Beggendorf freut sich über den ersten Platz im Norden

Von: Rolf Hohl
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Für die Delegation aus Beggendorf nimmt Ortsvorsteher Ferdinand Reinartz die Urkunde entgegen: Bürgermeister Willi Linkens (l.), Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers (3.v.l.) und Städteregionsrat Helmut Etschenberg (3v.r.) gratulieren. Foto: Rolf Hohl

Baesweiler. Schon der Empfang an diesem Samstagnachmittag machte deutlich, worum es hier ging. Als nämlich die rund 300 Vertreter der Dörfer und Ortschaften das Haus der Städteregion betraten, spielte schon lautstark die Eschweiler Brassband „Renew“ – zu Deutsch: erneuern.

Genau das haben die Arbeitsgruppen aus den 22 teilnehmenden Gemeinden beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die vergangenen Monate getan, um an diesem Tag aus ihren Reihen die beiden Sieger zu küren.

Mit ihrem Wirken haben sie sich zuallererst aber die Bewunderung der Bewertungskommission gesichert, die in den vergangenen Wochen in einem straffen Programm sämtliche Dörfer besichtigt hatte. Dieser Wettbewerb, sagte Kommissionsleiterin Andrea Drossard, sei seit langer Zeit einer der stärksten gewesen.

„Wir haben in den Dörfern so viele schöne Momente erlebt. Wie etwa in Werth, wo wir bei strömendem Regen durch die Straßen geführt wurden und trotz des Wetters die Begeisterung der Bewohner für ihren Ort deutlich wurde.“ Nicht ohne Grund gab es für den Stolberger Stadtteil zusammen mit Simmerath-Eicherscheid den Sonderpreis für eine starke Dorfgemeinschaft.

Wenn sich ein ganzes Dorf zusammenrauft, dann ist vieles möglich. Das zeigte auch der Baesweiler Stadtteil Beggendorf eindrücklich, der im Norden den ersten Platz erreichte. Weil eben Sehenswürdigkeiten alleine noch keinen lebendigen Ort ausmachen, wurden von der Kommission neben äußeren Kriterien auch das soziale Zusammenleben, die Wirtschaft, die Umwelt und die Wohnsituation bewertet.

„Wir sind eigentlich ein Rübenfeld, das muss man einfach sehen. Darum haben wir uns daran gemacht, etwa die vorhandenen Grünflächen im Dorf attraktiver zu gestalten, um damit punkten zu können“, so Ortsvorsteher Ferdinand Reinartz.

Auf einem guten Weg

Sein Dorf habe zum ersten Mal bei dem Wettbewerb mitgemacht und da sei dieser erste Platz ein großer Motivationsschub für alle im Team. „Wir sind von Null auf Hundert durchgestartet und wollen jetzt daran anknüpfen, das Zusammenleben in unserem Dorf noch mehr zu fördern“, erklärte er. Dazu gehörten beispielsweise weitere Angebote für Senioren oder einen Fahrdienst für Leute, die zum Arzt müssten.

Denn einen solchen – auch das gehört oft zur Realität auf dem Land – gebe es in Beggendorf nicht. Dass die Gemeinschaft aber auf einem guten Weg ist, zeigt das Beispiel der örtlichen Grundschule: „Wir mussten diese vor einiger Zeit wegen zu wenig Schülern beinahe schließen, aber jetzt kommen wieder mehr Leute zu uns“, sagte Reinartz. Das sei ein Verdienst von Lehrern, Eltern und Kindern, die alle zusammengearbeitet hätten.

Den Gesamtsieg im Süden holte sich das Eifeldorf Kalterherberg, welches in der Bewertung der Kommission fast die Maximalpunktzahl erreichte. „Wir liegen ja ganz am Südzipfel der Städteregion und damit auch nicht gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit, das dürfte sich mit dem Preis jetzt ein wenig ändern“, sagte der Koordinator der Arbeitsgruppe in Kalterherberg, Rainer Mertens.

Nicht nur vom ersten Platz, den er mit seinem Wettbewerbsteam erreicht hatte, sei er begeistert, sondern auch von der Lebensqualität, die sein Heimatdorf damit gewonnen habe. Dabei wollte man in Kalterherberg anfangs noch nicht einmal an dem diesjährigen Wettbewerb teilnehmen und meldete sich erst im April dieses Jahres noch kurzerhand nach – es hat sich gelohnt.

Auch für jene Dorfgemeinschaften, die in diesem Jahr nicht gewonnen haben, dürfte alleine die Arbeit an der Weiterentwicklung ihrer Gemeinden einen bleibenden Effekt hinterlassen haben. Oder wie es Städteregionsrat Helmut Etschenberg sagte, der selbst in Monschau-Konzen lebt: „Im ländlichen Raum lässt es sich wundervoll leben, wenn man bereit ist, sich in die Gemeinschaft einzubringen.“

Zusammen mit dem Aachener Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers verlieh er am Samstagnachmittag die Preise und sicherte den beiden siegreichen Teams aus Beggendorf und Kalterherberg weitere Unterstützung bei der Endrunde im Bundeswettbewerb zu. Bis dahin ist allerdings noch reichlich Zeit; die Auswahl dafür beginnt erst im Sommer 2019.

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