Begrüßungspaket für Flüchtlinge geschnürt

Von: Markus Bienwald
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Mehr als nur eine Geste: Lynn Drysen, Chayenne Fertacz und Lena Klanke (v.l.) von den Falken in Alsdorf packen Flüchtlingsbegrüßungspakete und wollen alle aktuell 260 Flüchtlinge in Alsdorf damit am 12. Dezember beschenken. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Ein Schreibblock, eine Tube Zahnpasta, Handtücher, ein Spiel und ganz viel Infomaterial, das ist auch drin im Begrüßungspaket für Flüchtlinge, das Lynn Drysen, Chayenne Fertacz und Lena Klanke in Alsdorf nun gepackt haben. Die drei 13-jährigen Mädchen sind bei der Jugendorganisation „Die Falken“ aktiv und haben das Projekt Begrüßungspaket sorgfältig vorbereitet.

Denn schon im Sommer haben sie Flüchtlinge persönlich kennengelernt, sich mit ihnen unterhalten und waren nachhaltig beeindruckt. „Wir kennen natürlich nicht das Gefühl, wie es ist, wenn man aus seiner Heimat flüchten muss“, sagt Chayenne, „aber ich kann mir gut vorstellen, wie es ist, in einem fremden Land zu sein, die Sprache nicht zu kennen und zu wissen, dass es eine Chance ist, hier zu bleiben, um zu überleben.“

Aus Gesprächen vielen gelernt

Im Gespräch mit den jungen Menschen, die aus ihrem Land fliehen mussten, lernten die jungen Alsdorferinnen auch, wie offen ihre Gesprächspartner mit der Problematik, ein Flüchtling zu sein, umgehen. „Kann man kein Deutsch, bekommt man keine Arbeitsstelle“, weiß Lynn, „und wer keinen kennt, weiß auch nicht, wo man Hilfe bekommen kann.“

Solche oder ähnliche Geschichten sind für die rund 260 Flüchtlinge, die derzeit in Alsdorf sind, gelebte Realität. Unter ihnen sind auch 60 Kinder und Jugendliche, die natürlich auch Ansprechpartner brauchen. „Und Kontakt brauchen sie auch, darum haben wir uns etwas einfallen lassen“, sagt Lena.

Beim Kreativwochenende der Falken im Juni wurde schnell der Plan gefasst, mit einem Begrüßungspaket dafür zu sorgen, dass sich die Menschen bei uns wohl und willkommen fühlen. Dazu sollen die Informationsbroschüren beitragen, die helfen, sich zurecht zu finden. Aber da diese allesamt in Deutsch verfasst sind, haben die Falken noch einen Plan geschmiedet. „Stift und Block helfen dabei, dass sich die Menschen etwas in ihrer Sprache notieren können“, so Chayenne. Und die persönlichen Drogerieartikel sind als Güter des täglichen Bedarfs sowieso immer nützlich und sorgen dafür, dass sich die Menschen nach ihrer teils sehr langen Flucht in Deutschland ein wenig wohler fühlen.

„Dafür ist es aber auch wichtig, dass sie Ansprechpartner haben, die auf sie eingehen und für die sie nicht nur eine Nummer sind“, findet Lena. Darum suchen die Falken, die übrigens beim anstehenden Kreativwochenende in der Eifel die Pakete gestalten, packen und auch einen Werbefilm für die Aktion drehen, noch Freiwillige, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren. „Manchmal ist es gut, wenn man ein paar Leute kennt“, findet Lynn, „denn dann sind alltägliche Dinge wie Einkaufen, mit dem Bus fahren oder auch einfach wissen, wie etwas funktioniert, viel einfacher zu lernen.“

So gesehen haben die Falken damit nicht nur ein Paket mit Sachen gepackt, sondern auch darüber nachgedacht, was wichtig ist, wenn man als Flüchtling in ein anderes Land kommt. „Wir werden am Wochenende auch einen Sprachführer entwerfen, der hilft, sich besser zurecht zu finden“, sagt Lena entschlossen

Wie das funktioniert, ist schon auf der Einladung zur offiziellen Übergabeveranstaltung am Freitag, 12. Dezember, zu sehen. Denn dort werden die Gäste auf Deutsch, Chinesisch, Russisch, Türkisch, Niederländisch, Spanisch, Englisch, Kurdisch, Persisch und Arabisch eingeladen, dabei zu sein (siehe Info). Darauf freuen sich nicht nur Lynn, Chayenne und Lena, denn die Flüchtlinge sollen dann erfahren, dass sie in Deutschland willkommen sind.

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