätestens bei der Wahl des Tagungsortes des Behindertenforums – nämlich im Forum des Rathauses, gleich neben dem Bürgerbüro – wurde das klar.

„Ich wurde benachrichtigt, dass wir künftig nicht mehr mit vielen Rollstühlen gleichzeitig zu unserem bisherigen Sitzungsraum in der ersten Etage des Rathauses dürfen“, erklärte Vorsitzende Anne Fink bei der Sitzung einleitend. Als Grund wurde ihr genannt, dass es für die Feuerwehr im Evakuierungsfall dann notwendig sei, zu entscheiden, wer zuerst den Rettungsweg über die Drehleiter antreten darf. Dies bestätigte auch die anwesende Erste Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann, die sagte, dass als zweiter Rettungsweg neben dem Evakuierungsstuhl dann nur die Fenster infrage kämen.

„Bei planbaren Veranstaltungen braucht man festgelegte Begleitpersonen, die für eine sichere Evakuierung im Ernstfall bereitstehen müssen“, erklärte sie weiter. Daher sei ein ebenerdiger Tagungsort immer vorzuziehen, da sich hier die Menschen mit Rollstuhl schneller selbst retten könnten. Da das Brandschutzkonzept derzeit in Überarbeitung sei und noch nicht abzusehen sei, wann die kommenden Planungen für das Ende der 1970er-Jahre erbaute Rathaus umgesetzt werden, bat sie um eine Lösung – möglichst außerhalb des Rathauses.

„Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis, denn wir wollen den Wehrleuten natürlich nicht zumuten, dies entscheiden zu müssen“, sagte Fink. Dennoch blieb bei ihr die Frage hängen, an welchem Ort das Forum, zu dem auch immer ein paar „weniger mobile“ Menschen zählen, denn künftig tagen könne. Hier wurden verschiedene Orte vorgeschlagen, die entweder gratis oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung zu nutzen sind, wie Birgit Froese-Kindermann sagte.

So kommen etwa kirchliche Räume oder die gegenüber dem Rathaus zur Verfügung stehenden Räume der Arbeiterwohlfahrt in Frage. Auf die Frage aus dem Forum, inwiefern das Rathaus, für das ja ein baulicher Bestandsschutz gilt, überhaupt für Menschen mit einer Behinderung geeignet sei, sagte die Beigeordnete, dass Besucher im Rathaus immer durch Mitarbeiter gerettet werden könnten. In Sachen „Mitarbeiter“ merkte Rollifahrer Sebastian Göbbels, Forumsmitglied und ehemals Praktikant im Rathaus, an, dass er während immer im Erdgeschoss untergebracht worden sei.

So bleibt eine Lösung der Frage, wo demnächst getagt werden soll, noch offen. Sie wird in den kommenden drei Monaten intensiv diskutiert werden müssen, dann steht die nächste Sitzung an. „Jetzt treffen wir uns schon seit beinahe acht Jahren im Rathaus, aber nie war es uns bewusst, dass wir im Fall der Fälle gefährdet sein könnten“, schloss Anne Fink.

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